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Wo sind die Männer des Glaubens?

Wir können nicht hinaufziehen!

Die Männer des Glaubens waren zu allen Zeiten rar. Durch meine Frau bin ich nun auf die Begebenheit der 12 Kundschafter aufmerksam geworden und habe festgestellt, dass es uns für diese Zeit ein wunderbares Vorbild darstellt. Zu welchen Kundschaftern gehörst Du? Zu den zwei treuen oder den zehn ungläubigen Kundschaftern?

Echte Männer braucht das Volk

Und der HERR redete zu Mose und sprach: Sende Männer aus, daß sie das Land Kanaan auskundschaften, das ich den Kindern Israels geben will. Von jedem Stamm ihrer Väter sollt ihr einen Mann schicken, lauter Fürsten aus ihrer Mitte! Und Mose sandte sie aus der Wüste Paran nach dem Befehl des HERRN, lauter Männer, die Häupter waren unter den Kindern Israels.

4 Mose 13:1-3

Das Volk Israel steht kurz vor der Ankunft im von Gott verheißenen Land. Und nun gibt Gott Mose den Auftrag, Kundschafter in das Land auszusenden. Wen wählt Mose denn da aus? Es sind alles Fürsten ihrer Vaterhäuser. Diese Männer waren angesehene Verantwortungsträger in der Gemeinde Israels. Sie waren „echte“, mutige Männer. Und das mussten sie auch sein. Denn wer hätte es sonst gewagt, tief in das Feindesland einzudringen und die Feinde über 40 Tage auszukundschaften? Das bedeutete unter anderem 40 Tage irgendwo zu übernachten und ständig auf der Hut zu sein, dass man nicht erwischt wird. Diese Männer haben das gewagt und waren daher keine Angsthasen, sondern eben echte Männer.

Wenn Fakten Angst machen

Und sie gingen und kamen zu Mose und Aaron und zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israels, in die Wüste Paran, nach Kadesch; und sie brachten ihnen und der ganzen Gemeinde Bericht und ließen sie die Früchte des Landes sehen. Und sie erzählten ihm und sprachen: Wir sind in das Land gekommen, in das du uns sandtest, und es fließt wirklich Milch und Honig darin, und dies ist seine Frucht. Aber das Volk, das im Land wohnt, ist stark, und die Städte sind sehr fest und groß. Und wir sahen auch Söhne Enaks dort. Die Amalekiter wohnen im Land des Negev; die Hetiter, Jebusiter und Amoriter aber wohnen im Bergland, und die Kanaaniter am Meer und entlang des Jordan.

4 Mose 13:26-29

Der Bericht der Kundschafter ist ein nüchterner Bericht der Fakten. Zuerst bestätigen sie, dass Gottes Verheißung eines Landes von Milch und Honig richtig war. Dieses Land war überreich und fruchtbar. Sie brachten sogar Früchte mit, die das für jeden sichtbar belegten. Was für eine wunderbare Sache, wenn da nicht noch die weiteren Fakten wären.

Denn nun berichten sie von den Hindernissen, die auf dem Weg in das verheißene Land zu überwinden sein würden. Sie sprechen zuerst davon, dass das Volk stark ist und die Städte fest sind. Es würde also viel Aufwand erfordern, das Land einzunehmen. Dann berichten sie von den Söhnen Enaks, die als Riesen und tapfere Kämpfer bekannt waren. Es braucht also sehr tapfere Israeliten, um diesen Männern zu begegnen. Vor allem, da die Bewaffnung der Israeliten nicht gut war. Und zuletzt folgt eine Aufzählung der verschiedenen Völker, die im Land wohnen.

Soweit ist es eine scheinbar sachliche Beschreibung dessen, was die Männer gesehen haben. Doch dieser Bericht war nicht so neutral, wie er scheint. Kaleb jedenfalls sah die Notwendigkeit, einzugreifen und die ganze Zusammenkunft in eine bessere Richtung zu führen:

Kaleb aber beschwichtigte das Volk gegenüber Mose und sprach: Laßt uns doch hinaufziehen und das Land einnehmen, denn wir werden es gewiß bezwingen!

4 Mose 13:30

Eklat: Kaleb greift ein

Wer die Begebenheit kennt, der weiß, wie zwei der 12 Kundschafter Gott geglaubt haben und dem Volk im Glauben vorangehen wollten. An dieser Stelle sehen wir Kaleb in Aktion. Warum meint er aber, eingreifen zu müssen, wo doch nur ein neutraler Bericht abgegeben wurde?

