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Antwort auf „Lasst uns wieder singen!“

Lasst uns wieder singen

Das Singen in der christlichen Gemeinde ist in Deutschland nun seit mehreren Monaten verboten. Wie die Deutschen vorher mit Gemeindegesang überleben konnten, bleibt das große Rätsel. Denn seit Dezember ist völlig klar, dass Gemeindegesang lebensgefährlich ist – jedenfalls stellt es die Obrigkeit so dar. Unser Herr Jesus sieht das jedoch anders. Nun hat Lothar Gassmann einen Brief an die Landesregierung in Baden-Württemberg veröffentlicht, den einige Gemeinden unterzeichnet haben. Auf diesen Brief möchte ich aus biblischer Sicht nun eingehen.

Der Gemeindegesang als Hauptthema

Der Inhalt des Briefes konzentriert sich allein auf die politischen Maßnahmen gegen den Gemeindegesang. Dabei wird anerkannt, dass das gemeinsam gesungene Lob Gottes von Ihm geboten ist. Das ist schön. Wer jedoch unsere Broschüre „Trauer um die christliche Gemeinschaft“ gelesen hat, weiß, dass es weit mehr Gebote gibt, die durch die politischen Maßnahmen betroffen sind. Auch Lothar Gassmann hat diese Broschüre erhalten. Warum wird nur der Gemeindegesang herausgegriffen? Ist dieses Gebot wichtiger als andere?

Bewusste Sünde?

In dem Brief wird also anerkannt, dass der Gesang ein Gebot Gottes ist. Doch es wird versäumt, die Obrigkeit darüber zu informieren, dass man endlich beschlossen hat, von nun an dem Herrn über Himmel und Erde gehorsam zu sein und zu singen, anstatt einer irdischen Obrigkeit zu folgen. Stattdessen wird die Landesregierung sehr höflich gebeten, ihre Verordnungen zu überdenken.

Wenn ich ein Gebot Gottes kenne, es aber bewusst nicht tue, obwohl ich sogar offen bezeuge, dass ich von der Sinnlosigkeit der Maßnahme überzeugt bin, dann ist das eine bewusste Sünde. Die Unterzeichner dieses Briefes müssen also vor Gott Buße tun, dass sie wider besseren Wissens nicht gehorsam sind und Gottes Lob nicht anstimmen.

Das schlechte Zeugnis vor der Welt

Was für ein Bild malen die unterzeichnenden Geschwister von ihrem Glauben an Gott? Da das Handeln der unterzeichnenden Gemeinden so aussieht, dass sie dem Staat gehorsam sind aber Christus nicht, zeigen sie damit ein problematisches Gottesbild. Denn wem man gehorsam ist, den ehrt man. Wem wird also mit diesem Brief Ehre erwiesen: Gott oder der Landesregierung? Fühlt sich die Landesregierung durch diesen Brief unter Gott oder über Gott gestellt?

Ich bin der HERR, das ist mein Name; und ich will meine Ehre keinem anderen geben, noch meinen Ruhm den Götzen! Siehe, das Frühere ist eingetroffen, und Neues verkündige ich; ehe es hervorsproßt, lasse ich es euch hören. Singt dem HERRN ein neues Lied, besingt seinen Ruhm vom Ende der Erde, die ihr das Meer befahrt und alles, was es erfüllt, ihr Inseln und ihre Bewohner! Die Steppe mit ihren Städten soll ihre Stimme erheben, die Dörfer, in denen Kedar wohnt; die Bewohner von Sela sollen frohlocken und von den hohen Bergen herab jauchzen!

Sie sollen dem HERRN die Ehre geben und seinen Ruhm auf den Inseln verkündigen!

Jesaja 42:8-12

Gott spricht davon, dass Er Seine Ehre keinem andern geben will. Und diese Ehre Gottes sollen alle Menschen, auch wir aus den heidnischen Nationen, Gott geben. Und wie sollen wir sie Ihm geben? Durch Gesang! Wir Christen verweigern Gott gerade diese Ehre und ehren stattdessen Menschen. Schande über uns!

Doch glaubten sogar von den Obersten viele an ihn, aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden. Denn die Ehre der Menschen war ihnen lieber als die Ehre Gottes.

