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Wenn Gehorsam in die Irre führt

Herr über den Sabbat

Gehorsam gegenüber dem Gebot über den Sabbat war den Juden zur Zeit des Herrn Jesus sehr wichtig. Mehrfach gibt es Auseinandersetzungen über dieses Thema. Dabei hat der Herr sich an dieses Gebot gehalten, wie Er auch alle anderen gehalten hat. Wieso gab es dann einen Konflikt zwischen Ihm und den Pharisäern? Und warum gibt es heute Konflikte zwischen Christen um die Unterordnung unter den Staat?

Der Konflikt über das Gebot und den Gehorsam

Es geschah aber, daß er am zweiten Sabbat nach dem ersten durch die Kornfelder ging; und seine Jünger streiften Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen sie. Da sagten etliche von den Pharisäern zu ihnen: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht zu tun erlaubt ist? Und Jesus antwortete ihnen und sprach: Habt ihr nicht einmal gelesen, was David tat, als er und seine Gefährten hungrig waren? Wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote nahm und aß und auch seinen Gefährten davon gab, welche doch niemand essen darf als nur die Priester? Und er sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen ist Herr auch über den Sabbat.

Lukas 6:1-5

Es ist Sabbat und der Herr geht durch die Kornfelder. Mit dabei sind Seine Jünger und auch ein paar Pharisäer. Nun machen die Jünger etwas, was vom Gesetz Moses grundsätzlich erlaubt war. Nach deutschem Recht ist es nicht erlaubt, im Vorbeigehen etwas zum direkten Verzehr zu ernten. Aber Gott hat für Israel Folgendes erlaubt:

Wenn du in den Weinberg deines Nächsten gehst, so darfst du Trauben essen, so viel du willst, bis du satt bist; aber du sollst nichts in dein Gefäß tun.

Wenn du durch das Getreidefeld deines Nächsten gehst, so darfst du mit der Hand Ähren abstreifen; aber die Sichel sollst du nicht über das Getreidefeld deines Nächsten schwingen!

5 Mose 23:25-26

Die Jünger taten also etwas, das von Gott ausdrücklich erlaubt war. Die Kritik der Pharisäer bezieht sich daher nur darauf, dass sie es am Sabbat taten. Aber warum meinen die Pharisäer, dass es falsch ist, am Sabbat Ähren abzustreifen?

Sechs Tage soll man arbeiten; aber am siebten Tag ist der Sabbat völliger Ruhe, heilig dem HERRN. Jeder, der am Sabbattag eine Arbeit verrichtet, der soll unbedingt sterben!

2 Mose 31:15

Das grundsätzliche Gebot Gottes zum Sabbat lautete, dass an diesem Tag keine Arbeit verrichtet werden darf. Wer das tut, sollte unbedingt sterben. Das bedeutet: Wenn die Pharisäer meinten, dass die Jünger durch das Abstreifen der Ähren Arbeit verrichten, müssten sie auf die Todesstrafe beharren.

Die Todesstrafe war jedoch nicht möglich, weil die Römer die Vollmacht, Gericht zu üben, den Juden weitgehend entzogen hatten. Todesstrafe durften sie daher nicht mehr ausüben, ohne selbst unter die Strafe der Römer zu kommen. Eine interessante Frage ist, warum sie in dieser Sache die Oberherrschaft der Römer einfach anerkannt haben. Glaubten sie, dass das von Gott war? Oder waren sie insgeheim froh, dass sie eine Entschuldigung hatten, Gottes Gebote nicht so konsequent durchsetzen zu müssen?

Dass sie später dagegen den Herrn Jesus unter anderem wegen der Sabbatfrage beschließen zu töten, zeigt, dass der Todesbeschluss aus ihrem Hass auf den Herrn entsprang und nicht aus ihrem Gehorsam gegenüber dem Gebot.

Da sprach Mose: Eßt das heute! Denn heute ist der Sabbat des HERRN; ihr werdet es heute nicht auf dem Feld finden. Sechs Tage sollt ihr es sammeln, aber am siebten Tag ist der Sabbat, da wird keines zu finden sein. Es geschah aber am siebten Tag, daß etliche vom Volk hinausgingen, um zu sammeln; und sie fanden nichts. Da sprach der HERR zu Mose: Wie lange weigert ihr euch, meine Gebote und meine Anweisungen zu halten? Seht, der HERR hat euch den Sabbat gegeben; darum gibt er euch am sechsten Tag für zwei Tage Brot; so soll nun jeder an seiner Stelle bleiben, und niemand soll am siebten Tag seinen Platz verlassen! So ruhte das Volk am siebten Tag.

2 Mose 16:25-30

Auch beim Manna hatte Gott an den Sabbat gedacht. Das Brot des Himmels fiel nur an sechs Tagen herab. Am Sabbat lag nichts auf dem Boden. Das erforderte Vertrauen, denn an fünf Tagen in der Woche verschimmelte das Manna, wenn es bis zum nächsten Tag aufgehoben wurde. Aber am sechsten lag genug für zwei Tage da und es verschimmelte nicht, sondern reichte auch für den Sabbattag aus. Dadurch trainierte Gott das ganze Volk, den Sabbat zu halten und auch darauf zu vertrauen, dass Gott sie versorgen würde, wenn sie sich an das Sabbatgebot halten würden. Glaubst auch Du, dass Gott Dich versorgt, wenn Du Seine Gebote hältst und dadurch vielleicht Deine Arbeit oder sonst etwas verlierst?

Die Menschen, die am ersten Sabbat mit Manna dennoch hinausgingen, um zu sammeln, mussten jedoch nicht sterben. Als zu einem andern Zeitpunkt jemand am Sabbat Brennholz sammelt, muss er getötet werden. Warum müssen nun diese nicht sterben? Ganz einfach: Durch Gottes Güte konnten sie nichts finden und hatten daher auch nicht gearbeitet. Gott hatte sie vor dem Tod bewahrt und gleichzeitig durch diesen Test eine ernste Warnung ausgesprochen.

Warum dürfen die Jünger sammeln?

Der Herr Jesus hat jedes Gebot des Gesetzes gehalten. Er hat das Gesetz erfüllt. Wenn Er ein einziges Gesetz übertreten oder andere darin unterstützt hätte, dann gäbe es keine Hoffnung für uns. Denn der Herr musste das Gesetz erfüllen. Das bedeutet also, dass die Pharisäer sich geirrt haben und die Jünger das Sabbatgebot nicht übertreten haben. Wie passt das nun damit zusammen, dass sie am Sabbat die Ähren gesammelt haben?

Wir haben hier zwei Anordnungen des Gesetztes Mose, die sich scheinbar beißen. Doch dem ist nicht so. Es ist verboten, am Sabbat Manna zu sammeln oder irgendeine Arbeit zu verrichten. Doch gleichzeitig ist es erlaubt, sich einen Snack zu sammeln, wenn man auf dem Weg ist. Es ist nicht erlaubt, Essen zu sammeln, um es mit nach Hause zu nehmen und dort zu kochen. Es ist aber erlaubt, von den Früchten des Feldes zu sammeln, um seinen Hunger auf dem Weg zu stillen.

Weil die Jünger nur im vorbeigehen etwas gesammelt und verzehrt haben, war es erlaubt, was sie taten. Hätten sie die Ähren mit nach Hause genommen, dann hätten sie gegen das Gesetz verstoßen. Die Pharisäer haben das Sabbatgebot weit über das andere Gebot gestellt und nicht genügend bedacht, dass beide Gebote vom selben Gott stammen und beide zu beachten sind. Wenn Gott etwas erlaubt, verbietet Er es nicht mit einem anderen Gebot.

Warum kann der Gehorsam in die Irre führen?

Die Pharisäer wollten dem Sabbatgebot vorrangig gehorsam sein und sind dabei in die Irre gegangen. Ihr Irrweg ging sogar so weit, dass sie Heilungen am Sabbat als Sünde achteten. Und schließlich wollten sie den Herrn deswegen sogar töten. Die Antwort des Herrn in diesem Abschnitt zeigt uns, wie es passieren kann, dass „Gehorsam“ uns in die Irre führt und uns sogar zu Verfolgern des Herrn machen kann.

Und er sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen ist Herr auch über den Sabbat.

Lukas 6:5

Das ist der Schlüsselvers, um uns vor der Gefahr des falschen Gehorsams zu bewahren. Die Pharisäer haben das Sabbatgebot sehr geachtet, aber sie haben nicht Den geachtet, Der das Sabbatgebot gegeben hat. Wenn sie Gott geachtet hätten, dann hätten sie das Sabbatgebot geachtet und genauso die Erlaubnis, auf dem Weg Ähren abstreifen und essen zu dürfen.

Wenn wir also ein Gebot achten, ohne Den zu achten, Der es gegeben hat, dann gehen wir in die Irre.

Wie Römer 13 und die Unterordnung in die Irre führen

Wie die Pharisäer scheinbar das Sabbatgebot geachtet haben, aber nicht den Herrn Jesus, so achten heute viele Christen scheinbar das Gebot der Unterordnung unter die Obrigkeit, aber den Herrn Jesus nicht. Denn wenn diese Christen den Herrn Jesus achten würden, dann würden sie alle Seine Gebote lieben, und danach jagen, sie einzuhalten. Stattdessen aber werden viele Gebote des Herrn auf dem Altar der Unterordnung unter den Staat geopfert und der Herr dadurch missachtet.

