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Wenn Gehorsam in die Irre führt

Herr über den Sabbat

Gehorsam gegenüber dem Gebot über den Sabbat war den Juden zur Zeit des Herrn Jesus sehr wichtig. Mehrfach gibt es Auseinandersetzungen über dieses Thema. Dabei hat der Herr sich an dieses Gebot gehalten, wie Er auch alle anderen gehalten hat. Wieso gab es dann einen Konflikt zwischen Ihm und den Pharisäern? Und warum gibt es heute Konflikte zwischen Christen um die Unterordnung unter den Staat?

Der Konflikt über das Gebot und den Gehorsam

Es geschah aber, daß er am zweiten Sabbat nach dem ersten durch die Kornfelder ging; und seine Jünger streiften Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen sie. Da sagten etliche von den Pharisäern zu ihnen: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht zu tun erlaubt ist? Und Jesus antwortete ihnen und sprach: Habt ihr nicht einmal gelesen, was David tat, als er und seine Gefährten hungrig waren? Wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote nahm und aß und auch seinen Gefährten davon gab, welche doch niemand essen darf als nur die Priester? Und er sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen ist Herr auch über den Sabbat.

Lukas 6:1-5

Es ist Sabbat und der Herr geht durch die Kornfelder. Mit dabei sind Seine Jünger und auch ein paar Pharisäer. Nun machen die Jünger etwas, was vom Gesetz Moses grundsätzlich erlaubt war. Nach deutschem Recht ist es nicht erlaubt, im Vorbeigehen etwas zum direkten Verzehr zu ernten. Aber Gott hat für Israel Folgendes erlaubt:

Wenn du in den Weinberg deines Nächsten gehst, so darfst du Trauben essen, so viel du willst, bis du satt bist; aber du sollst nichts in dein Gefäß tun.

Wenn du durch das Getreidefeld deines Nächsten gehst, so darfst du mit der Hand Ähren abstreifen; aber die Sichel sollst du nicht über das Getreidefeld deines Nächsten schwingen!

5 Mose 23:25-26

Die Jünger taten also etwas, das von Gott ausdrücklich erlaubt war. Die Kritik der Pharisäer bezieht sich daher nur darauf, dass sie es am Sabbat taten. Aber warum meinen die Pharisäer, dass es falsch ist, am Sabbat Ähren abzustreifen?

Sechs Tage soll man arbeiten; aber am siebten Tag ist der Sabbat völliger Ruhe, heilig dem HERRN. Jeder, der am Sabbattag eine Arbeit verrichtet, der soll unbedingt sterben!

2 Mose 31:15

Das grundsätzliche Gebot Gottes zum Sabbat lautete, dass an diesem Tag keine Arbeit verrichtet werden darf. Wer das tut, sollte unbedingt sterben. Das bedeutet: Wenn die Pharisäer meinten, dass die Jünger durch das Abstreifen der Ähren Arbeit verrichten, müssten sie auf die Todesstrafe beharren.

Die Todesstrafe war jedoch nicht möglich, weil die Römer die Vollmacht, Gericht zu üben, den Juden weitgehend entzogen hatten. Todesstrafe durften sie daher nicht mehr ausüben, ohne selbst unter die Strafe der Römer zu kommen. Eine interessante Frage ist, warum sie in dieser Sache die Oberherrschaft der Römer einfach anerkannt haben. Glaubten sie, dass das von Gott war? Oder waren sie insgeheim froh, dass sie eine Entschuldigung hatten, Gottes Gebote nicht so konsequent durchsetzen zu müssen?

Dass sie später dagegen den Herrn Jesus unter anderem wegen der Sabbatfrage beschließen zu töten, zeigt, dass der Todesbeschluss aus ihrem Hass auf den Herrn entsprang und nicht aus ihrem Gehorsam gegenüber dem Gebot.

Da sprach Mose: Eßt das heute! Denn heute ist der Sabbat des HERRN; ihr werdet es heute nicht auf dem Feld finden. Sechs Tage sollt ihr es sammeln, aber am siebten Tag ist der Sabbat, da wird keines zu finden sein. Es geschah aber am siebten Tag, daß etliche vom Volk hinausgingen, um zu sammeln; und sie fanden nichts. Da sprach der HERR zu Mose: Wie lange weigert ihr euch, meine Gebote und meine Anweisungen zu halten? Seht, der HERR hat euch den Sabbat gegeben; darum gibt er euch am sechsten Tag für zwei Tage Brot; so soll nun jeder an seiner Stelle bleiben, und niemand soll am siebten Tag seinen Platz verlassen! So ruhte das Volk am siebten Tag.