Johannes 12:42-43

Wessen Ehre ist uns Christen wichtiger? Wo ist der Unterschied zwischen diesen glaubenden Pharisäern und dem Brief der Gemeinden an die Obrigkeit? Vor was haben wir Christen Angst, dass wir nicht den Geboten Gottes folgen, sondern lieber die Corona-Verordnungen einhalten? Ist es wirklich die Angst vor einem für die meisten Menschen ungefährlichen Virus? Oder ist es nicht viel eher unser Ruf vor den Menschen, um den wir fürchten? Wenn das bei Dir so ist, dann bist Du damit auf einer Stufe mit den oben genannten Pharisäern. Die Ehre bei den Menschen ist Dir wichtiger als die Ehre Gottes!

Wie wenig Gott von schönen Worten hält, auch von den schönen Worten dieses Briefes, zeigt uns Samuel in seiner Rede an Saul:

Samuel aber sprach zu Saul: Hat der HERR dasselbe Wohlgefallen an Schlachtopfern und Brandopfern wie daran, daß man der Stimme des HERRN gehorcht? Siehe, Gehorsam ist besser als Schlachtopfer und Folgsamkeit besser als das Fett von Widdern! Denn Ungehorsam ist wie die Sünde der Wahrsagerei, und Widerspenstigkeit ist wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du nun das Wort des HERRN verworfen hast, so hat er dich verworfen, daß du nicht mehr König sein sollst!

1 Samuel 15:22-23

Dabei waren die Opfer Sauls wenigstens noch Handlungen und nicht nur bloße Worte. Dennoch macht Samuel uns hier deutlich, dass das ohne Gehorsam nichts wert ist, da Ungehorsam der Sünde der Wahrsagerei entspricht. Saul hatte sich genau dadurch hervorgetan, dass er entsprechend dem Gesetz alle Wahrsager aus dem Land ausrotten ließ. Und nun vergleicht ihn Samuel genau mit diesen Wahrsagern. Das ist hart.

Betrunkene sind mutiger als Gemeindeleiter

Inzwischen gibt es bereits verschiedene Gerichtsurteile, bei denen Menschen von Bußgeldern freigesprochen wurden, weil die Richter die Rechtmäßigkeit der Corona-Verordnungen nicht anerkannt haben. In Dortmund wurden 3 Männer für ein „unerlaubtes“ Treffen angeklagt und freigesprochen.

In Weimar wurde ein Mann freigesprochen, der bei einer unerlaubten Geburtstagsfeier in einem Hinterhof zu Gast war.

Und zuletzt wurden in Ludwigsburg drei Betrunkene freigesprochen, die in der Öffentlichkeit Alkohol tranken und als drei Haushalte an einer Polizeikontrolle vorbeitorkelten. Der Richter stellte dabei fest, dass der die Angeklagten nachweislich gegen verschiedene Punkte der Baden-Württembergischen Corona-Verordnung verstoßen hatten. Danach zerpflückte der Richter jedoch die Corona-Verordnung des Bundeslandes regelrecht.

Kurz zusammengefasst kritisiert der Richter folgende Punkte der Corona-Verordnung:

  • Es widerspricht den Grundsätzen der Gefahrenabwehr, pauschal ein ganzes Land einzusperren.
  • Die Regelungen verstoßen gegen den Parlamentsvorbehalt.
  • Die Exekutive überschreitet ihre Kompetenzen weitreichend.
  • Es besteht durch die ständigen Änderungen kein verlässlicher und stabiler Ordnungsrahmen mehr für den Bürger.

Diese Kritik des Richters lässt sich genauso auch auf die Belange der christlichen Gemeinden anwenden. Warum aber wurde hier nicht der Älteste einer Gemeinde angeklagt, sondern nur drei Betrunkene? Was wäre das für ein Zeugnis von Mut und Gehorsam gegenüber dem Herrn Jesus vor der Welt gewesen, wenn hier Älteste einer Gemeinde freigesprochen worden wären? Aber nein, leider sind ein paar Betrunkene mutiger als die Diener des Herrn über Himmel und Erde.

Das muss sich ändern. Jeder, der diese Zeilen liest, nehme sich bitte das Beispiel des Herrn Jesus zu Herzen und folge Ihm in Wahrheit und konkret nach. Denn der Herr Jesus war zur völligen Selbstaufgabe und zum Gehorsam bis zum Tod bereit. Und dafür wird er von Gott geehrt:

Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.

Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Darum, meine Geliebten, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern;

Philipper 2:5-12

So lasst uns nun alle Menschenfurcht ablegen, denn sie ist ein Fallstrick. Ja, das Wort Gottes lehrt uns sogar, dass schon Menschengefälligkeit es unmöglich macht, ein Knecht des Christus zu sein.

Menschenfurcht ist ein Fallstrick; wer aber auf den HERRN vertraut, der ist geborgen.

Sprüche 29:25

Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen ? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus.

Galater 1:10