Dabei ist auch das Argument hinfällig, es würde sich um eine besondere Zeit handeln und daher müsste jetzt besonders die Unterordnung unter die Obrigkeit beachtet werden. Die Pharisäer meinten ebenfalls am Sabbat wäre das Sabbatgebot über der Erlaubnis Ähren auf dem Weg zu verzehren. Aber sie irrten sich gewaltig. Genauso irren auch diejenigen, die Gebote des Herrn gering achten, weil wir eine Pandemie (ohne mehr Tode und mit weniger Krankenhausauslastung) haben.




Wenn der Gottesdienst Eigenliebe ist

Habt ihr für mich gefastet?

Wenn wir Christen sonntags zusammenkommen, um Gottesdienst zu feiern, dann machen wir das in der Gewissheit, das dies Gottes Willen entspricht und wir Ihm damit dienen. Doch beim Lesen von Sacharja bin ich darauf gestoßen, dass das nicht automatisch so ist. Gott offenbart uns hier eine dunkle Seite in unserem Herzen, die wir nicht gerne sehen wollen.

Unsere menschliche Frage zum Gottesdienst

Damals sandte Bethel den Sarezer und Regem-Melech samt seinen Leuten, um das Angesicht des HERRN zu besänftigen, indem sie die Priester am Haus des HERRN der Heerscharen und die Propheten fragten: Soll ich auch fernerhin im fünften Monat weinen und mich enthalten, wie ich es nun so viele Jahre getan habe?

Sacharja 7:2-3 – Hervorhebungen von christusfolgen

Der Ort Bethel

Bethel ist ein Ort mit großer Geschichte. Der Name bedeutet „Haus Gottes“. Dort ist Gott dem Jakob erschienen und dort hat Jakob gewonnen und Gott gefunden und Gott hat dort zu Jakob geredet (Hos 12:5). Auch Abraham hatte Gott dort schon einen Altar gebaut.

Gleichzeitig aber ist Bethel auch der Ort des größten Götzendienstes, den Israel gesehen hat. Dort baute Jerobeam seinen Altar und machte das goldene Kalb als Konkurrenz zum Tempel in Jerusalem, dort haben die Israeliten über Jahrhunderte Götzendienst betrieben im Namen des Herrn JHWHs (1 Könige 12:28). Erst einer der letzten Könige Judas, nämlich Josia, zerstörte dann diesen Altar und verunreinigte die Kultstätte mit verbrannten Leichenteilen, so dass dieser Götzendienst ein endgültiges Ende hatte (2 Könige 23:15-16).

Das ist ein sehr gutes Bild auf unseren christlichen Gottesdienst. Einerseits ist er ein Ort, an dem Gott zu Menschen redet und Menschen IHN erkennen und finden. Auf der anderen Seite ist er aber auch der Ort, an dem der größte christliche Götzendienst betrieben wird, weil Gottesdienst nach selbstgemachten und eigenwilligen Regeln gefeiert wird, die Gott nie geboten hatte. Genau so, wie Gott nie geboten hatte, in Bethel einen Altar zu bauen und Feste für JHWH zu feiern, sondern alleine in Jerusalem.

Und ihr sollt fröhlich sein vor dem HERRN, eurem Gott, ihr und eure Söhne und eure Töchter, eure Knechte und Mägde, auch der Levit, der in euren Toren ist; denn er hat keinen Teil noch Erbe mit euch. 13 Hüte dich, dass du deine Brandopfer nicht an irgendeinem Ort opferst, den du dir ersiehst; 14 sondern an dem Ort, den der HERR in einem deiner Stämme erwählt, da sollst du deine Brandopfer opfern, und dort sollst du alles tun, was ich dir gebiete.

5.Mose 12,11-14 – Hervorhebungen durch Christusfolgen

Die Abgesandten aus Bethel

Aus diesem geschichtsträchtigen Ort reist nun eine Gesandtschaft nach Jerusalem, um Gott durch die Priester im Tempel eine Frage zu stellen. Und zwar heißt es ausdrücklich, dass sie damit das Angesicht JHWHs besänftigen wollten. Sie hatten also irgendwie gemerkt, dass etwas in ihrer Beziehung zu Gott nicht stimmte. Sie hatten erkannt, dass Gott ihnen nicht so wohlgesonnen war, wie sie es gerne hätten. Das ist schon einmal eine gute Sache. Ich wünschte, dass wir Christen heute erkennen würden, dass unsere Beziehung zu Gott nicht so glücklich ist, wie wir es darstellen.

Die Abgesandten aus Bethel hatte jedoch noch eine konkrete Frage mit nach Jerusalem gebracht. Und zwar hatte das Volk über 70 Jahre im fünften und im siebten Monat gefastet. Sie hatten das in Hinblick auf die Verheißung des Propheten Jeremia getan, der geweissagt hatte, dass Israel nach 70 Jahren wieder in sein Land zurückkehren könne.

Die konkrete Frage

Wir finden dieses Verhalten auch bei Daniel, der es ähnlich wie die Männer von Bethel gehalten hatte:

Im ersten Jahr des Darius, des Sohnes Ahasveros‘, von medischer Abstammung, der zum König über das Reich der Chaldäer gemacht worden war, im ersten Jahr seiner Regierung achtete ich, Daniel, in den Schriften auf die Zahl der Jahre, von der das Wort des HERRN an den Propheten Jeremia ergangen war, daß die Verwüstung Jerusalems in 70 Jahren vollendet sein sollte. Und ich wandte mein Angesicht zu Gott, dem Herrn, um ihn zu suchen mit Gebet und Flehen, mit Fasten im Sacktuch und in der Asche.

Daniel 9:1-3

Wie schön wäre es, wenn wir Christen in der selben Weise zu Gott flehen würden, dass wir uns wieder gemäß Seinem Wort treffen dürfen und nicht gegen staatliche Verordnungen dabei verstoßen. Das geht aber natürlich nur, wenn wir uns trotzdem treffen!

Nachdem nun das Volk ins gelobte Land zurückkehren konnte, stellt sich natürlich die Frage, ob sie die Tradition des Fastens fortführen sollen oder damit aufhören können. Und diese Frage stellen die von Bethel nun den Priestern und Propheten in Jerusalem.

Gottes Sicht auf deinen Gottesdienst

Rede zu dem ganzen Volk des Landes und zu den Priestern und sprich: Wenn ihr jeweils im fünften und siebten Monat gefastet und geklagt habt, und zwar schon diese 70 Jahre – habt ihr denn da für mich gefastet? Und wenn ihr eßt und wenn ihr trinkt, eßt und trinkt ihr dann nicht für euch?

Sacharja 7,5-6

Für wen feierst du Gottesdienst? Seltsame Frage? Natürlich für Gott? So dachten die von Bethel sicherlich auch. Natürlich hatten sie für Gott gefastet. Immerhin ist Fasten kein Spaß. Da bekommt man richtig Hunger und wird körperlich geschwächt. Das macht man doch nicht einfach so, oder?

Gott vergleicht das Fasten von damals mit dem Essen und Trinken. Beim Essen und Trinken sage ich Gott dank. Ich hoffe das tust Du auch (Apg. 27:35). Ich soll Gott damit auch ehren (1 Korinther 10:31).

Dennoch ist das Essen und das Trinken eine Sache, die ich für mich tue, weil ich Hunger und Durst habe und weil es mir gut schmeckt. Es ist aber keine Sache, die ich explizit für Gott mache.

Aber warum vergleicht Gott nun das Fasten der Israeliten mit dem Essen und Trinken? Beim Fasten über ich doch Verzicht, um speziell Gott zu suchen und mich vor Ihm zu demütigen. Ist das auch etwas für mich?

Die Israeliten hatten nach Gottes Urteil für sich gefastet und geklagt – und nicht für Gott. Aber wie kommt Gott zu Seinem gerechten Urteil?

Sind nicht dies die Worte, welche der Herr durch die früheren Propheten verkündigen ließ, als Jerusalem noch bewohnt war und Frieden hatte samt den umliegenden Städten, und als auch der Negev und die Schephela noch bewohnt waren?

Und das Wort des Herrn erging an Sacharja folgendermaßen: So spricht der Herr der Heerscharen: Übt getreulich Recht, und jeder erweise seinem Bruder Gnade und Erbarmen; bedrückt nicht die Witwen und Waisen, auch nicht den Fremdling und den Armen, und keiner sinne Böses in seinem Herzen gegen seinen Bruder! Aber damals weigerten sie sich, darauf zu achten, und sie waren halsstarrig und verstopften ihre Ohren, um nicht zu hören. Und sie machten ihre Herzen [so hart] wie Diamant und wollten das Gesetz nicht hören, noch die Worte, die der Herr der Heerscharen durch seinen Geist, durch die früheren Propheten gesandt hatte. Daher kam ein großes Zorngericht von seiten des Herrn der Heerscharen [über sie].

Sacharja 7,7-12

Gott gibt einen Rückblick auf die Ausgangssituation vor der Wegführung von Juda nach Babylon. Die Väter hatten nicht auf die Stimme Gottes gehört. Sie hatten ihr Herz hart gemacht gegen Gott. Auf die früheren Propheten hatten sie nicht gehört. Das war allgemein bekannt. Deswegen hatte sich die neue Generation auch vor Gott gedemütigt und deswegen hatten sie doch schließlich auch gefastet und getrauert. Waren sie also nicht besser als ihre Väter? Was will Gott von ihnen?

