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Fest und treu wie Daniel

Fest und treu wie Daniel

Daniel ist für die heutige Argumentation bezüglich staatlicher Unterordnung eine echte Achillesferse. Dabei lernen schon Kinder in einem Lied, dass sie einmal fest und treu wie Daniel sein sollen. Doch worin bestand diese Treue Daniels? Das möchte ich mit Euch etwas genauer ansehen.

Die großen Momente der Treue

Wie bei jedem Menschen war auch für Daniel die Treue gegenüber Gott ein täglicher Kampf und eine tägliche Übung. In der Bibel werden uns tatsächlich nur bestimmte (große) Momentaufnahmen aus seinem Leben der Treue gezeigt. Doch die haben es bereits in sich.

Daniel gilt im Allgemeinen auch als herausragendes Beispiel für einen Gläubigen, der hohe Posten in einem gottlosen Staatssystem bekleidet hat. Darum ist es besonders interessant anzusehen, wie Daniel sich tatsächlich verhalten hat, wenn es Konflikte zwischen seiner Gottesfurcht und der irdischen Obrigkeit gab.

Daniel kommt nach Babylon

Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der feinen Speise des Königs und mit dem Wein, den er trank, zu verunreinigen; er erbat sich vom obersten Kämmerer, daß er sich nicht verunreinigen müsse. Und Gott gab Daniel Gnade und Barmherzigkeit vor dem obersten Kämmerer.

Und der oberste Kämmerer sprach zu Daniel: Ich fürchte nur meinen Herrn, den König, der euch eure Speise und euer Getränk bestimmt hat. Denn warum sollte er wahrnehmen, daß euer Aussehen weniger gut wäre als das der anderen jungen Männer in eurem Alter? Dann wärt ihr schuld, wenn ich meinen Kopf beim König verwirkte!

Daniel 1:8-10

Daniel macht mit dem obersten Kämmerer einen Deal: Du brichst das Gebot des Königs für mich nur eine Woche und wenn es nicht auffällt, dann brechen wir es weiterhin. Und das machen wir, weil ich das Gebot meines Gottes nicht brechen will.

Was hätte Daniel gemacht, wenn der oberste Kämmerer nicht mitgemacht hätte? Ich vermute stark, dass er sich weiter geweigert hätte zu essen. Das hätte ihn sein Leben kosten können. Und das nur wegen eines Speisegesetzes?

Schon die kleinen Kinder lernen „Fest und treu wie Daniel…„. Doch eigentlich ist es ein Lied für Erwachsene: Wäre ich, wärst Du genauso fest? Wären wir bereit, wegen eines kleinen Gebotes des Herrn Jesus zu sterben oder auch nur ins Gefängnis zu gehen? Wenn der Deal mit dem obersten Kämmerer aufgeflogen wäre, hätte das nach der Aussage des Kämmerers den Tod bedeutet. Daniel kann uns wirklich ein Vorbild für unsere jetzige Zeit sein.

Daniel hätte auch gut moralisch argumentieren können. Er hätte darauf hinweisen können, dass Gott vom Volk durch die Propheten doch die Unterordnung gegenüber Nebukadnezar gefordert hatte. Zudem hätte er argumentieren können, dass es jetzt eine andere Zeit sei und man in einem fremden Land sich eben auch an die Gepflogenheiten des Landes etwas anpassen müsse. Er hätte auch zu bedenken geben können, dass es sich nur um eine begrenzte Zeit handelte und er danach wieder so essen könne, wie er es für richtig hält. Aber Daniel war klüger. Er wusste, dass man Gott nur ganz treu sein kann. Er wusste, dass, wenn er einmal damit anfängt, gegen Gottes Gebot zu handeln, er da nicht mehr heraus kommt. Zudem vertraute er Gott völlig und glaubte, dass Er ihm in dieser scheinbar unmöglichen Situation einen Ausweg geben kann. Und Gott gab den Ausweg!

Daniels Ungehorsam aufgrund von Gewohnheiten?