Der Bericht war leider nicht so neutral, wie es scheint. Er legt den Schwerpunkt auf die Hindernisse und nicht auf die Verheißungen Gottes. Der Bericht bestätigt zwar, dass Gottes Versprechen eines Landes, in dem Milch und Honig fließt, völlig der Realität entspricht. Doch gleichzeitig macht er durch die Aufzählung der Völker deutlich, dass das Land voll ist und es ohne Kampf keinen Platz gibt. Schließlich beschäftigt sich der Bericht nur noch mit den Hindernissen, und führt dadurch fast zwingend zu dem Schluss, dass die Einnahme des Landes unmöglich ist. Darum sieht Kaleb am Ende die Notwendigkeit, beschwichtigend einzugreifen und auf die Verheißung Gottes hinzuweisen, dass sie das Land gewiss bezwingen werden.

Und durch Kalebs Eingreifen wird nun der ganze Unglaube der anderen Kundschafter offenbar. Auch heute noch ist es immer wieder nötig, fest und deutlich auf die Verheißungen Gottes hinzuweisen und einen Eklat zu riskieren. Denn nur so kommt der Unglaube ans Licht und kann dem Wort gemäß behandelt werden.

Aber die Männer, die mit ihm hinaufgezogen waren, sprachen: Wir können nicht hinaufziehen gegen das Volk, denn es ist stärker als wir! Und sie brachten das Land, das sie erkundet hatten, in Verruf bei den Kindern Israels und sprachen: Das Land, das wir durchzogen haben, um es auszukundschaften, ist ein Land, das seine Einwohner frißt,und alles Volk, das wir darin sahen, sind Leute von hohem Wuchs. Wir sahen dort auch Riesen, Söhne Enaks aus dem Riesengeschlecht, und wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken, und ebenso waren wir auch in ihren Augen!

4 Mose 13:31-33

Der Skandal ist nun voll am Kochen. Hätte Kaleb nicht zurückhaltender sein können? Sie hätten die Versammlung unterbrechen und Mose mit den Kundschaftern privat reden sollen , um sie auf die richtige Bahn zu bringen. Das wäre doch weise gewesen, oder?

Nein, der Unglaube war zwar verdeckt, aber dennoch vor dem ganzen Volk ausgesprochen worden. Und dann muss dem auch vor allen widersprochen werden. Das stört das Schamgefühl oder Harmoniebedürfnis und deswegen ist das in unserer christlichen Kultur verpönt. Man gilt dann als Störer und vielleicht sogar Durcheinanderbringer. Doch dieser Vorwurf kommt aus einem falschem Harmoniebedürfnis. Kaleb macht das ja nicht, um den andern zu schaden, sondern um Gott treu zu sein und das Volk ins verheißene Land zu bringen. Als Christ würde man so etwas aus Liebe zu Gott und den Geschwistern tun. Rechthaberei und sich über die andern zu erheben, muss fern von uns sein.

Das Volk reagiert

Was nun folgt, ist eine superkrasse, emotionale Reaktion des Volkes:

Da erhob die ganze Gemeinde ihre Stimme und schrie, und das Volk weinte in dieser Nacht. Und alle Kinder Israels murrten gegen Mose und Aaron; und die ganze Gemeinde sprach zu ihnen: Ach, daß wir doch im Land Ägypten gestorben wären, oder noch in dieser Wüste sterben würden! Und warum führt uns der HERR in dieses Land, daß wir durch das Schwert fallen, und daß unsere Frauen und unsere kleinen Kinder zum Raub werden? Ist es nicht besser für uns, wenn wir wieder nach Ägypten zurückkehren?

Und sie sprachen zueinander: Wir wollen uns selbst einen Anführer geben und wieder nach Ägypten zurückkehren!

4 Mose 14:1-4

Hast Du schon einmal so starke Gefühle gehabt, dass Du geschrien und Dich in den Schlaf geweint hast? Oder hast Du gar eine Nacht hindurch geweint? Ich hatte schon starke Gefühle, aber so stark dann doch nicht. Das Volk war völlig verzweifelt. Denn sie waren in der Wüste mit ihren Kindern und sahen keine Möglichkeit, wo sie ein Zuhause finden sollen. Von meinen Gefühlen kommend, kann ich das völlig verstehen. Es ist eine verzweifelte Situation. Denn wie soll ein schlechtbewaffnetes und im Kampf ungeübtes Heer dieses Land jemals einnehmen?

Die Männer des Glaubens

Und Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, die auch das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider, und sie sprachen zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israels: Das Land, das wir durchzogen haben, um es auszukundschaften, ist ein sehr, sehr gutes Land! Wenn der HERR Gefallen an uns hat, so wird er uns in dieses Land bringen und es uns geben – ein Land, in dem Milch und Honig fließt.