Gottes Wille für deinen Gottesdienst

Das ist es aber, was ihr tun sollt: Redet die Wahrheit, jeder mit seinem Nächsten, übt treulich Recht und fällt einen Rechtsspruch des Friedens in euren Toren; und keiner sinne Böses in seinem Herzen gegen seinen Bruder; liebt auch nicht falschen Eid! Denn dies alles hasse ich, spricht der Herr.

Sacharja 8,16-17

Das Fasten ist nur dann von Nutzen, wenn es damit verbunden ist, Gottes Gebote zu halten. Die Väter hatten Gottes Gebote nicht gehalten – und wie steht es nun um die neue Generation, die von Gott zurückgeführt worden waren? Hält sie die Gebote Gottes? Sacharja ermahnt diese Generation im Namen Gottes, Gottes Gebote zu halten. Dafür sollen sie Eifer haben und nicht für ein Fasten, welches Gott nicht geboten hatte.

Ein solches Fasten kann Gott durchaus wohlgefällig sein, wie wir bei Daniel sehen. Aber der erste Eifer muss darauf gerichtet sein, die Gebote Gottes zu achten und Ihn dadurch zu ehren.

Wenn du das nächste Mal in den Gottesdienst gehst, warum tust du das? Welches Urteil wird Gott darüber fällen? Hast du Eifer für Gottes Gebote, dann ist das ein guter Gottesdienst. Gehst du jedoch zum Gottesdienst, achtest aber die „kleinen“ Gebote Gottes gering und rümpfst vielleicht sogar die Nase über diejenigen, die auf „unwichtige“ Gebote achten, dann hat er keinen Wert. Gott interessiert sich nicht für deinen Gottesdienst. Er möchte dein Leben!

Wie haben sich die Menschen bei Sacharja entschieden?

Hat nun diese neue Generation, die den Grundstein des zweiten Tempels legte, Gottes Gebote in dieser Weise geachtet? Leider nur zum Teil. Irgendwann war Sacharja ihnen so unangenehm, dass sie ihn zwischen dem neuen Altar und dem Heiligtum getötet haben. Leider hat auch diese neue Generation Gottes Gebote nicht so geachtet und geliebt, wie Er es will. Deswegen waren sie irgendwann über den Dienst Sacharjas so erbost, dass sie ihn töten mussten.

Darum hat auch die Weisheit Gottes gesprochen: Ich will Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden etliche von ihnen töten und verfolgen, damit von diesem Geschlecht das Blut aller Propheten gefordert werde, das seit Grundlegung der Welt vergossen worden ist, vom Blut Abels an bis zum Blut des Zacharias (griech. Form von Sacharja), der zwischen dem Altar und dem Tempel umkam. Ja, ich sage euch, es wird gefordert werden von diesem Geschlecht!

Lukas 11:49-51

Wie steht es um dich? Denkst du auch, dass du einem Propheten Gottes nie etwas getan hättest, aber hast gleichzeitig keinen besonderen Eifer für die Gebote Gottes? Hast du schon einmal jemanden verachtet oder gar angegriffen, dem ein Gebot Gottes kostbar war, dass dir unwichtig ist? Dann tu Buße und kehre um, bevor du dich schuldig machst, am Blut eines Propheten.




Sind die Corona-Maßnahmen von Gott?

Die Corona-Maßnahmen stehen in Konflikt mit Gottes Geboten bezüglich der Gemeinschaft unter Christen. Nachlesen kann man das in der Broschüre „Trauer um die christliche Gemeinschaft“. Nun ist es leicht bei aller Diskussion um den Umgang mit den Corona-Maßnahmen eine wichtige Frage zu vergessen: Was hat der Herr Jesus uns Christen zu sagen? Oder trifft es uns nicht, dass vor einem Jahr fast weltweit in allen christlichen Gemeinden das Licht ausgemacht wurde? Zuletzt bin ich an einer Rede des Propheten Jesaja vorbeigekommen und war selbst betroffen, was Gott uns Christen eigentlich sagt.

Wenn man den falschen Feind bekämpft – Jesaja 22

Die Last über das Tal der Offenbarung: Was ist denn mit dir, daß alle deine Leute auf die Dächer steigen, du vom Getümmel erfüllte, lärmende Stadt, du jauchzende Stadt? Deine Erschlagenen sind weder vom Schwert durchbohrt, noch im Kampf gefallen! Alle deine Anführer sind miteinander geflohen, wurden gefesselt, ohne einen Bogenschuß abzugeben; dein ganzes Aufgebot ist miteinander in Gefangenschaft geraten; schon von ferne sind sie geflohen!

Jesaja 22:1-3

Wir befinden uns in der Zeit des Königs Hiskia. Das kann durch die in Vers 15 erwähnten Männer Sebna und Eljakim festgelegt werden. Und zwar handelt es sich um die Periode, in der die Assyrer mit ihrem Heer alle festen Städte in Juda eingenommen hatten und nur Jerusalem noch übrig geblieben war. Daher spricht Gott davon, dass die Anführer geflohen und ohne einen Bogenschuss gefangen genommen worden waren. Der Widerstand gegen die Feinde war außerhalb Jerusalems wohl erschreckend gering. Es ist erstaunlich, dass Hiskia kein Heer auf die Beine gestellt bekam, sondern in Jerusalem auf die Belagerer gewartet hat. Denn es war Hiskia, der sich gegen die Oberherrschaft der Assyrer aufgelehnt hatte. Zudem weisen archäologische Funde daraufhin, dass er sogar die Verbündeten der Assyrer angegriffen und damit diesen Heereszug der Assyrer gegen ihn provoziert hatte.

Sanherib auf dem Lachisch-Relief (Bildquelle: Knerdler, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sanherib-Lachisch.png?uselang=de)

Aufgrund der Wehrlosigkeit Hiskias verspottet ihn der König von Assyrien auch; es war eigentlich wahnsinnig, überhaupt Widerstand zu leisten. Doch Hiskia tat es im Vertrauen auf Gott. Die Stadt Lachisch wurde durch den assyrischen König Sanherib während dieser Zeit eingenommen. Davon gibt es sogar bildliche Aufzeichnungen durch das Lachisch-Relief. Hiskia versucht zwar den König von Assyrien durch eine Tributzahlung zu besänftigen, ist aber nicht in der Lage, die ganze Summe aufzubringen, obwohl er alles Gold und Silber aus dem Tempel raubt und sogar von den Türen des Tempels abschneidet. Er entehrt Gott damit, so wie wir heute Gott entehren. Wir geben unsere geistlichen Schätze freiwillig her, indem wir die Ordnungen Gottes für die Gemeinde auf dem Altar der Menschenfurcht opfern.

Gott sagt: Ich war’s

Deshalb sage ich: Schaut weg von mir, denn ich muß bitterlich weinen; gebt euch keine Mühe, mich zu trösten über den Untergang der Tochter meines Volkes! Denn es kommt ein Tag der Bestürzung, der Zertretung und Verwirrung von dem Herrscher, dem HERRN der Heerscharen, im Tal der Offenbarung; man reißt die Mauer ein, und Geschrei hallt gegen den Berg. Die Elamiter tragen den Köcher, neben bemannten Streitwagen kommen Reiter daher, Kir entblößt den Schild. Und es wird geschehen: Deine schönen Täler werden voller Streitwagen sein, und die Reiter nehmen Stellung ein gegen das Tor. Und er nimmt den Schutz Judas weg.

Jesaja 22:4-8

Gott sagt Hiskia ganz klar und deutlich: „Ich habe den Schutz Judas weggenommen.“ Was ist daher die logische Antwort, wenn Gott den Schutz weggenommen hat? Wir Menschen müssen fragen, warum Gott denn sowas tut. Doch stattdessen haben die Jerusalemer Folgendes getan:

Aber du schaust an jenem Tag auf die Waffen des Zeughauses. Und ihr seht nach den Rissen in der Mauer der Stadt Davids – denn es sind viele -, und die Wasser des unteren Teiches sammelt ihr. Ihr zählt auch die Häuser Jerusalems und brecht Häuser ab, um die Mauer zu befestigen. Und ihr legt ein Sammelbecken an zwischen den beiden Mauern für die Wasser des alten Teiches – aber ihr schaut nicht auf den, der dies getan hat, und seht nicht nach dem, der es seit langem bereitet hat!

Jesaja 22:8-11

Das ist doch die vernünftigste Sache, dass man bei einer drohenden Belagerung nach den Waffen sieht und sie für den Kampf vorbereitet. Außerdem überprüft man selbstverständlich die Sicherheit der Stadt und repariert und verstärkt die Mauern. Die bis heute vorhandene Umleitung der Gihonquelle in die Stadt hinein und das Sammeln von Wasser war eine geniale Maßnahme Hiskias, die in 2 Chronik 32:30 auch lobend erwähnt wird. Dort steht sogar: Gott gab das Gelingen dazu.

