Warum schweigen die Christen?

Warum die Christen schweigen wurde verschiedentlich in den deutschen Medien diskutiert. Einer dieser Artikel erschien in der Faz mit dem Titel „Das Schweigen der Bischöfe“. In diesen Artikeln wird zwar darauf hingewiesen, dass die christlichen Gemeinden vor Ort durchaus aktiv Ideen für Hilfeleistungen und Ersatzprogramme für ausgefallene Veranstaltungen entwickelt haben. Gleichzeitig wird aber darüber gestaunt, dass es ansonsten eine große Sprachlosigkeit direkt zum Thema Corona, Grundrechtseinschränkungen, sowie den Schutz und die Selbstbestimmung der Risikogruppen (Alte, Kranke) gibt. Bei der Predigt eines Bruders ist in mir eine starke Ahnung erwacht, warum das so ist.

Und siehe, du wirst stumm sein und nicht reden können bis zu dem Tage, da solches geschehen wird; darum, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, welche zu ihrer Zeit erfüllt werden sollen.

Lukas 1:20

Zacharias Unglaube

Zacharias bekommt vom Engel Gabriel die Verheißung, seine Frau würde schwanger werden. Das hatte Zacharias schon lange erbeten. Ihm wird also gerade mitgeteilt, sein Gebet sei nun endlich erhört worden.

Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Gebet ist erhört worden, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.

Lukas 1:13

Das ist ein Grund zur Freude. Jedoch befallen den Zacharias Zweifel: Kann das wirklich sein? Kann seine Frau schwanger werden, obwohl sie schon so fortgeschrittenen Alters ist und er selbst bereits alt?

Das sind doch verständliche Zweifel? Wen würden sie nicht befallen, wenn die Frau bereits jenseits der fünfzig ist? Darum fragt Zacharias nach einem Zeichen, woran er das erkennen kann. Er möchte Sicherheit darüber haben. Und nun geschieht der Hammer: Dafür wird er bestraft. Das Zeichen, das er bekommt ist Stummheit. Er kann nicht mehr sprechen. Warum macht der Engel sowas? Noch dazu, wo er dann ein paar Monate später bei Maria großzügiger ist. Bei ihr antwortet der Engel Gabriel freundlich auf ihre Frage, wie sie ohne Mann schwanger werden kann (Lukas 1:34-35).

Unglaube lässt verstummen

Der wesentliche Unterschied zwischen Maria und Zacharias ist der Glaube. Zacharias möchte ein Zeichen, Maria bittet nicht um ein Zeichen, sondern kann nicht verstehen, wie das gehen soll. Und diese Frage hat sie zurecht, weil es noch nie vorgekommen ist, dass eine Frau ohne Mann schwanger wird. Außerdem bringt sie das in Probleme, weil sie bei einer Schwangerschaft ohne Ehemann in Zukunft als Sünderin behandelt werden würde.

Zacharias dagegen hätte nur an Abraham denken müssen, um seine Zweifel zu überwinden. Es gab bereits Vorbilder, bei denen Gott einem sehr alten Ehepaar noch einen Sohn gegeben hat. Darum hat der Engel kein Verständnis für Zacharias. Noch dazu, da Zacharias bereits ein Zeichen vor sich hat: Nämlich den Engel.

So verstummt Zacharias also aufgrund seines Unglaubens gegenüber Gottes Verheißung.

Christen schweigen aus Unglauben

Auch wir Christen gleichen in vielem dem Zacharias. Gott hat uns in seinem Wort manche Verheißung gegeben. Jedoch zeigt sich gerade seit dem Beginn der Corona-Krise, dass wir Christen nur sehr begrenzt diesen Verheißungen echtes Vertrauen schenken. Wir haben uns die letzten Jahrzehnte nicht im Vertrauen gegen Gott geübt. Unser Vertrauen gegenüber dem Staat und gegenüber den „Experten“ ist wesentlich größer als gegenüber dem Wort Gottes. Sonst müssten wir anders handeln.

Und darum haben wir auch nichts zum Corona-Virus, zu den staatlichen Corona-Verordnungen, zum Verbot von Nächstenliebe durch Isolation der Alten und Kranken, zur Entwürdigung des Menschen durch Entzug seiner Selbstbestimmung und manchem mehr zu sagen.

Wir verstummen aufgrund unseres Unglaubens

Nun sagst du aber: »Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft werde«.

Ganz recht! Um ihres Unglaubens willen sind sie ausgebrochen worden; du aber stehst durch den Glauben. Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich! Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht verschont hat, könnte es sonst geschehen, daß er auch dich nicht verschont. So sieh nun die Güte und die Strenge Gottes; die Strenge gegen die, welche gefallen sind; die Güte aber gegen dich, sofern du bei der Güte bleibst; sonst wirst auch du abgehauen werden!

Römer 11:19-22
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