Seid nur nicht widerspenstig gegen den HERRN und fürchtet euch nicht vor dem Volk dieses Landes; denn wir werden sie verschlingen wie Brot. Ihr Schutz ist von ihnen gewichen, mit uns aber ist der HERR; fürchtet euch nicht vor ihnen! Da sagte die ganze Gemeinde, daß man sie steinigen solle. Aber die Herrlichkeit des HERRN erschien bei der Stiftshütte vor allen Kindern Israels.

4 Mose 14:6-10

Zwölf Männer wurden als Häupter ihrer Vaterhäuser zu Kundschaftern erwählt. Und sie haben über 40 Tage ihren Mut bewiesen. Nun treten jedoch nur zwei von ihnen als Männer des Glaubens auf, um dem Volk den rechten Weg zu weisen. Den andern ist der Mut entschwunden. Kaleb und Josua stellen sich den zehn andern und der verzweifelten Menge von vielen hunderttausend Menschen entgegen. Sie zeigen dabei kein Verständnis für die Ängste und Sorgen des Volks. Das wird heute anders gemacht. Wir sind es gewohnt, die Dinge aus der Sicht der Menschen zu beurteilen. Doch Josua und Kaleb haben die Ehre Gottes vor Augen und sehen, wie sich das Volk gegen Gott stellt. Denn ich kann mich aus Furcht gegen Gott stellen. Das ist dann der Fall, wenn ich deswegen Angst habe, weil ich den Verheißungen Gottes nicht glaube.

Die beiden nennen das Volk schlicht widerspenstig. In einer Seelsorgeausbildung wären sie wohl durchgefallen. Doch bei Gott werden sie geehrt. Sie sind am Ende die beiden einzigen erwachsenen Männer der ganzen Menge, die das verheißene Land tatsächlich betreten haben. Gott ehrt sie dafür, dass sie Partei für Ihn ergriffen haben und nicht den menschlichen Gedanken gefolgt sind.

Doch in der hitzigen Situation stehen sie erst einmal der ganzen Gemeinde alleine gegenüber und müssen damit rechnen, gesteinigt zu werden. Das schreckt sie jedoch nicht ab. Sie stehen riesigen einer riesigen, tobenden Menge fest gegenüber in ihrem Vertrauen auf Gott und weichen nicht ängstlich zurück. So sehen Männer Gottes aus. Und dann greift auch Gott ein.

Kaleb und Josua als Vorbild

Auch heute braucht es solche Männer, die eine feste Stirn haben und sich darin üben, Gott zu gefallen und nicht die Anerkennung von Menschen zu suchen. Solche, die bereit sind, sich im Zweifelsfall der ganzen Gemeinde entgegen zu stellen, um an Gottes Verheißungen und Seinem Willen festzuhalten. Deren fester Grund im Wort Gottes besteht und die auch bei vielen Anfeindungen die Gewissheit, dem Willen Gottes zu folgen, nicht verlieren. Es ist nämlich naheliegend, unsicher zu werden, wenn viele Menschen gegen einen sind.

Kann es denn sein, dass zwei Männer die einzigen sind, die den Willen Gottes erkannt haben? Ja, es kann sein! Studiere das Wort Gottes. Gründe Dein Leben darauf, indem Du es tust. Dann wirst Du eine Festigkeit erlangen, wie sie ein Paulus hatte.

Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute.

Matthäus 7:24




Fest und treu wie Daniel

Fest und treu wie Daniel

Daniel ist für die heutige Argumentation bezüglich staatlicher Unterordnung eine echte Achillesferse. Dabei lernen schon Kinder in einem Lied, dass sie einmal fest und treu wie Daniel sein sollen. Doch worin bestand diese Treue Daniels? Das möchte ich mit Euch etwas genauer ansehen.

Die großen Momente der Treue

Wie bei jedem Menschen war auch für Daniel die Treue gegenüber Gott ein täglicher Kampf und eine tägliche Übung. In der Bibel werden uns tatsächlich nur bestimmte (große) Momentaufnahmen aus seinem Leben der Treue gezeigt. Doch die haben es bereits in sich.

Daniel gilt im Allgemeinen auch als herausragendes Beispiel für einen Gläubigen, der hohe Posten in einem gottlosen Staatssystem bekleidet hat. Darum ist es besonders interessant anzusehen, wie Daniel sich tatsächlich verhalten hat, wenn es Konflikte zwischen seiner Gottesfurcht und der irdischen Obrigkeit gab.

Daniel kommt nach Babylon

Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der feinen Speise des Königs und mit dem Wein, den er trank, zu verunreinigen; er erbat sich vom obersten Kämmerer, daß er sich nicht verunreinigen müsse. Und Gott gab Daniel Gnade und Barmherzigkeit vor dem obersten Kämmerer.