2 Mose 16:25-30

Auch beim Manna hatte Gott an den Sabbat gedacht. Das Brot des Himmels fiel nur an sechs Tagen herab. Am Sabbat lag nichts auf dem Boden. Das erforderte Vertrauen, denn an fünf Tagen in der Woche verschimmelte das Manna, wenn es bis zum nächsten Tag aufgehoben wurde. Aber am sechsten lag genug für zwei Tage da und es verschimmelte nicht, sondern reichte auch für den Sabbattag aus. Dadurch trainierte Gott das ganze Volk, den Sabbat zu halten und auch darauf zu vertrauen, dass Gott sie versorgen würde, wenn sie sich an das Sabbatgebot halten würden. Glaubst auch Du, dass Gott Dich versorgt, wenn Du Seine Gebote hältst und dadurch vielleicht Deine Arbeit oder sonst etwas verlierst?

Die Menschen, die am ersten Sabbat mit Manna dennoch hinausgingen, um zu sammeln, mussten jedoch nicht sterben. Als zu einem andern Zeitpunkt jemand am Sabbat Brennholz sammelt, muss er getötet werden. Warum müssen nun diese nicht sterben? Ganz einfach: Durch Gottes Güte konnten sie nichts finden und hatten daher auch nicht gearbeitet. Gott hatte sie vor dem Tod bewahrt und gleichzeitig durch diesen Test eine ernste Warnung ausgesprochen.

Warum dürfen die Jünger sammeln?

Der Herr Jesus hat jedes Gebot des Gesetzes gehalten. Er hat das Gesetz erfüllt. Wenn Er ein einziges Gesetz übertreten oder andere darin unterstützt hätte, dann gäbe es keine Hoffnung für uns. Denn der Herr musste das Gesetz erfüllen. Das bedeutet also, dass die Pharisäer sich geirrt haben und die Jünger das Sabbatgebot nicht übertreten haben. Wie passt das nun damit zusammen, dass sie am Sabbat die Ähren gesammelt haben?

Wir haben hier zwei Anordnungen des Gesetztes Mose, die sich scheinbar beißen. Doch dem ist nicht so. Es ist verboten, am Sabbat Manna zu sammeln oder irgendeine Arbeit zu verrichten. Doch gleichzeitig ist es erlaubt, sich einen Snack zu sammeln, wenn man auf dem Weg ist. Es ist nicht erlaubt, Essen zu sammeln, um es mit nach Hause zu nehmen und dort zu kochen. Es ist aber erlaubt, von den Früchten des Feldes zu sammeln, um seinen Hunger auf dem Weg zu stillen.

Weil die Jünger nur im vorbeigehen etwas gesammelt und verzehrt haben, war es erlaubt, was sie taten. Hätten sie die Ähren mit nach Hause genommen, dann hätten sie gegen das Gesetz verstoßen. Die Pharisäer haben das Sabbatgebot weit über das andere Gebot gestellt und nicht genügend bedacht, dass beide Gebote vom selben Gott stammen und beide zu beachten sind. Wenn Gott etwas erlaubt, verbietet Er es nicht mit einem anderen Gebot.

Warum kann der Gehorsam in die Irre führen?

Die Pharisäer wollten dem Sabbatgebot vorrangig gehorsam sein und sind dabei in die Irre gegangen. Ihr Irrweg ging sogar so weit, dass sie Heilungen am Sabbat als Sünde achteten. Und schließlich wollten sie den Herrn deswegen sogar töten. Die Antwort des Herrn in diesem Abschnitt zeigt uns, wie es passieren kann, dass „Gehorsam“ uns in die Irre führt und uns sogar zu Verfolgern des Herrn machen kann.

Und er sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen ist Herr auch über den Sabbat.

Lukas 6:5

Das ist der Schlüsselvers, um uns vor der Gefahr des falschen Gehorsams zu bewahren. Die Pharisäer haben das Sabbatgebot sehr geachtet, aber sie haben nicht Den geachtet, Der das Sabbatgebot gegeben hat. Wenn sie Gott geachtet hätten, dann hätten sie das Sabbatgebot geachtet und genauso die Erlaubnis, auf dem Weg Ähren abstreifen und essen zu dürfen.

Wenn wir also ein Gebot achten, ohne Den zu achten, Der es gegeben hat, dann gehen wir in die Irre.