Und doch ermahnt sie Gott an dieser Stelle. Denn bei all ihren Vorbereitungen haben sie das Wichtigste vergessen: Sie schauen nicht auf Den, der den Schutz Judas weggenommen und die Assyrer ins Land gelassen hat. Sie achten nicht auf Den, der das alles seit Langem bereitet hat. Aber wie kommt Gott auf so einen Vorwurf? Haben Hiskia und die anderen Jerusalemer nicht im Tempel angebetet und nicht das tägliche Opfer gebracht? Doch das haben sie. Dennoch haben sie das Reden Gottes nicht gehört, sondern weiter ihr Leben genossen und es sich gut gehen lassen:

Und an jenem Tag ermahnt der Herrscher, der HERR der Heerscharen, zum Weinen und Wehklagen, zum Kahlscheren des Hauptes und zum Umgürten des Sacktuches – doch siehe, da ist Jubel und Vergnügen, Ochsen schlachten und Schafe schächten, Fleisch essen und Wein trinken: „Laßt uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!“

Jesaja 22:12-13

Gott hatte die Assyrer ins Land gelassen, damit Sein Volk aufschrickt und Ihn unter Fasten und Weinen sucht. Es sollte seine Sünden erkennt und Buße tut. Und genau dasselbe gilt auch für uns Christen heute. Wir erschrecken nicht über das Verbot, biblische Gemeinde zu leben. Wir suchen Gott nicht mit bußfertigem Herzen! Stattdessen rühmen wir uns, dass wir, aufgrund großer Nächstenliebe und unserem plötzlichen Gehorsam gegenüber dem Staat, freiwillig verzichten würden.Dabei sind wir schlicht Gott ungehorsam und genießen einfach weiter unser Leben im Überfluss. Waren wir früher dem Staat in allen Bereichen so sehr gehorsam?

Ein schreckliches Urteil

Doch der HERR der Heerscharen hat sich meinem Ohr geoffenbart: Wahrlich, diese Missetat soll euch nicht vergeben werden, bis ihr sterbt! spricht der Herrscher, der HERR der Heerscharen.

Jesaja 22:14

Was für ein schreckliches Urteil spricht Gott dann über diese Generation in Jerusalem. Glücklicherweise können wir jedoch auch lesen, wie Hiskia sich vor Gott demütigte und Gott ihn dann aus der Hand der Assyrer errettete, wie der völlig unsinnige Widerstand Hiskias gegen die Assyrer tatsächlich Erfolg hatte und Juda von der Oberherrschaft der Assyrer frei wurde. Zu Gottes Ehre ist es so, dass es nur ein Lachisch-Relief gibt, aber kein Jerusalem-Relief!

Auch wir Christen können und sollen Buße tun, wieder Gott die Ehre geben und erkennen, dass auch die Corona-Maßnahmen von Ihm seit langer Zeit geplant sind.

Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten.

Psalm 51:19




Antwort auf „Lasst uns wieder singen!“

Lasst uns wieder singen

Das Singen in der christlichen Gemeinde ist in Deutschland nun seit mehreren Monaten verboten. Wie die Deutschen vorher mit Gemeindegesang überleben konnten, bleibt das große Rätsel. Denn seit Dezember ist völlig klar, dass Gemeindegesang lebensgefährlich ist – jedenfalls stellt es die Obrigkeit so dar. Unser Herr Jesus sieht das jedoch anders. Nun hat Lothar Gassmann einen Brief an die Landesregierung in Baden-Württemberg veröffentlicht, den einige Gemeinden unterzeichnet haben. Auf diesen Brief möchte ich aus biblischer Sicht nun eingehen.

Der Gemeindegesang als Hauptthema

Der Inhalt des Briefes konzentriert sich allein auf die politischen Maßnahmen gegen den Gemeindegesang. Dabei wird anerkannt, dass das gemeinsam gesungene Lob Gottes von Ihm geboten ist. Das ist schön. Wer jedoch unsere Broschüre „Trauer um die christliche Gemeinschaft“ gelesen hat, weiß, dass es weit mehr Gebote gibt, die durch die politischen Maßnahmen betroffen sind. Auch Lothar Gassmann hat diese Broschüre erhalten. Warum wird nur der Gemeindegesang herausgegriffen? Ist dieses Gebot wichtiger als andere?

Bewusste Sünde?

In dem Brief wird also anerkannt, dass der Gesang ein Gebot Gottes ist. Doch es wird versäumt, die Obrigkeit darüber zu informieren, dass man endlich beschlossen hat, von nun an dem Herrn über Himmel und Erde gehorsam zu sein und zu singen, anstatt einer irdischen Obrigkeit zu folgen. Stattdessen wird die Landesregierung sehr höflich gebeten, ihre Verordnungen zu überdenken.

Wenn ich ein Gebot Gottes kenne, es aber bewusst nicht tue, obwohl ich sogar offen bezeuge, dass ich von der Sinnlosigkeit der Maßnahme überzeugt bin, dann ist das eine bewusste Sünde. Die Unterzeichner dieses Briefes müssen also vor Gott Buße tun, dass sie wider besseren Wissens nicht gehorsam sind und Gottes Lob nicht anstimmen.

Das schlechte Zeugnis vor der Welt

Was für ein Bild malen die unterzeichnenden Geschwister von ihrem Glauben an Gott? Da das Handeln der unterzeichnenden Gemeinden so aussieht, dass sie dem Staat gehorsam sind aber Christus nicht, zeigen sie damit ein problematisches Gottesbild. Denn wem man gehorsam ist, den ehrt man. Wem wird also mit diesem Brief Ehre erwiesen: Gott oder der Landesregierung? Fühlt sich die Landesregierung durch diesen Brief unter Gott oder über Gott gestellt?

Ich bin der HERR, das ist mein Name; und ich will meine Ehre keinem anderen geben, noch meinen Ruhm den Götzen! Siehe, das Frühere ist eingetroffen, und Neues verkündige ich; ehe es hervorsproßt, lasse ich es euch hören. Singt dem HERRN ein neues Lied, besingt seinen Ruhm vom Ende der Erde, die ihr das Meer befahrt und alles, was es erfüllt, ihr Inseln und ihre Bewohner! Die Steppe mit ihren Städten soll ihre Stimme erheben, die Dörfer, in denen Kedar wohnt; die Bewohner von Sela sollen frohlocken und von den hohen Bergen herab jauchzen!

Sie sollen dem HERRN die Ehre geben und seinen Ruhm auf den Inseln verkündigen!

Jesaja 42:8-12

Gott spricht davon, dass Er Seine Ehre keinem andern geben will. Und diese Ehre Gottes sollen alle Menschen, auch wir aus den heidnischen Nationen, Gott geben. Und wie sollen wir sie Ihm geben? Durch Gesang! Wir Christen verweigern Gott gerade diese Ehre und ehren stattdessen Menschen. Schande über uns!

Doch glaubten sogar von den Obersten viele an ihn, aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden. Denn die Ehre der Menschen war ihnen lieber als die Ehre Gottes.

Johannes 12:42-43

Wessen Ehre ist uns Christen wichtiger? Wo ist der Unterschied zwischen diesen glaubenden Pharisäern und dem Brief der Gemeinden an die Obrigkeit? Vor was haben wir Christen Angst, dass wir nicht den Geboten Gottes folgen, sondern lieber die Corona-Verordnungen einhalten? Ist es wirklich die Angst vor einem für die meisten Menschen ungefährlichen Virus? Oder ist es nicht viel eher unser Ruf vor den Menschen, um den wir fürchten? Wenn das bei Dir so ist, dann bist Du damit auf einer Stufe mit den oben genannten Pharisäern. Die Ehre bei den Menschen ist Dir wichtiger als die Ehre Gottes!

Wie wenig Gott von schönen Worten hält, auch von den schönen Worten dieses Briefes, zeigt uns Samuel in seiner Rede an Saul:

Samuel aber sprach zu Saul: Hat der HERR dasselbe Wohlgefallen an Schlachtopfern und Brandopfern wie daran, daß man der Stimme des HERRN gehorcht? Siehe, Gehorsam ist besser als Schlachtopfer und Folgsamkeit besser als das Fett von Widdern! Denn Ungehorsam ist wie die Sünde der Wahrsagerei, und Widerspenstigkeit ist wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du nun das Wort des HERRN verworfen hast, so hat er dich verworfen, daß du nicht mehr König sein sollst!

1 Samuel 15:22-23

Dabei waren die Opfer Sauls wenigstens noch Handlungen und nicht nur bloße Worte. Dennoch macht Samuel uns hier deutlich, dass das ohne Gehorsam nichts wert ist, da Ungehorsam der Sünde der Wahrsagerei entspricht. Saul hatte sich genau dadurch hervorgetan, dass er entsprechend dem Gesetz alle Wahrsager aus dem Land ausrotten ließ. Und nun vergleicht ihn Samuel genau mit diesen Wahrsagern. Das ist hart.

Betrunkene sind mutiger als Gemeindeleiter

Inzwischen gibt es bereits verschiedene Gerichtsurteile, bei denen Menschen von Bußgeldern freigesprochen wurden, weil die Richter die Rechtmäßigkeit der Corona-Verordnungen nicht anerkannt haben. In Dortmund wurden 3 Männer für ein „unerlaubtes“ Treffen angeklagt und freigesprochen.

In Weimar wurde ein Mann freigesprochen, der bei einer unerlaubten Geburtstagsfeier in einem Hinterhof zu Gast war.

Und zuletzt wurden in Ludwigsburg drei Betrunkene freigesprochen, die in der Öffentlichkeit Alkohol tranken und als drei Haushalte an einer Polizeikontrolle vorbeitorkelten. Der Richter stellte dabei fest, dass der die Angeklagten nachweislich gegen verschiedene Punkte der Baden-Württembergischen Corona-Verordnung verstoßen hatten. Danach zerpflückte der Richter jedoch die Corona-Verordnung des Bundeslandes regelrecht.