Und der oberste Kämmerer sprach zu Daniel: Ich fürchte nur meinen Herrn, den König, der euch eure Speise und euer Getränk bestimmt hat. Denn warum sollte er wahrnehmen, daß euer Aussehen weniger gut wäre als das der anderen jungen Männer in eurem Alter? Dann wärt ihr schuld, wenn ich meinen Kopf beim König verwirkte!

Daniel 1:8-10

Daniel macht mit dem obersten Kämmerer einen Deal: Du brichst das Gebot des Königs für mich nur eine Woche und wenn es nicht auffällt, dann brechen wir es weiterhin. Und das machen wir, weil ich das Gebot meines Gottes nicht brechen will.

Was hätte Daniel gemacht, wenn der oberste Kämmerer nicht mitgemacht hätte? Ich vermute stark, dass er sich weiter geweigert hätte zu essen. Das hätte ihn sein Leben kosten können. Und das nur wegen eines Speisegesetzes?

Schon die kleinen Kinder lernen „Fest und treu wie Daniel…„. Doch eigentlich ist es ein Lied für Erwachsene: Wäre ich, wärst Du genauso fest? Wären wir bereit, wegen eines kleinen Gebotes des Herrn Jesus zu sterben oder auch nur ins Gefängnis zu gehen? Wenn der Deal mit dem obersten Kämmerer aufgeflogen wäre, hätte das nach der Aussage des Kämmerers den Tod bedeutet. Daniel kann uns wirklich ein Vorbild für unsere jetzige Zeit sein.

Daniel hätte auch gut moralisch argumentieren können. Er hätte darauf hinweisen können, dass Gott vom Volk durch die Propheten doch die Unterordnung gegenüber Nebukadnezar gefordert hatte. Zudem hätte er argumentieren können, dass es jetzt eine andere Zeit sei und man in einem fremden Land sich eben auch an die Gepflogenheiten des Landes etwas anpassen müsse. Er hätte auch zu bedenken geben können, dass es sich nur um eine begrenzte Zeit handelte und er danach wieder so essen könne, wie er es für richtig hält. Aber Daniel war klüger. Er wusste, dass man Gott nur ganz treu sein kann. Er wusste, dass, wenn er einmal damit anfängt, gegen Gottes Gebot zu handeln, er da nicht mehr heraus kommt. Zudem vertraute er Gott völlig und glaubte, dass Er ihm in dieser scheinbar unmöglichen Situation einen Ausweg geben kann. Und Gott gab den Ausweg!

Daniels Ungehorsam aufgrund von Gewohnheiten?

Darius aber befand es für gut, 120 Satrapen über das Reich zu setzen, die im ganzen Reich [verteilt] sein sollten, und über diese drei Minister, von denen Daniel einer war; diesen sollten jene Satrapen Rechenschaft ablegen, damit der König keinen Schaden erleide. Da sich nun dieser Daniel vor allen Ministern und Satrapen auszeichnete, weil ein so vortrefflicher Geist in ihm war, so nahm sich der König vor, ihn über das ganze Reich zu setzen.

Da suchten die Minister und Satrapen eine Anklage gegen Daniel zu finden im Hinblick auf die Regierungsgeschäfte; aber sie konnten keine Schuld oder irgendetwas Nachteiliges finden, weil er treu war und keine Nachlässigkeit noch irgendein Vergehen bei ihm gefunden werden konnte. Da sprachen jene Männer: Wir werden gegen diesen Daniel keinen Anklagegrund finden, es sei denn im Gesetz seines Gottes!

Darauf bestürmten jene Fürsten und Satrapen den König und sprachen: König Darius, mögest du ewig leben! Sämtliche Minister des Königreichs, die Vorsteher und Satrapen, die Räte und die Statthalter erachten es für ratsam, dass eine königliche Verordnung aufgestellt und ein Verbot erlassen werde, wonach jeder, der innerhalb von 30 Tagen irgendeine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen richtet, außer an dich allein, o König, in die Löwengrube geworfen werden soll. Nun, o König, erlasse das Gebot und unterschreibe das Edikt, das nicht abgeändert werden darf nach dem Gesetz der Meder und Perser, welches unwiderruflich ist! Daraufhin unterschrieb der König das Edikt und Verbot.

Als nun Daniel erfuhr, dass das Edikt unterschrieben war, ging er hinauf in sein Haus, wo er in seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem hin hatte, und er fiel dreimal am Tag auf die Knie nieder und betete und dankte vor seinem Gott, ganz wie er es zuvor immer getan hatte.