Wie Römer 13 und die Unterordnung in die Irre führen

Wie die Pharisäer scheinbar das Sabbatgebot geachtet haben, aber nicht den Herrn Jesus, so achten heute viele Christen scheinbar das Gebot der Unterordnung unter die Obrigkeit, aber den Herrn Jesus nicht. Denn wenn diese Christen den Herrn Jesus achten würden, dann würden sie alle Seine Gebote lieben, und danach jagen, sie einzuhalten. Stattdessen aber werden viele Gebote des Herrn auf dem Altar der Unterordnung unter den Staat geopfert und der Herr dadurch missachtet.

Dabei ist auch das Argument hinfällig, es würde sich um eine besondere Zeit handeln und daher müsste jetzt besonders die Unterordnung unter die Obrigkeit beachtet werden. Die Pharisäer meinten ebenfalls am Sabbat wäre das Sabbatgebot über der Erlaubnis Ähren auf dem Weg zu verzehren. Aber sie irrten sich gewaltig. Genauso irren auch diejenigen, die Gebote des Herrn gering achten, weil wir eine Pandemie (ohne mehr Tode und mit weniger Krankenhausauslastung) haben.




Wenn der Gottesdienst Eigenliebe ist

Habt ihr für mich gefastet?

Wenn wir Christen sonntags zusammenkommen, um Gottesdienst zu feiern, dann machen wir das in der Gewissheit, das dies Gottes Willen entspricht und wir Ihm damit dienen. Doch beim Lesen von Sacharja bin ich darauf gestoßen, dass das nicht automatisch so ist. Gott offenbart uns hier eine dunkle Seite in unserem Herzen, die wir nicht gerne sehen wollen.

Unsere menschliche Frage zum Gottesdienst

Damals sandte Bethel den Sarezer und Regem-Melech samt seinen Leuten, um das Angesicht des HERRN zu besänftigen, indem sie die Priester am Haus des HERRN der Heerscharen und die Propheten fragten: Soll ich auch fernerhin im fünften Monat weinen und mich enthalten, wie ich es nun so viele Jahre getan habe?

Sacharja 7:2-3 – Hervorhebungen von christusfolgen

Der Ort Bethel

Bethel ist ein Ort mit großer Geschichte. Der Name bedeutet „Haus Gottes“. Dort ist Gott dem Jakob erschienen und dort hat Jakob gewonnen und Gott gefunden und Gott hat dort zu Jakob geredet (Hos 12:5). Auch Abraham hatte Gott dort schon einen Altar gebaut.

Gleichzeitig aber ist Bethel auch der Ort des größten Götzendienstes, den Israel gesehen hat. Dort baute Jerobeam seinen Altar und machte das goldene Kalb als Konkurrenz zum Tempel in Jerusalem, dort haben die Israeliten über Jahrhunderte Götzendienst betrieben im Namen des Herrn JHWHs (1 Könige 12:28). Erst einer der letzten Könige Judas, nämlich Josia, zerstörte dann diesen Altar und verunreinigte die Kultstätte mit verbrannten Leichenteilen, so dass dieser Götzendienst ein endgültiges Ende hatte (2 Könige 23:15-16).

Das ist ein sehr gutes Bild auf unseren christlichen Gottesdienst. Einerseits ist er ein Ort, an dem Gott zu Menschen redet und Menschen IHN erkennen und finden. Auf der anderen Seite ist er aber auch der Ort, an dem der größte christliche Götzendienst betrieben wird, weil Gottesdienst nach selbstgemachten und eigenwilligen Regeln gefeiert wird, die Gott nie geboten hatte. Genau so, wie Gott nie geboten hatte, in Bethel einen Altar zu bauen und Feste für JHWH zu feiern, sondern alleine in Jerusalem.

Und ihr sollt fröhlich sein vor dem HERRN, eurem Gott, ihr und eure Söhne und eure Töchter, eure Knechte und Mägde, auch der Levit, der in euren Toren ist; denn er hat keinen Teil noch Erbe mit euch. 13 Hüte dich, dass du deine Brandopfer nicht an irgendeinem Ort opferst, den du dir ersiehst; 14 sondern an dem Ort, den der HERR in einem deiner Stämme erwählt, da sollst du deine Brandopfer opfern, und dort sollst du alles tun, was ich dir gebiete.