Darius aber befand es für gut, 120 Satrapen über das Reich zu setzen, die im ganzen Reich [verteilt] sein sollten, und über diese drei Minister, von denen Daniel einer war; diesen sollten jene Satrapen Rechenschaft ablegen, damit der König keinen Schaden erleide. Da sich nun dieser Daniel vor allen Ministern und Satrapen auszeichnete, weil ein so vortrefflicher Geist in ihm war, so nahm sich der König vor, ihn über das ganze Reich zu setzen.

Da suchten die Minister und Satrapen eine Anklage gegen Daniel zu finden im Hinblick auf die Regierungsgeschäfte; aber sie konnten keine Schuld oder irgendetwas Nachteiliges finden, weil er treu war und keine Nachlässigkeit noch irgendein Vergehen bei ihm gefunden werden konnte. Da sprachen jene Männer: Wir werden gegen diesen Daniel keinen Anklagegrund finden, es sei denn im Gesetz seines Gottes!

Darauf bestürmten jene Fürsten und Satrapen den König und sprachen: König Darius, mögest du ewig leben! Sämtliche Minister des Königreichs, die Vorsteher und Satrapen, die Räte und die Statthalter erachten es für ratsam, dass eine königliche Verordnung aufgestellt und ein Verbot erlassen werde, wonach jeder, der innerhalb von 30 Tagen irgendeine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen richtet, außer an dich allein, o König, in die Löwengrube geworfen werden soll. Nun, o König, erlasse das Gebot und unterschreibe das Edikt, das nicht abgeändert werden darf nach dem Gesetz der Meder und Perser, welches unwiderruflich ist! Daraufhin unterschrieb der König das Edikt und Verbot.

Als nun Daniel erfuhr, dass das Edikt unterschrieben war, ging er hinauf in sein Haus, wo er in seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem hin hatte, und er fiel dreimal am Tag auf die Knie nieder und betete und dankte vor seinem Gott, ganz wie er es zuvor immer getan hatte.

Da stürmten jene Männer herein und fanden Daniel bittend und flehend vor seinem Gott. Sogleich erschienen sie vor dem König und brachten das königliche Verbot zur Sprache: Hast du nicht ein Verbot unterschrieben, wonach jeder, der innerhalb von 30 Tagen von irgendeinem Gott oder Menschen etwas erbittet, außer von dir, o König, in die Löwengrube geworfen werden soll? Der König antwortete und sprach: Die Sache steht fest nach dem Gesetz der Meder und Perser, das unwiderruflich ist! Da antworteten sie und sprachen vor dem König: Daniel, einer der Weggeführten von Juda, nimmt keine Rücksicht auf dich, o König, und achtet nicht auf das Verbot, das du unterzeichnet hast, sondern er verrichtet dreimal am Tag sein Gebet!

Daniel 6:2-14, Hervorhebungen durch Christusfolgen

In seiner Jugend war Daniel „extrem“ mit seinen Speisegesetzen und in seinem Alter ist er noch extremer mit seinen Gebeten zu Gott. Es hätte einige Möglichkeiten gegeben, der Gefangennahme und dem Tod aus dem Weg zu gehen:

  1. Nach heutiger Argumentation handelt es sich hier um eine begrenzte Zeit. Im Gegensatz zu den Corona-Maßnahmen sogar um eine „klar abgegrenzte“ Zeit von 30 Tagen. Hätte Daniel nicht um der Unterordnung willen und um andern keinen Anstoß zu geben 30 Tage auf sein Gebet verzichten können?
  2. Warum hat Daniel nicht einfach den Ort seines Gebetes verändert? Er hätte doch statt am offenen Fenster im Obergemach zu beten, einfach in das Untergeschoss gehen können, wo ihn keiner sieht? Das wäre doch ein Gebot der Weisheit gewesen?
  3. Den Zeitpunkt seiner Gebete hätte Daniel ändern können. Wenn er das einfach in die Nacht verlegt hätte, dann müsste man eine Hausdurchsuchung während der Schlafenszeit durchführen, um ihn zu erwischen.
  4. Er hätte es nicht so offensichtlich machen müssen. Wenn er sich einfach auf sein Sofa gesetzt hätte und in dem Moment, wo jemand sich an der Türe zu schaffen macht, sich ein unverfängliches Buch geschnappt hätte, wäre doch nichts passiert, oder?
  5. Auch die (vermutlich) lautstarke Lobpreisung war doch völlig unnötig? Hätte es nicht auch ein leises Dankgebet in aller Stille getan?
  6. Daniel hat absolut nichts geändert an seinen Gebeten gegenüber der Zeit vor dem Verbot. Warum ist er so ein unkluger, radikaler Sturkopf? Muss er unbedingt Anstoß geben?