Da stürmten jene Männer herein und fanden Daniel bittend und flehend vor seinem Gott. Sogleich erschienen sie vor dem König und brachten das königliche Verbot zur Sprache: Hast du nicht ein Verbot unterschrieben, wonach jeder, der innerhalb von 30 Tagen von irgendeinem Gott oder Menschen etwas erbittet, außer von dir, o König, in die Löwengrube geworfen werden soll? Der König antwortete und sprach: Die Sache steht fest nach dem Gesetz der Meder und Perser, das unwiderruflich ist! Da antworteten sie und sprachen vor dem König: Daniel, einer der Weggeführten von Juda, nimmt keine Rücksicht auf dich, o König, und achtet nicht auf das Verbot, das du unterzeichnet hast, sondern er verrichtet dreimal am Tag sein Gebet!

Daniel 6:2-14, Hervorhebungen durch Christusfolgen

In seiner Jugend war Daniel „extrem“ mit seinen Speisegesetzen und in seinem Alter ist er noch extremer mit seinen Gebeten zu Gott. Es hätte einige Möglichkeiten gegeben, der Gefangennahme und dem Tod aus dem Weg zu gehen:

  1. Nach heutiger Argumentation handelt es sich hier um eine begrenzte Zeit. Im Gegensatz zu den Corona-Maßnahmen sogar um eine „klar abgegrenzte“ Zeit von 30 Tagen. Hätte Daniel nicht um der Unterordnung willen und um andern keinen Anstoß zu geben 30 Tage auf sein Gebet verzichten können?
  2. Warum hat Daniel nicht einfach den Ort seines Gebetes verändert? Er hätte doch statt am offenen Fenster im Obergemach zu beten, einfach in das Untergeschoss gehen können, wo ihn keiner sieht? Das wäre doch ein Gebot der Weisheit gewesen?
  3. Den Zeitpunkt seiner Gebete hätte Daniel ändern können. Wenn er das einfach in die Nacht verlegt hätte, dann müsste man eine Hausdurchsuchung während der Schlafenszeit durchführen, um ihn zu erwischen.
  4. Er hätte es nicht so offensichtlich machen müssen. Wenn er sich einfach auf sein Sofa gesetzt hätte und in dem Moment, wo jemand sich an der Türe zu schaffen macht, sich ein unverfängliches Buch geschnappt hätte, wäre doch nichts passiert, oder?
  5. Auch die (vermutlich) lautstarke Lobpreisung war doch völlig unnötig? Hätte es nicht auch ein leises Dankgebet in aller Stille getan?
  6. Daniel hat absolut nichts geändert an seinen Gebeten gegenüber der Zeit vor dem Verbot. Warum ist er so ein unkluger, radikaler Sturkopf? Muss er unbedingt Anstoß geben?

Es gab kein Gebot dafür

Nach meinem Wissen gab es kein direktes Gebot Gottes, dass ein Israelit dreimal am Tag in Richtung Jersualem zu beten hat. In Salomos Gebet zur Tempeleinweihung legt Salamo zwar indirekt fest, dass die Israeliten in Richtung Tempel beten sollen, aber ansonsten wäre Daniel frei gewesen (2 Chr. 6). Das war Daniels persönliche Gewohnheit. Und um dieser Gewohnheit willen ist der Obrigkeit ungehorsam?

Ob es offenbar war, dass dieses Verbot zu Beten direkt gegen ihn gerichtet war, halte ich für fraglich. Dem König war es jedenfalls nicht bekannt. Und da es sich um eine Verschwörung handelt, war es aller Wahrscheinlichkeit auch Daniel nicht bekannt. Die Verschwörer haben dem König sicherlich allerlei gute Argumente gebracht, warum dieses Gesetz in der jetzigen politischen, gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Lage moralisch geboten ist. Sonst hätte der König dem nicht so einfach zugestimmt, da er Daniel danach ja versucht zu retten. Einmal davon abgesehen, dass jeder Mensch es gerne hat, wenn sich der eigene Einfluss und die eigene Wichtigkeit erhöht. Das ist bei unseren Politikern nicht anders.

Es wird heute immer argumentiert, dass es keine direkten Gebote Gottes gibt, die in Konflikt mit den Hygiene-Maßnahmen stehen würden. Ich zeige in der Broschüre „Wir trauern um die christliche Gemeinschaft“ einige Gebote, die sehr wohl direkt betroffen sind. Doch selbst wenn es keine direkten Gebote gibt, stellt Daniel die sich auf Römer 13 berufenden Brüder vor ein Problem. Er war ungehorsam aufgrund seiner Gewohnheit und nicht aufgrund eines direkten Gebotes Gottes.