5.Mose 12,11-14 – Hervorhebungen durch Christusfolgen

Die Abgesandten aus Bethel

Aus diesem geschichtsträchtigen Ort reist nun eine Gesandtschaft nach Jerusalem, um Gott durch die Priester im Tempel eine Frage zu stellen. Und zwar heißt es ausdrücklich, dass sie damit das Angesicht JHWHs besänftigen wollten. Sie hatten also irgendwie gemerkt, dass etwas in ihrer Beziehung zu Gott nicht stimmte. Sie hatten erkannt, dass Gott ihnen nicht so wohlgesonnen war, wie sie es gerne hätten. Das ist schon einmal eine gute Sache. Ich wünschte, dass wir Christen heute erkennen würden, dass unsere Beziehung zu Gott nicht so glücklich ist, wie wir es darstellen.

Die Abgesandten aus Bethel hatte jedoch noch eine konkrete Frage mit nach Jerusalem gebracht. Und zwar hatte das Volk über 70 Jahre im fünften und im siebten Monat gefastet. Sie hatten das in Hinblick auf die Verheißung des Propheten Jeremia getan, der geweissagt hatte, dass Israel nach 70 Jahren wieder in sein Land zurückkehren könne.

Die konkrete Frage

Wir finden dieses Verhalten auch bei Daniel, der es ähnlich wie die Männer von Bethel gehalten hatte:

Im ersten Jahr des Darius, des Sohnes Ahasveros‘, von medischer Abstammung, der zum König über das Reich der Chaldäer gemacht worden war, im ersten Jahr seiner Regierung achtete ich, Daniel, in den Schriften auf die Zahl der Jahre, von der das Wort des HERRN an den Propheten Jeremia ergangen war, daß die Verwüstung Jerusalems in 70 Jahren vollendet sein sollte. Und ich wandte mein Angesicht zu Gott, dem Herrn, um ihn zu suchen mit Gebet und Flehen, mit Fasten im Sacktuch und in der Asche.

Daniel 9:1-3

Wie schön wäre es, wenn wir Christen in der selben Weise zu Gott flehen würden, dass wir uns wieder gemäß Seinem Wort treffen dürfen und nicht gegen staatliche Verordnungen dabei verstoßen. Das geht aber natürlich nur, wenn wir uns trotzdem treffen!

Nachdem nun das Volk ins gelobte Land zurückkehren konnte, stellt sich natürlich die Frage, ob sie die Tradition des Fastens fortführen sollen oder damit aufhören können. Und diese Frage stellen die von Bethel nun den Priestern und Propheten in Jerusalem.

Gottes Sicht auf deinen Gottesdienst

Rede zu dem ganzen Volk des Landes und zu den Priestern und sprich: Wenn ihr jeweils im fünften und siebten Monat gefastet und geklagt habt, und zwar schon diese 70 Jahre – habt ihr denn da für mich gefastet? Und wenn ihr eßt und wenn ihr trinkt, eßt und trinkt ihr dann nicht für euch?

Sacharja 7,5-6

Für wen feierst du Gottesdienst? Seltsame Frage? Natürlich für Gott? So dachten die von Bethel sicherlich auch. Natürlich hatten sie für Gott gefastet. Immerhin ist Fasten kein Spaß. Da bekommt man richtig Hunger und wird körperlich geschwächt. Das macht man doch nicht einfach so, oder?

Gott vergleicht das Fasten von damals mit dem Essen und Trinken. Beim Essen und Trinken sage ich Gott dank. Ich hoffe das tust Du auch (Apg. 27:35). Ich soll Gott damit auch ehren (1 Korinther 10:31).

Dennoch ist das Essen und das Trinken eine Sache, die ich für mich tue, weil ich Hunger und Durst habe und weil es mir gut schmeckt. Es ist aber keine Sache, die ich explizit für Gott mache.

Aber warum vergleicht Gott nun das Fasten der Israeliten mit dem Essen und Trinken? Beim Fasten über ich doch Verzicht, um speziell Gott zu suchen und mich vor Ihm zu demütigen. Ist das auch etwas für mich?

Die Israeliten hatten nach Gottes Urteil für sich gefastet und geklagt – und nicht für Gott. Aber wie kommt Gott zu Seinem gerechten Urteil?

Sind nicht dies die Worte, welche der Herr durch die früheren Propheten verkündigen ließ, als Jerusalem noch bewohnt war und Frieden hatte samt den umliegenden Städten, und als auch der Negev und die Schephela noch bewohnt waren?