Kurz zusammengefasst kritisiert der Richter folgende Punkte der Corona-Verordnung:

  • Es widerspricht den Grundsätzen der Gefahrenabwehr, pauschal ein ganzes Land einzusperren.
  • Die Regelungen verstoßen gegen den Parlamentsvorbehalt.
  • Die Exekutive überschreitet ihre Kompetenzen weitreichend.
  • Es besteht durch die ständigen Änderungen kein verlässlicher und stabiler Ordnungsrahmen mehr für den Bürger.

Diese Kritik des Richters lässt sich genauso auch auf die Belange der christlichen Gemeinden anwenden. Warum aber wurde hier nicht der Älteste einer Gemeinde angeklagt, sondern nur drei Betrunkene? Was wäre das für ein Zeugnis von Mut und Gehorsam gegenüber dem Herrn Jesus vor der Welt gewesen, wenn hier Älteste einer Gemeinde freigesprochen worden wären? Aber nein, leider sind ein paar Betrunkene mutiger als die Diener des Herrn über Himmel und Erde.

Das muss sich ändern. Jeder, der diese Zeilen liest, nehme sich bitte das Beispiel des Herrn Jesus zu Herzen und folge Ihm in Wahrheit und konkret nach. Denn der Herr Jesus war zur völligen Selbstaufgabe und zum Gehorsam bis zum Tod bereit. Und dafür wird er von Gott geehrt:

Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.

Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Darum, meine Geliebten, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern;

Philipper 2:5-12

So lasst uns nun alle Menschenfurcht ablegen, denn sie ist ein Fallstrick. Ja, das Wort Gottes lehrt uns sogar, dass schon Menschengefälligkeit es unmöglich macht, ein Knecht des Christus zu sein.

Menschenfurcht ist ein Fallstrick; wer aber auf den HERRN vertraut, der ist geborgen.

Sprüche 29:25

Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen ? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus.

Galater 1:10




Wo sind die Männer des Glaubens?

Wir können nicht hinaufziehen!

Die Männer des Glaubens waren zu allen Zeiten rar. Durch meine Frau bin ich nun auf die Begebenheit der 12 Kundschafter aufmerksam geworden und habe festgestellt, dass es uns für diese Zeit ein wunderbares Vorbild darstellt. Zu welchen Kundschaftern gehörst Du? Zu den zwei treuen oder den zehn ungläubigen Kundschaftern?

Echte Männer braucht das Volk

Und der HERR redete zu Mose und sprach: Sende Männer aus, daß sie das Land Kanaan auskundschaften, das ich den Kindern Israels geben will. Von jedem Stamm ihrer Väter sollt ihr einen Mann schicken, lauter Fürsten aus ihrer Mitte! Und Mose sandte sie aus der Wüste Paran nach dem Befehl des HERRN, lauter Männer, die Häupter waren unter den Kindern Israels.

4 Mose 13:1-3

Das Volk Israel steht kurz vor der Ankunft im von Gott verheißenen Land. Und nun gibt Gott Mose den Auftrag, Kundschafter in das Land auszusenden. Wen wählt Mose denn da aus? Es sind alles Fürsten ihrer Vaterhäuser. Diese Männer waren angesehene Verantwortungsträger in der Gemeinde Israels. Sie waren „echte“, mutige Männer. Und das mussten sie auch sein. Denn wer hätte es sonst gewagt, tief in das Feindesland einzudringen und die Feinde über 40 Tage auszukundschaften? Das bedeutete unter anderem 40 Tage irgendwo zu übernachten und ständig auf der Hut zu sein, dass man nicht erwischt wird. Diese Männer haben das gewagt und waren daher keine Angsthasen, sondern eben echte Männer.

Wenn Fakten Angst machen

Und sie gingen und kamen zu Mose und Aaron und zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israels, in die Wüste Paran, nach Kadesch; und sie brachten ihnen und der ganzen Gemeinde Bericht und ließen sie die Früchte des Landes sehen. Und sie erzählten ihm und sprachen: Wir sind in das Land gekommen, in das du uns sandtest, und es fließt wirklich Milch und Honig darin, und dies ist seine Frucht. Aber das Volk, das im Land wohnt, ist stark, und die Städte sind sehr fest und groß. Und wir sahen auch Söhne Enaks dort. Die Amalekiter wohnen im Land des Negev; die Hetiter, Jebusiter und Amoriter aber wohnen im Bergland, und die Kanaaniter am Meer und entlang des Jordan.

4 Mose 13:26-29

Der Bericht der Kundschafter ist ein nüchterner Bericht der Fakten. Zuerst bestätigen sie, dass Gottes Verheißung eines Landes von Milch und Honig richtig war. Dieses Land war überreich und fruchtbar. Sie brachten sogar Früchte mit, die das für jeden sichtbar belegten. Was für eine wunderbare Sache, wenn da nicht noch die weiteren Fakten wären.

Denn nun berichten sie von den Hindernissen, die auf dem Weg in das verheißene Land zu überwinden sein würden. Sie sprechen zuerst davon, dass das Volk stark ist und die Städte fest sind. Es würde also viel Aufwand erfordern, das Land einzunehmen. Dann berichten sie von den Söhnen Enaks, die als Riesen und tapfere Kämpfer bekannt waren. Es braucht also sehr tapfere Israeliten, um diesen Männern zu begegnen. Vor allem, da die Bewaffnung der Israeliten nicht gut war. Und zuletzt folgt eine Aufzählung der verschiedenen Völker, die im Land wohnen.

Soweit ist es eine scheinbar sachliche Beschreibung dessen, was die Männer gesehen haben. Doch dieser Bericht war nicht so neutral, wie er scheint. Kaleb jedenfalls sah die Notwendigkeit, einzugreifen und die ganze Zusammenkunft in eine bessere Richtung zu führen:

Kaleb aber beschwichtigte das Volk gegenüber Mose und sprach: Laßt uns doch hinaufziehen und das Land einnehmen, denn wir werden es gewiß bezwingen!

4 Mose 13:30

Eklat: Kaleb greift ein

Wer die Begebenheit kennt, der weiß, wie zwei der 12 Kundschafter Gott geglaubt haben und dem Volk im Glauben vorangehen wollten. An dieser Stelle sehen wir Kaleb in Aktion. Warum meint er aber, eingreifen zu müssen, wo doch nur ein neutraler Bericht abgegeben wurde?

Der Bericht war leider nicht so neutral, wie es scheint. Er legt den Schwerpunkt auf die Hindernisse und nicht auf die Verheißungen Gottes. Der Bericht bestätigt zwar, dass Gottes Versprechen eines Landes, in dem Milch und Honig fließt, völlig der Realität entspricht. Doch gleichzeitig macht er durch die Aufzählung der Völker deutlich, dass das Land voll ist und es ohne Kampf keinen Platz gibt. Schließlich beschäftigt sich der Bericht nur noch mit den Hindernissen, und führt dadurch fast zwingend zu dem Schluss, dass die Einnahme des Landes unmöglich ist. Darum sieht Kaleb am Ende die Notwendigkeit, beschwichtigend einzugreifen und auf die Verheißung Gottes hinzuweisen, dass sie das Land gewiss bezwingen werden.

Und durch Kalebs Eingreifen wird nun der ganze Unglaube der anderen Kundschafter offenbar. Auch heute noch ist es immer wieder nötig, fest und deutlich auf die Verheißungen Gottes hinzuweisen und einen Eklat zu riskieren. Denn nur so kommt der Unglaube ans Licht und kann dem Wort gemäß behandelt werden.

Aber die Männer, die mit ihm hinaufgezogen waren, sprachen: Wir können nicht hinaufziehen gegen das Volk, denn es ist stärker als wir! Und sie brachten das Land, das sie erkundet hatten, in Verruf bei den Kindern Israels und sprachen: Das Land, das wir durchzogen haben, um es auszukundschaften, ist ein Land, das seine Einwohner frißt,und alles Volk, das wir darin sahen, sind Leute von hohem Wuchs. Wir sahen dort auch Riesen, Söhne Enaks aus dem Riesengeschlecht, und wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken, und ebenso waren wir auch in ihren Augen!

4 Mose 13:31-33

Der Skandal ist nun voll am Kochen. Hätte Kaleb nicht zurückhaltender sein können? Sie hätten die Versammlung unterbrechen und Mose mit den Kundschaftern privat reden sollen , um sie auf die richtige Bahn zu bringen. Das wäre doch weise gewesen, oder?

Nein, der Unglaube war zwar verdeckt, aber dennoch vor dem ganzen Volk ausgesprochen worden. Und dann muss dem auch vor allen widersprochen werden. Das stört das Schamgefühl oder Harmoniebedürfnis und deswegen ist das in unserer christlichen Kultur verpönt. Man gilt dann als Störer und vielleicht sogar Durcheinanderbringer. Doch dieser Vorwurf kommt aus einem falschem Harmoniebedürfnis. Kaleb macht das ja nicht, um den andern zu schaden, sondern um Gott treu zu sein und das Volk ins verheißene Land zu bringen. Als Christ würde man so etwas aus Liebe zu Gott und den Geschwistern tun. Rechthaberei und sich über die andern zu erheben, muss fern von uns sein.