Darf ein Christ aufgrund von Gewohnheit dem Staat ungehorsam sein?

Die direkte Antwort ist: Nein, ein Christ darf sich nicht aufgrund seiner Gewohnheit gegen den Staat auflehnen. Römer 13 ist hier absolut klar:

Wer sich also gegen die Obrigkeit auflehnt, der widersetzt sich der Ordnung Gottes; die sich aber widersetzen, ziehen sich selbst die Verurteilung zu.

Römer 13:2

Wie konnte Daniel aufgrund seiner Gewohnheit ungehorsam sein? War es, weil er kein Christ sondern Israelit war? Nein, keinesfalls, denn Daniel war sein ganzes Leben ein absolut treuer Beamter. Und zwar zuerst unter den Babyloniern und dann auch unter den Persern. Daniel war seinem Dienstherrn immer loyal. Er hat sich nie gegen ihn aufgelehnt und sich irgendetwas zuschulden kommen lassen. Seine Gegner finden nichts!

Handelte Daniel so, um nicht Menschen zu fürchten?

Doch genauso loyal wie Daniel gegenüber dem König ist, verhält sich Daniel auch gegenüber Gott. Letztlich ist er auch nicht dem König um des Königs willen loyal, sondern um Gottes willen. Wenn Daniel aufgrund von Furcht vor dem staatlichen Gebetsverbot sein Gebet zu Gott eingeschränkt hätte, dann wäre dadurch offenbar geworden, wen er wirklich fürchtet und wem er loyaler ist. Er hätte Gott verunehrt und den Staat geehrt. in dieser Gefahr stand Daniel am Ende seines Lebens wohl nicht. Er hatte bereits vielfach bewiesen, dass Er Gott fürchtet und nicht Menschen. Warum betet er dann genau wie bisher weiter und ergreift nicht einmal Sicherheitsmaßnahmen? Das deutet auch darauf hin, dass er arglos war und nicht mit einer Verschwörung rechnete. Aber es zeigt auch, dass Daniel auf jeden Fall nicht den König und die Strafe, sondern Gott gefürchtet hat.

Darum schreiben Paulus und Petrus auch folgendes:

So gebt nun jedermann, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer, Zoll, dem der Zoll, Furcht, dem die Furcht, Ehre, dem die Ehre gebührt.

Römer 13:7

Erweist jedermann Achtung, liebt die Bruderschaft, fürchtet Gott, ehrt den König!

1 Petrus 2:17

Wen sollen wir Christen also fürchten? Gott und zwar Ihn alleine. Die Obrigkeit bekommt Ehre, aber fürchten sollen wir sie nicht. Außer natürlich wir haben zurecht ein schlechtes Gewissen. Aber wenn wir um Gottes willen Bußgelder riskieren, dann können wir das mit erhobenem Haupt tun. Wenn wir aber mit Auflehnung im Herzen dasselbe machen, dann sollten wir uns fürchten. Denn Auflehnung ist niemals Gott wohlgefällig.

Menschenfurcht ist ein Fallstrick; wer aber auf den HERRN vertraut, der ist geborgen.

Sprüche 29:25

Wenn wir also ohne Menschenfurcht und in der Furcht Gottes wandeln, dann können wir fest und treu wie Daniel sein. Dann wird Gott uns auch Raum geben, Ihm treu zu sein und Ihn vor den Menschen zu bezeugen. Aber wenn wir uns der Moral einer gottlosen Gesellschaft unterwerfen und meinen damit ein gutes Zeugnis zu sein, dann wird uns das zum Fallstrick werden. Zum Thema Gottesfurcht gibt es einen wertvollen Videokurs: https://www.crosspaint.tv/hallo-furcht/

Daniel zögert keinen Moment

Daniel erfährt von de neuen Gesetz und geht direkt hinauf, um zu Beten. Er zögert keinen Moment. Das ist ein weiterer Hinweis darauf, dass er nicht mit Menschenfurcht kämpfte. Es zeigt uns Daniel, wie er sofort entscheidet und erkennt, dass er dieses Gesetz nicht einhalten kann, wenn er überleben will. Denn einem Geschöpf 30 Tage zu verbieten zu seinem Schöpfer zu beten, gleicht einem Todesstoß. So wie es einem Todesstoß gleicht, Gemeinden auch nur für eine begrenzte Zeit zu schließen.