Und das Wort des Herrn erging an Sacharja folgendermaßen: So spricht der Herr der Heerscharen: Übt getreulich Recht, und jeder erweise seinem Bruder Gnade und Erbarmen; bedrückt nicht die Witwen und Waisen, auch nicht den Fremdling und den Armen, und keiner sinne Böses in seinem Herzen gegen seinen Bruder! Aber damals weigerten sie sich, darauf zu achten, und sie waren halsstarrig und verstopften ihre Ohren, um nicht zu hören. Und sie machten ihre Herzen [so hart] wie Diamant und wollten das Gesetz nicht hören, noch die Worte, die der Herr der Heerscharen durch seinen Geist, durch die früheren Propheten gesandt hatte. Daher kam ein großes Zorngericht von seiten des Herrn der Heerscharen [über sie].

Sacharja 7,7-12

Gott gibt einen Rückblick auf die Ausgangssituation vor der Wegführung von Juda nach Babylon. Die Väter hatten nicht auf die Stimme Gottes gehört. Sie hatten ihr Herz hart gemacht gegen Gott. Auf die früheren Propheten hatten sie nicht gehört. Das war allgemein bekannt. Deswegen hatte sich die neue Generation auch vor Gott gedemütigt und deswegen hatten sie doch schließlich auch gefastet und getrauert. Waren sie also nicht besser als ihre Väter? Was will Gott von ihnen?

Gottes Wille für deinen Gottesdienst

Das ist es aber, was ihr tun sollt: Redet die Wahrheit, jeder mit seinem Nächsten, übt treulich Recht und fällt einen Rechtsspruch des Friedens in euren Toren; und keiner sinne Böses in seinem Herzen gegen seinen Bruder; liebt auch nicht falschen Eid! Denn dies alles hasse ich, spricht der Herr.

Sacharja 8,16-17

Das Fasten ist nur dann von Nutzen, wenn es damit verbunden ist, Gottes Gebote zu halten. Die Väter hatten Gottes Gebote nicht gehalten – und wie steht es nun um die neue Generation, die von Gott zurückgeführt worden waren? Hält sie die Gebote Gottes? Sacharja ermahnt diese Generation im Namen Gottes, Gottes Gebote zu halten. Dafür sollen sie Eifer haben und nicht für ein Fasten, welches Gott nicht geboten hatte.

Ein solches Fasten kann Gott durchaus wohlgefällig sein, wie wir bei Daniel sehen. Aber der erste Eifer muss darauf gerichtet sein, die Gebote Gottes zu achten und Ihn dadurch zu ehren.

Wenn du das nächste Mal in den Gottesdienst gehst, warum tust du das? Welches Urteil wird Gott darüber fällen? Hast du Eifer für Gottes Gebote, dann ist das ein guter Gottesdienst. Gehst du jedoch zum Gottesdienst, achtest aber die „kleinen“ Gebote Gottes gering und rümpfst vielleicht sogar die Nase über diejenigen, die auf „unwichtige“ Gebote achten, dann hat er keinen Wert. Gott interessiert sich nicht für deinen Gottesdienst. Er möchte dein Leben!

Wie haben sich die Menschen bei Sacharja entschieden?

Hat nun diese neue Generation, die den Grundstein des zweiten Tempels legte, Gottes Gebote in dieser Weise geachtet? Leider nur zum Teil. Irgendwann war Sacharja ihnen so unangenehm, dass sie ihn zwischen dem neuen Altar und dem Heiligtum getötet haben. Leider hat auch diese neue Generation Gottes Gebote nicht so geachtet und geliebt, wie Er es will. Deswegen waren sie irgendwann über den Dienst Sacharjas so erbost, dass sie ihn töten mussten.

Darum hat auch die Weisheit Gottes gesprochen: Ich will Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden etliche von ihnen töten und verfolgen, damit von diesem Geschlecht das Blut aller Propheten gefordert werde, das seit Grundlegung der Welt vergossen worden ist, vom Blut Abels an bis zum Blut des Zacharias (griech. Form von Sacharja), der zwischen dem Altar und dem Tempel umkam. Ja, ich sage euch, es wird gefordert werden von diesem Geschlecht!

Lukas 11:49-51

Wie steht es um dich? Denkst du auch, dass du einem Propheten Gottes nie etwas getan hättest, aber hast gleichzeitig keinen besonderen Eifer für die Gebote Gottes? Hast du schon einmal jemanden verachtet oder gar angegriffen, dem ein Gebot Gottes kostbar war, dass dir unwichtig ist? Dann tu Buße und kehre um, bevor du dich schuldig machst, am Blut eines Propheten.