Das Volk reagiert

Was nun folgt, ist eine superkrasse, emotionale Reaktion des Volkes:

Da erhob die ganze Gemeinde ihre Stimme und schrie, und das Volk weinte in dieser Nacht. Und alle Kinder Israels murrten gegen Mose und Aaron; und die ganze Gemeinde sprach zu ihnen: Ach, daß wir doch im Land Ägypten gestorben wären, oder noch in dieser Wüste sterben würden! Und warum führt uns der HERR in dieses Land, daß wir durch das Schwert fallen, und daß unsere Frauen und unsere kleinen Kinder zum Raub werden? Ist es nicht besser für uns, wenn wir wieder nach Ägypten zurückkehren?

Und sie sprachen zueinander: Wir wollen uns selbst einen Anführer geben und wieder nach Ägypten zurückkehren!

4 Mose 14:1-4

Hast Du schon einmal so starke Gefühle gehabt, dass Du geschrien und Dich in den Schlaf geweint hast? Oder hast Du gar eine Nacht hindurch geweint? Ich hatte schon starke Gefühle, aber so stark dann doch nicht. Das Volk war völlig verzweifelt. Denn sie waren in der Wüste mit ihren Kindern und sahen keine Möglichkeit, wo sie ein Zuhause finden sollen. Von meinen Gefühlen kommend, kann ich das völlig verstehen. Es ist eine verzweifelte Situation. Denn wie soll ein schlechtbewaffnetes und im Kampf ungeübtes Heer dieses Land jemals einnehmen?

Die Männer des Glaubens

Und Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, die auch das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider, und sie sprachen zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israels: Das Land, das wir durchzogen haben, um es auszukundschaften, ist ein sehr, sehr gutes Land! Wenn der HERR Gefallen an uns hat, so wird er uns in dieses Land bringen und es uns geben – ein Land, in dem Milch und Honig fließt.

Seid nur nicht widerspenstig gegen den HERRN und fürchtet euch nicht vor dem Volk dieses Landes; denn wir werden sie verschlingen wie Brot. Ihr Schutz ist von ihnen gewichen, mit uns aber ist der HERR; fürchtet euch nicht vor ihnen! Da sagte die ganze Gemeinde, daß man sie steinigen solle. Aber die Herrlichkeit des HERRN erschien bei der Stiftshütte vor allen Kindern Israels.

4 Mose 14:6-10

Zwölf Männer wurden als Häupter ihrer Vaterhäuser zu Kundschaftern erwählt. Und sie haben über 40 Tage ihren Mut bewiesen. Nun treten jedoch nur zwei von ihnen als Männer des Glaubens auf, um dem Volk den rechten Weg zu weisen. Den andern ist der Mut entschwunden. Kaleb und Josua stellen sich den zehn andern und der verzweifelten Menge von vielen hunderttausend Menschen entgegen. Sie zeigen dabei kein Verständnis für die Ängste und Sorgen des Volks. Das wird heute anders gemacht. Wir sind es gewohnt, die Dinge aus der Sicht der Menschen zu beurteilen. Doch Josua und Kaleb haben die Ehre Gottes vor Augen und sehen, wie sich das Volk gegen Gott stellt. Denn ich kann mich aus Furcht gegen Gott stellen. Das ist dann der Fall, wenn ich deswegen Angst habe, weil ich den Verheißungen Gottes nicht glaube.

Die beiden nennen das Volk schlicht widerspenstig. In einer Seelsorgeausbildung wären sie wohl durchgefallen. Doch bei Gott werden sie geehrt. Sie sind am Ende die beiden einzigen erwachsenen Männer der ganzen Menge, die das verheißene Land tatsächlich betreten haben. Gott ehrt sie dafür, dass sie Partei für Ihn ergriffen haben und nicht den menschlichen Gedanken gefolgt sind.

Doch in der hitzigen Situation stehen sie erst einmal der ganzen Gemeinde alleine gegenüber und müssen damit rechnen, gesteinigt zu werden. Das schreckt sie jedoch nicht ab. Sie stehen riesigen einer riesigen, tobenden Menge fest gegenüber in ihrem Vertrauen auf Gott und weichen nicht ängstlich zurück. So sehen Männer Gottes aus. Und dann greift auch Gott ein.

Kaleb und Josua als Vorbild

Auch heute braucht es solche Männer, die eine feste Stirn haben und sich darin üben, Gott zu gefallen und nicht die Anerkennung von Menschen zu suchen. Solche, die bereit sind, sich im Zweifelsfall der ganzen Gemeinde entgegen zu stellen, um an Gottes Verheißungen und Seinem Willen festzuhalten. Deren fester Grund im Wort Gottes besteht und die auch bei vielen Anfeindungen die Gewissheit, dem Willen Gottes zu folgen, nicht verlieren. Es ist nämlich naheliegend, unsicher zu werden, wenn viele Menschen gegen einen sind.

Kann es denn sein, dass zwei Männer die einzigen sind, die den Willen Gottes erkannt haben? Ja, es kann sein! Studiere das Wort Gottes. Gründe Dein Leben darauf, indem Du es tust. Dann wirst Du eine Festigkeit erlangen, wie sie ein Paulus hatte.

Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute.

Matthäus 7:24




Fest und treu wie Daniel

Fest und treu wie Daniel

Daniel ist für die heutige Argumentation bezüglich staatlicher Unterordnung eine echte Achillesferse. Dabei lernen schon Kinder in einem Lied, dass sie einmal fest und treu wie Daniel sein sollen. Doch worin bestand diese Treue Daniels? Das möchte ich mit Euch etwas genauer ansehen.

Die großen Momente der Treue

Wie bei jedem Menschen war auch für Daniel die Treue gegenüber Gott ein täglicher Kampf und eine tägliche Übung. In der Bibel werden uns tatsächlich nur bestimmte (große) Momentaufnahmen aus seinem Leben der Treue gezeigt. Doch die haben es bereits in sich.

Daniel gilt im Allgemeinen auch als herausragendes Beispiel für einen Gläubigen, der hohe Posten in einem gottlosen Staatssystem bekleidet hat. Darum ist es besonders interessant anzusehen, wie Daniel sich tatsächlich verhalten hat, wenn es Konflikte zwischen seiner Gottesfurcht und der irdischen Obrigkeit gab.

Daniel kommt nach Babylon

Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der feinen Speise des Königs und mit dem Wein, den er trank, zu verunreinigen; er erbat sich vom obersten Kämmerer, daß er sich nicht verunreinigen müsse. Und Gott gab Daniel Gnade und Barmherzigkeit vor dem obersten Kämmerer.

Und der oberste Kämmerer sprach zu Daniel: Ich fürchte nur meinen Herrn, den König, der euch eure Speise und euer Getränk bestimmt hat. Denn warum sollte er wahrnehmen, daß euer Aussehen weniger gut wäre als das der anderen jungen Männer in eurem Alter? Dann wärt ihr schuld, wenn ich meinen Kopf beim König verwirkte!

Daniel 1:8-10

Daniel macht mit dem obersten Kämmerer einen Deal: Du brichst das Gebot des Königs für mich nur eine Woche und wenn es nicht auffällt, dann brechen wir es weiterhin. Und das machen wir, weil ich das Gebot meines Gottes nicht brechen will.

Was hätte Daniel gemacht, wenn der oberste Kämmerer nicht mitgemacht hätte? Ich vermute stark, dass er sich weiter geweigert hätte zu essen. Das hätte ihn sein Leben kosten können. Und das nur wegen eines Speisegesetzes?

Schon die kleinen Kinder lernen „Fest und treu wie Daniel…„. Doch eigentlich ist es ein Lied für Erwachsene: Wäre ich, wärst Du genauso fest? Wären wir bereit, wegen eines kleinen Gebotes des Herrn Jesus zu sterben oder auch nur ins Gefängnis zu gehen? Wenn der Deal mit dem obersten Kämmerer aufgeflogen wäre, hätte das nach der Aussage des Kämmerers den Tod bedeutet. Daniel kann uns wirklich ein Vorbild für unsere jetzige Zeit sein.

Daniel hätte auch gut moralisch argumentieren können. Er hätte darauf hinweisen können, dass Gott vom Volk durch die Propheten doch die Unterordnung gegenüber Nebukadnezar gefordert hatte. Zudem hätte er argumentieren können, dass es jetzt eine andere Zeit sei und man in einem fremden Land sich eben auch an die Gepflogenheiten des Landes etwas anpassen müsse. Er hätte auch zu bedenken geben können, dass es sich nur um eine begrenzte Zeit handelte und er danach wieder so essen könne, wie er es für richtig hält. Aber Daniel war klüger. Er wusste, dass man Gott nur ganz treu sein kann. Er wusste, dass, wenn er einmal damit anfängt, gegen Gottes Gebot zu handeln, er da nicht mehr heraus kommt. Zudem vertraute er Gott völlig und glaubte, dass Er ihm in dieser scheinbar unmöglichen Situation einen Ausweg geben kann. Und Gott gab den Ausweg!

Daniels Ungehorsam aufgrund von Gewohnheiten?

Darius aber befand es für gut, 120 Satrapen über das Reich zu setzen, die im ganzen Reich [verteilt] sein sollten, und über diese drei Minister, von denen Daniel einer war; diesen sollten jene Satrapen Rechenschaft ablegen, damit der König keinen Schaden erleide. Da sich nun dieser Daniel vor allen Ministern und Satrapen auszeichnete, weil ein so vortrefflicher Geist in ihm war, so nahm sich der König vor, ihn über das ganze Reich zu setzen.