So wie das Gebet zu seinem Gott für Daniel zum Überleben notwendig war, so ist für die Gemeinde der gemeinschaftliche Lobpreis und die gemeinsame Anbetung, sowie die gegenseitige Auferbauung lebensnotwendig. Keiner würde von mir verlangen, ich solle für unbestimmte Zeit auf das Atmen verzichten, weil die Gefahr einer Vergiftung besteht. Entweder es gibt eine andere Lösung oder ich sterbe an der Vergiftung. Aber die Atmung auch nur 60 Minuten zu unterbrechen, ist selbst bei echter Lebensgefahr unmöglich.

Wenn sie gegen dich sündigen – denn es gibt keinen Menschen, der nicht sündigt – und du über sie zornig bist und sie vor dem Feind dahingibst, so daß ihre Bezwinger sie gefangen wegführen in ein fernes oder nahes Land, und sie nehmen es sich zu Herzen in dem Land, in das sie gefangen weggeführt wurden, und sie kehren um und flehen zu dir in dem Land ihrer Gefangenschaft und sprechen: Wir haben gesündigt und Unrecht getan und sind gottlos gewesen!

– wenn sie so zu dir umkehren mit ihrem ganzen Herzen und mit ihrer ganzen Seele im Land ihrer Gefangenschaft, wohin man sie weggeführt hat, und sie beten, zu ihrem Land hin gewandt, das du ihren Vätern gegeben hast, und zu der Stadt hin, die du erwählt hast, und zu dem Haus hin, das ich deinem Namen gebaut habe, so höre du vom Himmel her, deiner Wohnstätte, ihr Gebet und ihr Flehen, und verschaffe ihnen Recht, und vergib deinem Volk, was sie gegen dich gesündigt haben!

2 Chronik 6:36-39

Aus dieser Passage in Salomos Gebet nimmt Daniel seine Überzeugung so zu beten, wie er es tut. Doch das alles erklärt noch nicht, warum er nichts ändert und jede Klugheit vermissen lässt. Die eine mögliche Erklärung ist die oben erwähnte Arglosigkeit. Da er nichts von der Verschwörung wusste und gerade erst überhaupt von dem Gesetz erfahren hatte, dachte er nicht daran, dass er von seinen Feinden überwacht wird. Jedoch war Daniel ein erfahrener und schon alter Mann. Er kannte das politische Intrigenspiel und er hat sofort wahrgenommen, dass dieses Gesetz zumindest indirekt die Beziehung zu Gott zerstören will.

Die wahre Klugheit

Und hier komen wir zur anderen Möglichkeit, warum Daniel nichts an seinem Verhalten ändert: Seine Feinde hatten sich diesen Plan gut überlegt. Sie kannten Daniel und waren sich sicher, dass er nicht einmal für 30 Tage nachgeben würde. Und falls er doch nachgeben sollte, dann würde er dadurch kraftlos werden. Soweit haben diese hohen Beamten mit Sicherheit gedacht. Sie meinten ihn auf jeden Fall gefangen zu haben. Denn auch ihre Zeit war knapp, da sie handeln mussten bevor Daniel erster Beamter im Staat war.

Daniel war aber mit außerordentlicher Weisheit gesegnet und hat daher sofort erfasst, was auf dem Spiel steht. Er hatte seine festen Gebetszeiten und wusste, dass seine Mitmenschen diese kannten. Wenn er das nun geändert hätte, dann wäre das ein schlechtes Zeugnis (!) nach außen gewesen. Selbst wenn er in seinem Herzen es nicht aus Menschenfurcht, sondern aus Klugheit getan hätte, so würden die Menschen in seiner Umgebung und vor allem auch seine Feinde es als Furcht aufgefasst haben.

Es wird viel darüber gepredigt, dass die Menschen uns Christen beobachten und wir deshalb ein gutes Zeugnis haben sollen. Doch machen sich die Prediger auch Gedanken darüber, was es für ein Zeugnis ist, wenn die Christen plötzlich auf die Anbetung ihres Gottes verzichten, obwohl keine unmittelbare Gefahr besteht? Und selbst wenn eine unmittelbare Gefahr bestehen würde, so könnte man sich die Pest-Gottesdienste Luthers oder eben den treuen Daniel zum Beispiel nehmen.

Ist uns klar, dass im Neuen Bund der Leib Christi keine Option, sondern der Lebensodem von uns Christen ist? Wenn dieser Leib aber am Atmen, am Bewegen, am Wachsen und vielem mehr gehindert wird, können wir uns da beugen? In Verfolgungszeiten haben über die ganzen Jahrhunderte die Gläubigen Lebensgefahr auf sich genommen, um sich dennoch zu versammeln, und wir meinen virtuelle Treffen reichen aus?

Und nachdem die anfängliche „kurze Zeit“ wieder und wieder verlängert wird, wachen wir immer noch nicht auf? Was ist los mit uns? Daniel wusste es eben besser: „Gebe ich einen Moment nach, dann komme ich da nicht mehr raus!“ Es ist an der Zeit Buße zu tun.