Es gab kein Gebot dafür

Nach meinem Wissen gab es kein direktes Gebot Gottes, dass ein Israelit dreimal am Tag in Richtung Jersualem zu beten hat. In Salomos Gebet zur Tempeleinweihung legt Salamo zwar indirekt fest, dass die Israeliten in Richtung Tempel beten sollen, aber ansonsten wäre Daniel frei gewesen (2 Chr. 6). Das war Daniels persönliche Gewohnheit. Und um dieser Gewohnheit willen ist der Obrigkeit ungehorsam?

Ob es offenbar war, dass dieses Verbot zu Beten direkt gegen ihn gerichtet war, halte ich für fraglich. Dem König war es jedenfalls nicht bekannt. Und da es sich um eine Verschwörung handelt, war es aller Wahrscheinlichkeit auch Daniel nicht bekannt. Die Verschwörer haben dem König sicherlich allerlei gute Argumente gebracht, warum dieses Gesetz in der jetzigen politischen, gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Lage moralisch geboten ist. Sonst hätte der König dem nicht so einfach zugestimmt, da er Daniel danach ja versucht zu retten. Einmal davon abgesehen, dass jeder Mensch es gerne hat, wenn sich der eigene Einfluss und die eigene Wichtigkeit erhöht. Das ist bei unseren Politikern nicht anders.

Es wird heute immer argumentiert, dass es keine direkten Gebote Gottes gibt, die in Konflikt mit den Hygiene-Maßnahmen stehen würden. Ich zeige in der Broschüre „Wir trauern um die christliche Gemeinschaft“ einige Gebote, die sehr wohl direkt betroffen sind. Doch selbst wenn es keine direkten Gebote gibt, stellt Daniel die sich auf Römer 13 berufenden Brüder vor ein Problem. Er war ungehorsam aufgrund seiner Gewohnheit und nicht aufgrund eines direkten Gebotes Gottes.

Darf ein Christ aufgrund von Gewohnheit dem Staat ungehorsam sein?

Die direkte Antwort ist: Nein, ein Christ darf sich nicht aufgrund seiner Gewohnheit gegen den Staat auflehnen. Römer 13 ist hier absolut klar:

Wer sich also gegen die Obrigkeit auflehnt, der widersetzt sich der Ordnung Gottes; die sich aber widersetzen, ziehen sich selbst die Verurteilung zu.

Römer 13:2

Wie konnte Daniel aufgrund seiner Gewohnheit ungehorsam sein? War es, weil er kein Christ sondern Israelit war? Nein, keinesfalls, denn Daniel war sein ganzes Leben ein absolut treuer Beamter. Und zwar zuerst unter den Babyloniern und dann auch unter den Persern. Daniel war seinem Dienstherrn immer loyal. Er hat sich nie gegen ihn aufgelehnt und sich irgendetwas zuschulden kommen lassen. Seine Gegner finden nichts!

Handelte Daniel so, um nicht Menschen zu fürchten?