Unterordnung unter den Staat

Jedermann ordne sich den Obrigkeiten unter

Die Unterordnung unter den Staat war bis vor einem Jahr für die meisten westlichen Christen kein großes Thema. Der Staat hat das persönliche und das Gemeindeleben kaum eingeschränkt, und daher sah man auch keine Probleme. Im März 2020 hat sich das dann von heute auf morgen schlagartig geändert. Nahezu weltweit wurde fast gleichzeitig den Gemeinden das Licht ausgedreht. Siehst Du die geistliche Dimension und das Reden Gottes zu uns?

Seither stellt sich die Frage der Unterordnung unter den Staat und seinen Gesetzen und Verordnungen plötzlich täglich ganz konkret. Und seither ist auch unter den Christen ein Graben aufgerissen zwischen denen, die alle Verodnungen halten wollen, und denen, die das nicht wollen.

An dieser Stelle soll es im Themenkomplex nur um die Frage gehen, mit welcher Herzenshaltung ich mich dem Staat unterordne, und darum, wie Du Deine Motivation (Herzenshaltung) gegenüber Gott und dem Staat prüfen kannst.

Gottes Wort und Gehorsam gegenüber dem Staat

Es gibt im Wesentlichen zwei Stellen, die herangezogen werden, wenn es um die Unterordnung gegenüber dem Staat geht:

Das sind also die Stellen, auf die sich gerade all jene Christen berufen, die bereit sind, das gesamte Gemeindeleben durch den Staat auf den Kopf stellen zu lassen.

Auf ein paar Punkte möchte ich besonders hinweisen

  • Wir sollen uns nicht allein „dem Staat“ unterordnen, sondern jeder über uns gestellten Autorität. Das gilt also auch für „böse Diktatoren“ wie Herrn Putin, Herrn Erdogan, Herrn Kim Yong-un oder manche mehr. Es bedeutet aber auch, dass ich mich dem Bürgermeister, dem Polizisten, Finanzbeamten usw. genauso unterordne. Historisch gesehen bedeutet es auch, dass die Deutschen auch im Dritten Reich dieselbe Unterordnung wie heute gehabt haben sollten. Bei der heutigen Argumentation würde das aus meiner Sicht bedeuten, dass die meisten Gemeinden Teil der „Deutschen Christen“ werden und Mitgliederlisten an den Staat geben würden. Genau wie es damals war und wie man heute meint besser zu beurteilen.
  • Eine Unterordnung geschieht nicht aus Loyalität gegenüber der Obrigkeit oder dem Staat, sondern aus Loyalität und Gehorsam gegenüber Gott. Wir sind niemals dem Staat gehorsam, sondern alleine Christus. Wir ordnen uns dem Staat nur um Christi Willen unter. Und erweisen dem Staat nur Ehre, um Christus Ehre zu erweisen.
  • Interessant ist dabei, dass es unerheblich ist, welche Ordnungen die Obrigkeit einsetzt. Das Ziel Gottes ist es, besonders rebellische bzw. böse Menschen durch die Ordnungen zu prüfen und bestrafen zu lassen. Es ist also egal, ob die Obrigkeit an einem Straßenabschnitt erlaubt 50 oder 70 km/h schnell zu fahren. Derjenige, der sich gerne darüber hinwegsetzt, wird dadurch überführt. Deswegen ist auch die Sinnhaftigkeit eines Gesetzes oder einer Verordnung für einen Christen zweitrangig.
  • Ein Problem bekommen wir, wenn die Obrigkeit zu einem Schrecken für das Gute wird bzw. für den der Gutes tut. Denn der Maßstab, was Gut und Böse ist, liegt bei Gott und nicht bei der Obrigkeit. Deswegen müssen wir Christen darin geübt sein, nur das gut zu nennen, was Gott gut nennt und alles was Gott böse nennt, klar als solches zu bezeichnen. Sonst erkennen wir gar nicht, wenn der Staat Gutes böse nennt.

Dem Staat gehorsam während der Corona-Maßnahmen

Oben habe ich geschrieben, dass es zwei Lager unter den Christen gibt. Die einen eifern dafür, die Verordnungen alle einzuhalten, und wollen manchmal sogar noch vorauseilenden Gehorsam zeigen. Die andern verweigern sich in unterschiedlichem Ausmaß den Verordnungen.