Freude im Herzen

Freut euch allezeit!

Zum Thema Freude hatte ich vor ein paar Monaten eine unschön verlaufene Diskussion. Es stand folgende Frage im Raum:

Will Gott, dass wir Menschen uns an den vielen schönen Dingen auf dieser Erde freuen?

Nun ist das im ersten Moment eine absurde Frage, denn natürlich will Gott unsere Freude. ER gibt uns ja auch darum so viel Gutes, wie zum Beispiel leckeres Essen, einen schönen Sonnentag und Zeit mit unseren Lieben.

Und doch gab es von meiner Seite dazu tiefergehende Fragen:

Sollen wir nach dieser irdischen Freude suchen?

Sollen wir unsere Zeit und Kraft dafür aufwenden noch mehr oder möglichst viel von dieser irdischen Freude zu haben?

Worin besteht die Freude eines Jüngers Jesu?

Über diese Fragen und verschiedene Zitate aus dem Wort Gottes glitt die besagte Diskussion dann leider ins Unkonstruktive ab. Doch haben mich diese Fragen nicht mehr los gelassen. Ich möchte genau wissen, worüber es gut ist, sich zu freuen. Und so habe ich in Gottes Wort nachgeforscht, wie das mit der Freude ist.

Freude als Gebot: „Freut euch!“

Im übrigen, ihr Brüder, freut euch, laßt euch zurechtbringen, laßt euch ermahnen, seid eines Sinnes, haltet Frieden; so wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein!

Die Bibel: 2 Korinther 13:11

Da fordert Paulus die Christen in Korinth tatsächlich dazu auf, sich zu freuen. Kann man denn jemanden zur Freude auffordern? Ist Freude nicht etwas Spontanes? Für Gott offensichtlich nicht. Es geht sogar noch heftiger.

Freut euch alle Zeit! Betet ohne Unterlass. Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.

Die Bibel: 1 Thessalonicher 5:16-18

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ein älterer Mann, der auch in verschiedenen Gemeinden predigte und langjähriger Christ ist, zu mir sagte:

„Das kann nicht so gemeint sein, denn ich kann mich nicht über alles freuen oder für alles dankbar sein.“

Ich habe immer wieder über diese Aussage nachgedacht. Damals war ich noch ein junger Erwachsener. Ich dachte, dass er doch nicht einfach dem Wort Gottes widersprechen und diese klaren Aufforderungen verleugnen kann. Inzwischen habe ich etwas über den Konflikt gelernt, in dem er sich befand. Ich habe es selbst erlebt und sehe es bei vielen andern, wie Freude im Leben fehlt. Man versucht diesen Mangel durch Urlaub, schöne Gelegenheiten, viel Arbeit oder viel Aktion und allerlei andere Dinge zu füllen. Doch das funktioniert nicht dauerhaft. Am nächsten Montagmorgen ist beim Anblick des mürrischen Chefs einfach alle Freude wieder dahin.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass die Schlussfolgerung dieses Mannes falsch ist. Aber er war in diesem Punkt ehrlich zu sich selbst. Er hat gemerkt, dass sein eigenes Leben nicht so freudvoll ist. Er hat sich eingestanden, dass er sich nicht allezeit freut. Damit ist er weiter als viele andere Menschen. Doch anstatt dass er seinen Glauben und sein Leben hinterfragt, verändert er Gottes Wort und versucht, es anders auszulegen. So kommt man nicht zum Ziel.

Wenn ich mich nicht allezeit freuen kann, obwohl Gott das von mir will, dann will ich mich hinterfragen. Denn wenn Gott etwas von mir will und Er mein Vater ist, dann kann ich es auch tun. Mein guter Vater fordert nichts von mir, was nicht auch in meinem Leben Wirklichkeit werden kann.

In meinem Leben wirkt sich das so aus, dass in mir ein Warnsystem integriert wird. Merke ich, dass mir Freude fehlt, so kümmere ich mich darum. Und dieses Warnsystem wird Stück für Stück sensibler. Das ist wie die Motorwarnleuchte im Auto. Man fährt dann nicht einfach noch 100km weiter. So ist es auch, wenn die Freude fehlt. Ich muss sofort stoppen und der Sache auf den Grund gehen.

Hast Du Dich schon einmal gefragt, wo es eine Freude gibt, die nicht aufhört, wenn die Party vorbei oder das Essen aufgegessen ist und wie diese aussieht? Dann folge dieser Artikelserie und trage Dich im E-Mail-Verteiler ein, um über neue Artikel benachrichtigt zu werden.


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