Doch genauso loyal wie Daniel gegenüber dem König ist, verhält sich Daniel auch gegenüber Gott. Letztlich ist er auch nicht dem König um des Königs willen loyal, sondern um Gottes willen. Wenn Daniel aufgrund von Furcht vor dem staatlichen Gebetsverbot sein Gebet zu Gott eingeschränkt hätte, dann wäre dadurch offenbar geworden, wen er wirklich fürchtet und wem er loyaler ist. Er hätte Gott verunehrt und den Staat geehrt. in dieser Gefahr stand Daniel am Ende seines Lebens wohl nicht. Er hatte bereits vielfach bewiesen, dass Er Gott fürchtet und nicht Menschen. Warum betet er dann genau wie bisher weiter und ergreift nicht einmal Sicherheitsmaßnahmen? Das deutet auch darauf hin, dass er arglos war und nicht mit einer Verschwörung rechnete. Aber es zeigt auch, dass Daniel auf jeden Fall nicht den König und die Strafe, sondern Gott gefürchtet hat.

Darum schreiben Paulus und Petrus auch folgendes:

So gebt nun jedermann, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer, Zoll, dem der Zoll, Furcht, dem die Furcht, Ehre, dem die Ehre gebührt.

Römer 13:7

Erweist jedermann Achtung, liebt die Bruderschaft, fürchtet Gott, ehrt den König!

1 Petrus 2:17

Wen sollen wir Christen also fürchten? Gott und zwar Ihn alleine. Die Obrigkeit bekommt Ehre, aber fürchten sollen wir sie nicht. Außer natürlich wir haben zurecht ein schlechtes Gewissen. Aber wenn wir um Gottes willen Bußgelder riskieren, dann können wir das mit erhobenem Haupt tun. Wenn wir aber mit Auflehnung im Herzen dasselbe machen, dann sollten wir uns fürchten. Denn Auflehnung ist niemals Gott wohlgefällig.

Menschenfurcht ist ein Fallstrick; wer aber auf den HERRN vertraut, der ist geborgen.

Sprüche 29:25

Wenn wir also ohne Menschenfurcht und in der Furcht Gottes wandeln, dann können wir fest und treu wie Daniel sein. Dann wird Gott uns auch Raum geben, Ihm treu zu sein und Ihn vor den Menschen zu bezeugen. Aber wenn wir uns der Moral einer gottlosen Gesellschaft unterwerfen und meinen damit ein gutes Zeugnis zu sein, dann wird uns das zum Fallstrick werden. Zum Thema Gottesfurcht gibt es einen wertvollen Videokurs: https://www.crosspaint.tv/hallo-furcht/

Daniel zögert keinen Moment

Daniel erfährt von de neuen Gesetz und geht direkt hinauf, um zu Beten. Er zögert keinen Moment. Das ist ein weiterer Hinweis darauf, dass er nicht mit Menschenfurcht kämpfte. Es zeigt uns Daniel, wie er sofort entscheidet und erkennt, dass er dieses Gesetz nicht einhalten kann, wenn er überleben will. Denn einem Geschöpf 30 Tage zu verbieten zu seinem Schöpfer zu beten, gleicht einem Todesstoß. So wie es einem Todesstoß gleicht, Gemeinden auch nur für eine begrenzte Zeit zu schließen.

So wie das Gebet zu seinem Gott für Daniel zum Überleben notwendig war, so ist für die Gemeinde der gemeinschaftliche Lobpreis und die gemeinsame Anbetung, sowie die gegenseitige Auferbauung lebensnotwendig. Keiner würde von mir verlangen, ich solle für unbestimmte Zeit auf das Atmen verzichten, weil die Gefahr einer Vergiftung besteht. Entweder es gibt eine andere Lösung oder ich sterbe an der Vergiftung. Aber die Atmung auch nur 60 Minuten zu unterbrechen, ist selbst bei echter Lebensgefahr unmöglich.

Wenn sie gegen dich sündigen – denn es gibt keinen Menschen, der nicht sündigt – und du über sie zornig bist und sie vor dem Feind dahingibst, so daß ihre Bezwinger sie gefangen wegführen in ein fernes oder nahes Land, und sie nehmen es sich zu Herzen in dem Land, in das sie gefangen weggeführt wurden, und sie kehren um und flehen zu dir in dem Land ihrer Gefangenschaft und sprechen: Wir haben gesündigt und Unrecht getan und sind gottlos gewesen!