Die einen sehen sich im Recht, weil es ja keine Maßnahmen speziell gegen Christen seien, die andern sagen, dass der Staat nie in die Gemeinde hineinregieren darf.

Die einen halten sich für moralisch überlegen, weil es ja um Nächstenliebe und Gehorsam (sic!) gegenüber dem Staat geht, und die andern meinen zu verstehen, was wirklich gespielt wird, und durchschauen das „trojanische Pferd“.

Es gibt mehr als zwei Gruppen

Dabei gibt es mehr als diese zwei Gruppen. Und manches Mal sind sich diese Gruppen vielleicht ähnlicher als sie denken. Folgende Gruppen mache ich aus:

  • Gruppe 1: „Wir ordnen uns dem Staat in allem unter und übertreffen noch die Verordnungen, indem wir noch verantwortungsvoller Handeln als es der Staat fordert, indem wir reine Empfehlungen umsetzen. Wir haben freiwillig auf Treffen verzichtet, haben das Singen maximal mit Mundschutz erlaubt und kontrollieren genauestens die Einhaltung der Hygienemaßnahmen. Wir sind überzeugt davon, dass der Staat es nur gut mit uns meint.“
  • Gruppe 2: „Dem Staat erweisen wir Gehorsam, indem wir immer genau die Verordnungen einhalten, aber nicht mehr. Auch wir sind davon überzeugt, dass der Staat es nur gut mit uns meint. Außerdem geht es uns um unseren Ruf bei den Nachbarn.“
  • Gruppe3: „Wir folgen dem Staat, indem wir die Verordnungen einhalten, wo es Sinn für uns macht. Wir halten die Maßnahmen etwas für übertrieben, aber wir halten uns eben an Gottes Gebot der Unterordnung und fürchten uns vor einem schlechten Ruf.“
  • Gruppe 4: „Die Corona-Maßnahmen machen aus unserer Sicht keinen Sinn, aber wir halten sie ein, weil es Gott von uns fordert. Wir sind dabei jedoch je nach Fall (Laune) recht großzügig in der Auslegung. Menschenfurcht ist auch bei uns ein Beweggrund.“
  • Gruppe 5: „Wir glauben nicht, dass die Corona-Maßnahmen einen Sinn haben, und halten uns deswegen auch nicht daran. Unterordnen müssen wir uns auch nicht, denn man soll Gott mehr gehorchen als den Menschen. und in die Gemeinde hat der Staat nicht reinzureden. In mein eigenes Leben übrigens auch nicht.“
  • Gruppe 6: „Ob die Corona-Maßnahmen Sinn machen, beurteilen wir anhand des Wortes Gottes. Wir prüfen, ob das, was der Staat gut nennt, wirklich gut ist, und ob das, was der Staat schlecht nennt, wirklich schlecht ist. Wir sehen uns die Früchte der Corona-Maßnahmen an. Außerdem nehmen wir uns die Zeit zu überprüfen, welche Gebote Gottes wir durch die Einhaltung der Corona-Maßnahmen brechen würden. Und dabei ist es unerheblich, ob diese Maßnahmen Sinn machen oder nicht. Wenn Gott von uns etwas anderes fordert als der Staat, dann folgen wir Gott. Wenn der Staat etwas von uns fordert, was sinnlos ist, aber nicht Gott widerspricht, dann machen wir es. Wir streben danach, in unserem persönlichen Leben die Ordnungen des Staates aufgrund seiner Autorität von Gott und unserer Loyalität zu Gott einzuhalten. Wo die Verordnungen aber die Autorität Jesu Christi über die Gemeinde einschränkt oder die Autorität des Familienvaters innerhalb der Familie unterbindet, werden wir einen übergriffigen Staat nicht einhalten oder mit Weisheit Umgehungen finden.“

Wer ordnet sich Gott unter?

Von diesen sechs Gruppen, die ich hier versucht habe zu skizzieren, ordnet sich eigentlich nur eine Gruppe wirklich Gott unter. Und das ist die sechste Gruppe. Ich möchte begründen warum:

  • Gruppe 1: Du befolgst die Corona-Verordnungen eifriger als Du Gottes Gebote jemals gehalten hast. Wenn Du Deine Bibel so ernst nehmen würdest wie die Corona-Verordnung, dann sähe Dein Leben ganz anders aus. Das merkt man auch daran, dass Du gar nicht merkst wieviele Gebote Gottes durch Das Einhalten der Corona-Verordnung gebrochen werden.
  • Gruppe 2: Du befolgst die Corona-Verodnungen genauer als Du Gottes Gebote befolgst. Vermutlich hast Du vor Corona so manche Verodnung nicht ganz so genau genommen (Straßenverkehrsordnung, Bauordnung, Steuergesetze, Müllordnung,…), aber jetzt fühlst Du Dich moralisch gut, weil Du alles genau einhält. Du merkst jedoch nicht, dass Du Gottes Gebote dabei brichst.
  • Gruppe 3: Du stellst Deinen Verstand und Deine Bequemlichkeit über die Unterordnung unter den Staat. Genau so, wie Du es vermutlich auch mit Gott machst. Wo nicht zu viel kostet, ordnest Du Dich unter. Und da die Bußgeldbescheide recht teuer sein können, hälst Du Dich an die meisten Verordnungen. Stören sie Dich jedoch zu sehr, dann wirst Du schnell rebellisch und findest plötzlich den Bibelvers „man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“. Insgesamt ordnest Du Dich in Wirklichkeit nur Dir selbst unter.
  • Gruppe 4: Du fühlst Dich besser informiert als die anderen Gruppen. Du meinst verstanden zu haben, was wirklich hinter den Maßnahmen steckt. Aber aus Furcht und Bequemlichkeit machst Du soweit mit, wie es nicht zu unangenehm wird. Du möchtest zwar Gott gehorchen, kennst aber die neuesten Nachrichten besser als Gottes Wort.
  • Gruppe 5: Du gehst weiter als Gruppe 4. Da ist ein Aufbegehren in Deinem Herzen. Die Maßnahmen sind ungerecht und sie stören Dein Leben. Deswegen gehorchst Du Gott mehr als den Menschen. In Wirklichkeit ist jedoch Rebellion der Antrieb für Dein Handeln und weniger die Liebe zu Christus und Seinen Geboten.
  • Gruppe 6: Du ordnest Dich grundsätzlich unter die Corona-Verodnungen unter. Da Du aber beim Lesen von Gottes Wort erkennst, wieviele Gebote bzgl. der Gemeinde Du brechen würdest, wenn Du Dich innerhalb der Gemeinde daran halten würdest, bist Du in allem zuerst Gott gehorsam. Du hast auch keine besondere Freude daran, Verordnungen nicht einzuhalten, sondern machst es um des Herrn willen und akzeptierst dann auch die möglichen Bußgelder (falls diese denn jemals fällig werden). Auch innerhalb der Familie lässt Du den Staat nicht übergriffig sein (es werden keine Kinder von den Eltern isoliert). Bei allem handelst Du klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben (Matthäus 10:16). Jede Regung der Rebellion bekennst Du vor Gott und versuchst die Corona-Verodnungen im täglichen Leben grundsätzlich einzuhalten.

In welcher Gruppe der Unterordnung findest Du Dich wieder?

Bedenke bitte: Wir sollen uns jeder über uns gesetzten Autorität unterordnen. Staaten hatten jedoch schon immer die Neigung, sich an Gottes Stelle zu setzen. Das hat Gott nie gewollt. Deswegen sind Seine Gebote immer wichtiger als staatliche Gesetze.

Die Obrigkeit ist dafür da, rebellische Menschen herauszufiltern und zu bestrafen (Röm 13). Sie ist nicht dafür da, unser Leben zu verlängern. Wenn der Staat sich aber an die Stelle Gottes setzt und sich anmaßt, das Klima zu retten oder das Leben von Menschen jenseits der 80 zu verlängern, dann überschreitet er massiv seinen göttlichen Auftrag. Rauchen, Alkohol, Süßes, Klimaschutz und manches mehr wird schließlich genauso streng behandelt werden wie Corona. Das rechtfertigt allerings nicht, dass wir dagegen rebellieren.

Denn die Selbstüberschätzung des Staates allein ist kein Argument, Verordnungen zu brechen. Das einzige was zählt: Da ist ein konkretes Gebot Gottes, welches ich nicht erfüllen kann, wenn ich mich an die Corona-Verordnung halte. Darum muss ich Gottes Wort genauestens kennen und durch Gottes Geist alles gelehrt und an alles erinnert werden. Ich muss aber auch jedes noch so kleine Gebot des Herrn völlig ernst nehmen und nicht leichtfertig darüber hinweggehen.

Eine Reihe von Geboten Gottes, die beim Einhalten der Hygiene-Maßnahmen gebrochen werden, findest Du in der Broschüre: „Wir trauern um die christliche Gemeinschaft“