Da suchten die Minister und Satrapen eine Anklage gegen Daniel zu finden im Hinblick auf die Regierungsgeschäfte; aber sie konnten keine Schuld oder irgendetwas Nachteiliges finden, weil er treu war und keine Nachlässigkeit noch irgendein Vergehen bei ihm gefunden werden konnte. Da sprachen jene Männer: Wir werden gegen diesen Daniel keinen Anklagegrund finden, es sei denn im Gesetz seines Gottes!

Darauf bestürmten jene Fürsten und Satrapen den König und sprachen: König Darius, mögest du ewig leben! Sämtliche Minister des Königreichs, die Vorsteher und Satrapen, die Räte und die Statthalter erachten es für ratsam, dass eine königliche Verordnung aufgestellt und ein Verbot erlassen werde, wonach jeder, der innerhalb von 30 Tagen irgendeine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen richtet, außer an dich allein, o König, in die Löwengrube geworfen werden soll. Nun, o König, erlasse das Gebot und unterschreibe das Edikt, das nicht abgeändert werden darf nach dem Gesetz der Meder und Perser, welches unwiderruflich ist! Daraufhin unterschrieb der König das Edikt und Verbot.

Als nun Daniel erfuhr, dass das Edikt unterschrieben war, ging er hinauf in sein Haus, wo er in seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem hin hatte, und er fiel dreimal am Tag auf die Knie nieder und betete und dankte vor seinem Gott, ganz wie er es zuvor immer getan hatte.

Da stürmten jene Männer herein und fanden Daniel bittend und flehend vor seinem Gott. Sogleich erschienen sie vor dem König und brachten das königliche Verbot zur Sprache: Hast du nicht ein Verbot unterschrieben, wonach jeder, der innerhalb von 30 Tagen von irgendeinem Gott oder Menschen etwas erbittet, außer von dir, o König, in die Löwengrube geworfen werden soll? Der König antwortete und sprach: Die Sache steht fest nach dem Gesetz der Meder und Perser, das unwiderruflich ist! Da antworteten sie und sprachen vor dem König: Daniel, einer der Weggeführten von Juda, nimmt keine Rücksicht auf dich, o König, und achtet nicht auf das Verbot, das du unterzeichnet hast, sondern er verrichtet dreimal am Tag sein Gebet!

Daniel 6:2-14, Hervorhebungen durch Christusfolgen

In seiner Jugend war Daniel „extrem“ mit seinen Speisegesetzen und in seinem Alter ist er noch extremer mit seinen Gebeten zu Gott. Es hätte einige Möglichkeiten gegeben, der Gefangennahme und dem Tod aus dem Weg zu gehen:

  1. Nach heutiger Argumentation handelt es sich hier um eine begrenzte Zeit. Im Gegensatz zu den Corona-Maßnahmen sogar um eine „klar abgegrenzte“ Zeit von 30 Tagen. Hätte Daniel nicht um der Unterordnung willen und um andern keinen Anstoß zu geben 30 Tage auf sein Gebet verzichten können?
  2. Warum hat Daniel nicht einfach den Ort seines Gebetes verändert? Er hätte doch statt am offenen Fenster im Obergemach zu beten, einfach in das Untergeschoss gehen können, wo ihn keiner sieht? Das wäre doch ein Gebot der Weisheit gewesen?
  3. Den Zeitpunkt seiner Gebete hätte Daniel ändern können. Wenn er das einfach in die Nacht verlegt hätte, dann müsste man eine Hausdurchsuchung während der Schlafenszeit durchführen, um ihn zu erwischen.
  4. Er hätte es nicht so offensichtlich machen müssen. Wenn er sich einfach auf sein Sofa gesetzt hätte und in dem Moment, wo jemand sich an der Türe zu schaffen macht, sich ein unverfängliches Buch geschnappt hätte, wäre doch nichts passiert, oder?
  5. Auch die (vermutlich) lautstarke Lobpreisung war doch völlig unnötig? Hätte es nicht auch ein leises Dankgebet in aller Stille getan?
  6. Daniel hat absolut nichts geändert an seinen Gebeten gegenüber der Zeit vor dem Verbot. Warum ist er so ein unkluger, radikaler Sturkopf? Muss er unbedingt Anstoß geben?

Es gab kein Gebot dafür

Nach meinem Wissen gab es kein direktes Gebot Gottes, dass ein Israelit dreimal am Tag in Richtung Jersualem zu beten hat. In Salomos Gebet zur Tempeleinweihung legt Salamo zwar indirekt fest, dass die Israeliten in Richtung Tempel beten sollen, aber ansonsten wäre Daniel frei gewesen (2 Chr. 6). Das war Daniels persönliche Gewohnheit. Und um dieser Gewohnheit willen ist der Obrigkeit ungehorsam?

Ob es offenbar war, dass dieses Verbot zu Beten direkt gegen ihn gerichtet war, halte ich für fraglich. Dem König war es jedenfalls nicht bekannt. Und da es sich um eine Verschwörung handelt, war es aller Wahrscheinlichkeit auch Daniel nicht bekannt. Die Verschwörer haben dem König sicherlich allerlei gute Argumente gebracht, warum dieses Gesetz in der jetzigen politischen, gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Lage moralisch geboten ist. Sonst hätte der König dem nicht so einfach zugestimmt, da er Daniel danach ja versucht zu retten. Einmal davon abgesehen, dass jeder Mensch es gerne hat, wenn sich der eigene Einfluss und die eigene Wichtigkeit erhöht. Das ist bei unseren Politikern nicht anders.

Es wird heute immer argumentiert, dass es keine direkten Gebote Gottes gibt, die in Konflikt mit den Hygiene-Maßnahmen stehen würden. Ich zeige in der Broschüre „Wir trauern um die christliche Gemeinschaft“ einige Gebote, die sehr wohl direkt betroffen sind. Doch selbst wenn es keine direkten Gebote gibt, stellt Daniel die sich auf Römer 13 berufenden Brüder vor ein Problem. Er war ungehorsam aufgrund seiner Gewohnheit und nicht aufgrund eines direkten Gebotes Gottes.

Darf ein Christ aufgrund von Gewohnheit dem Staat ungehorsam sein?

Die direkte Antwort ist: Nein, ein Christ darf sich nicht aufgrund seiner Gewohnheit gegen den Staat auflehnen. Römer 13 ist hier absolut klar:

Wer sich also gegen die Obrigkeit auflehnt, der widersetzt sich der Ordnung Gottes; die sich aber widersetzen, ziehen sich selbst die Verurteilung zu.

Römer 13:2

Wie konnte Daniel aufgrund seiner Gewohnheit ungehorsam sein? War es, weil er kein Christ sondern Israelit war? Nein, keinesfalls, denn Daniel war sein ganzes Leben ein absolut treuer Beamter. Und zwar zuerst unter den Babyloniern und dann auch unter den Persern. Daniel war seinem Dienstherrn immer loyal. Er hat sich nie gegen ihn aufgelehnt und sich irgendetwas zuschulden kommen lassen. Seine Gegner finden nichts!

Handelte Daniel so, um nicht Menschen zu fürchten?

Doch genauso loyal wie Daniel gegenüber dem König ist, verhält sich Daniel auch gegenüber Gott. Letztlich ist er auch nicht dem König um des Königs willen loyal, sondern um Gottes willen. Wenn Daniel aufgrund von Furcht vor dem staatlichen Gebetsverbot sein Gebet zu Gott eingeschränkt hätte, dann wäre dadurch offenbar geworden, wen er wirklich fürchtet und wem er loyaler ist. Er hätte Gott verunehrt und den Staat geehrt. in dieser Gefahr stand Daniel am Ende seines Lebens wohl nicht. Er hatte bereits vielfach bewiesen, dass Er Gott fürchtet und nicht Menschen. Warum betet er dann genau wie bisher weiter und ergreift nicht einmal Sicherheitsmaßnahmen? Das deutet auch darauf hin, dass er arglos war und nicht mit einer Verschwörung rechnete. Aber es zeigt auch, dass Daniel auf jeden Fall nicht den König und die Strafe, sondern Gott gefürchtet hat.

Darum schreiben Paulus und Petrus auch folgendes:

So gebt nun jedermann, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer, Zoll, dem der Zoll, Furcht, dem die Furcht, Ehre, dem die Ehre gebührt.

Römer 13:7

Erweist jedermann Achtung, liebt die Bruderschaft, fürchtet Gott, ehrt den König!

1 Petrus 2:17

Wen sollen wir Christen also fürchten? Gott und zwar Ihn alleine. Die Obrigkeit bekommt Ehre, aber fürchten sollen wir sie nicht. Außer natürlich wir haben zurecht ein schlechtes Gewissen. Aber wenn wir um Gottes willen Bußgelder riskieren, dann können wir das mit erhobenem Haupt tun. Wenn wir aber mit Auflehnung im Herzen dasselbe machen, dann sollten wir uns fürchten. Denn Auflehnung ist niemals Gott wohlgefällig.

Menschenfurcht ist ein Fallstrick; wer aber auf den HERRN vertraut, der ist geborgen.