– wenn sie so zu dir umkehren mit ihrem ganzen Herzen und mit ihrer ganzen Seele im Land ihrer Gefangenschaft, wohin man sie weggeführt hat, und sie beten, zu ihrem Land hin gewandt, das du ihren Vätern gegeben hast, und zu der Stadt hin, die du erwählt hast, und zu dem Haus hin, das ich deinem Namen gebaut habe, so höre du vom Himmel her, deiner Wohnstätte, ihr Gebet und ihr Flehen, und verschaffe ihnen Recht, und vergib deinem Volk, was sie gegen dich gesündigt haben!

2 Chronik 6:36-39

Aus dieser Passage in Salomos Gebet nimmt Daniel seine Überzeugung so zu beten, wie er es tut. Doch das alles erklärt noch nicht, warum er nichts ändert und jede Klugheit vermissen lässt. Die eine mögliche Erklärung ist die oben erwähnte Arglosigkeit. Da er nichts von der Verschwörung wusste und gerade erst überhaupt von dem Gesetz erfahren hatte, dachte er nicht daran, dass er von seinen Feinden überwacht wird. Jedoch war Daniel ein erfahrener und schon alter Mann. Er kannte das politische Intrigenspiel und er hat sofort wahrgenommen, dass dieses Gesetz zumindest indirekt die Beziehung zu Gott zerstören will.

Die wahre Klugheit

Und hier komen wir zur anderen Möglichkeit, warum Daniel nichts an seinem Verhalten ändert: Seine Feinde hatten sich diesen Plan gut überlegt. Sie kannten Daniel und waren sich sicher, dass er nicht einmal für 30 Tage nachgeben würde. Und falls er doch nachgeben sollte, dann würde er dadurch kraftlos werden. Soweit haben diese hohen Beamten mit Sicherheit gedacht. Sie meinten ihn auf jeden Fall gefangen zu haben. Denn auch ihre Zeit war knapp, da sie handeln mussten bevor Daniel erster Beamter im Staat war.

Daniel war aber mit außerordentlicher Weisheit gesegnet und hat daher sofort erfasst, was auf dem Spiel steht. Er hatte seine festen Gebetszeiten und wusste, dass seine Mitmenschen diese kannten. Wenn er das nun geändert hätte, dann wäre das ein schlechtes Zeugnis (!) nach außen gewesen. Selbst wenn er in seinem Herzen es nicht aus Menschenfurcht, sondern aus Klugheit getan hätte, so würden die Menschen in seiner Umgebung und vor allem auch seine Feinde es als Furcht aufgefasst haben.

Es wird viel darüber gepredigt, dass die Menschen uns Christen beobachten und wir deshalb ein gutes Zeugnis haben sollen. Doch machen sich die Prediger auch Gedanken darüber, was es für ein Zeugnis ist, wenn die Christen plötzlich auf die Anbetung ihres Gottes verzichten, obwohl keine unmittelbare Gefahr besteht? Und selbst wenn eine unmittelbare Gefahr bestehen würde, so könnte man sich die Pest-Gottesdienste Luthers oder eben den treuen Daniel zum Beispiel nehmen.

Ist uns klar, dass im Neuen Bund der Leib Christi keine Option, sondern der Lebensodem von uns Christen ist? Wenn dieser Leib aber am Atmen, am Bewegen, am Wachsen und vielem mehr gehindert wird, können wir uns da beugen? In Verfolgungszeiten haben über die ganzen Jahrhunderte die Gläubigen Lebensgefahr auf sich genommen, um sich dennoch zu versammeln, und wir meinen virtuelle Treffen reichen aus?

Und nachdem die anfängliche „kurze Zeit“ wieder und wieder verlängert wird, wachen wir immer noch nicht auf? Was ist los mit uns? Daniel wusste es eben besser: „Gebe ich einen Moment nach, dann komme ich da nicht mehr raus!“ Es ist an der Zeit Buße zu tun.