Sprüche 29:25

Wenn wir also ohne Menschenfurcht und in der Furcht Gottes wandeln, dann können wir fest und treu wie Daniel sein. Dann wird Gott uns auch Raum geben, Ihm treu zu sein und Ihn vor den Menschen zu bezeugen. Aber wenn wir uns der Moral einer gottlosen Gesellschaft unterwerfen und meinen damit ein gutes Zeugnis zu sein, dann wird uns das zum Fallstrick werden. Zum Thema Gottesfurcht gibt es einen wertvollen Videokurs: https://www.crosspaint.tv/hallo-furcht/

Daniel zögert keinen Moment

Daniel erfährt von de neuen Gesetz und geht direkt hinauf, um zu Beten. Er zögert keinen Moment. Das ist ein weiterer Hinweis darauf, dass er nicht mit Menschenfurcht kämpfte. Es zeigt uns Daniel, wie er sofort entscheidet und erkennt, dass er dieses Gesetz nicht einhalten kann, wenn er überleben will. Denn einem Geschöpf 30 Tage zu verbieten zu seinem Schöpfer zu beten, gleicht einem Todesstoß. So wie es einem Todesstoß gleicht, Gemeinden auch nur für eine begrenzte Zeit zu schließen.

So wie das Gebet zu seinem Gott für Daniel zum Überleben notwendig war, so ist für die Gemeinde der gemeinschaftliche Lobpreis und die gemeinsame Anbetung, sowie die gegenseitige Auferbauung lebensnotwendig. Keiner würde von mir verlangen, ich solle für unbestimmte Zeit auf das Atmen verzichten, weil die Gefahr einer Vergiftung besteht. Entweder es gibt eine andere Lösung oder ich sterbe an der Vergiftung. Aber die Atmung auch nur 60 Minuten zu unterbrechen, ist selbst bei echter Lebensgefahr unmöglich.

Wenn sie gegen dich sündigen – denn es gibt keinen Menschen, der nicht sündigt – und du über sie zornig bist und sie vor dem Feind dahingibst, so daß ihre Bezwinger sie gefangen wegführen in ein fernes oder nahes Land, und sie nehmen es sich zu Herzen in dem Land, in das sie gefangen weggeführt wurden, und sie kehren um und flehen zu dir in dem Land ihrer Gefangenschaft und sprechen: Wir haben gesündigt und Unrecht getan und sind gottlos gewesen!

– wenn sie so zu dir umkehren mit ihrem ganzen Herzen und mit ihrer ganzen Seele im Land ihrer Gefangenschaft, wohin man sie weggeführt hat, und sie beten, zu ihrem Land hin gewandt, das du ihren Vätern gegeben hast, und zu der Stadt hin, die du erwählt hast, und zu dem Haus hin, das ich deinem Namen gebaut habe, so höre du vom Himmel her, deiner Wohnstätte, ihr Gebet und ihr Flehen, und verschaffe ihnen Recht, und vergib deinem Volk, was sie gegen dich gesündigt haben!

2 Chronik 6:36-39

Aus dieser Passage in Salomos Gebet nimmt Daniel seine Überzeugung so zu beten, wie er es tut. Doch das alles erklärt noch nicht, warum er nichts ändert und jede Klugheit vermissen lässt. Die eine mögliche Erklärung ist die oben erwähnte Arglosigkeit. Da er nichts von der Verschwörung wusste und gerade erst überhaupt von dem Gesetz erfahren hatte, dachte er nicht daran, dass er von seinen Feinden überwacht wird. Jedoch war Daniel ein erfahrener und schon alter Mann. Er kannte das politische Intrigenspiel und er hat sofort wahrgenommen, dass dieses Gesetz zumindest indirekt die Beziehung zu Gott zerstören will.

Die wahre Klugheit

Und hier komen wir zur anderen Möglichkeit, warum Daniel nichts an seinem Verhalten ändert: Seine Feinde hatten sich diesen Plan gut überlegt. Sie kannten Daniel und waren sich sicher, dass er nicht einmal für 30 Tage nachgeben würde. Und falls er doch nachgeben sollte, dann würde er dadurch kraftlos werden. Soweit haben diese hohen Beamten mit Sicherheit gedacht. Sie meinten ihn auf jeden Fall gefangen zu haben. Denn auch ihre Zeit war knapp, da sie handeln mussten bevor Daniel erster Beamter im Staat war.

Daniel war aber mit außerordentlicher Weisheit gesegnet und hat daher sofort erfasst, was auf dem Spiel steht. Er hatte seine festen Gebetszeiten und wusste, dass seine Mitmenschen diese kannten. Wenn er das nun geändert hätte, dann wäre das ein schlechtes Zeugnis (!) nach außen gewesen. Selbst wenn er in seinem Herzen es nicht aus Menschenfurcht, sondern aus Klugheit getan hätte, so würden die Menschen in seiner Umgebung und vor allem auch seine Feinde es als Furcht aufgefasst haben.

Es wird viel darüber gepredigt, dass die Menschen uns Christen beobachten und wir deshalb ein gutes Zeugnis haben sollen. Doch machen sich die Prediger auch Gedanken darüber, was es für ein Zeugnis ist, wenn die Christen plötzlich auf die Anbetung ihres Gottes verzichten, obwohl keine unmittelbare Gefahr besteht? Und selbst wenn eine unmittelbare Gefahr bestehen würde, so könnte man sich die Pest-Gottesdienste Luthers oder eben den treuen Daniel zum Beispiel nehmen.

Ist uns klar, dass im Neuen Bund der Leib Christi keine Option, sondern der Lebensodem von uns Christen ist? Wenn dieser Leib aber am Atmen, am Bewegen, am Wachsen und vielem mehr gehindert wird, können wir uns da beugen? In Verfolgungszeiten haben über die ganzen Jahrhunderte die Gläubigen Lebensgefahr auf sich genommen, um sich dennoch zu versammeln, und wir meinen virtuelle Treffen reichen aus?

Und nachdem die anfängliche „kurze Zeit“ wieder und wieder verlängert wird, wachen wir immer noch nicht auf? Was ist los mit uns? Daniel wusste es eben besser: „Gebe ich einen Moment nach, dann komme ich da nicht mehr raus!“ Es ist an der Zeit Buße zu tun.




Unterordnung unter den Staat

Jedermann ordne sich den Obrigkeiten unter

Die Unterordnung unter den Staat war bis vor einem Jahr für die meisten westlichen Christen kein großes Thema. Der Staat hat das persönliche und das Gemeindeleben kaum eingeschränkt, und daher sah man auch keine Probleme. Im März 2020 hat sich das dann von heute auf morgen schlagartig geändert. Nahezu weltweit wurde fast gleichzeitig den Gemeinden das Licht ausgedreht. Siehst Du die geistliche Dimension und das Reden Gottes zu uns?

Seither stellt sich die Frage der Unterordnung unter den Staat und seinen Gesetzen und Verordnungen plötzlich täglich ganz konkret. Und seither ist auch unter den Christen ein Graben aufgerissen zwischen denen, die alle Verodnungen halten wollen, und denen, die das nicht wollen.

An dieser Stelle soll es im Themenkomplex nur um die Frage gehen, mit welcher Herzenshaltung ich mich dem Staat unterordne, und darum, wie Du Deine Motivation (Herzenshaltung) gegenüber Gott und dem Staat prüfen kannst.

Gottes Wort und Gehorsam gegenüber dem Staat

Es gibt im Wesentlichen zwei Stellen, die herangezogen werden, wenn es um die Unterordnung gegenüber dem Staat geht:

Das sind also die Stellen, auf die sich gerade all jene Christen berufen, die bereit sind, das gesamte Gemeindeleben durch den Staat auf den Kopf stellen zu lassen.

Auf ein paar Punkte möchte ich besonders hinweisen

  • Wir sollen uns nicht allein „dem Staat“ unterordnen, sondern jeder über uns gestellten Autorität. Das gilt also auch für „böse Diktatoren“ wie Herrn Putin, Herrn Erdogan, Herrn Kim Yong-un oder manche mehr. Es bedeutet aber auch, dass ich mich dem Bürgermeister, dem Polizisten, Finanzbeamten usw. genauso unterordne. Historisch gesehen bedeutet es auch, dass die Deutschen auch im Dritten Reich dieselbe Unterordnung wie heute gehabt haben sollten. Bei der heutigen Argumentation würde das aus meiner Sicht bedeuten, dass die meisten Gemeinden Teil der „Deutschen Christen“ werden und Mitgliederlisten an den Staat geben würden. Genau wie es damals war und wie man heute meint besser zu beurteilen.
  • Eine Unterordnung geschieht nicht aus Loyalität gegenüber der Obrigkeit oder dem Staat, sondern aus Loyalität und Gehorsam gegenüber Gott. Wir sind niemals dem Staat gehorsam, sondern alleine Christus. Wir ordnen uns dem Staat nur um Christi Willen unter. Und erweisen dem Staat nur Ehre, um Christus Ehre zu erweisen.
  • Interessant ist dabei, dass es unerheblich ist, welche Ordnungen die Obrigkeit einsetzt. Das Ziel Gottes ist es, besonders rebellische bzw. böse Menschen durch die Ordnungen zu prüfen und bestrafen zu lassen. Es ist also egal, ob die Obrigkeit an einem Straßenabschnitt erlaubt 50 oder 70 km/h schnell zu fahren. Derjenige, der sich gerne darüber hinwegsetzt, wird dadurch überführt. Deswegen ist auch die Sinnhaftigkeit eines Gesetzes oder einer Verordnung für einen Christen zweitrangig.
  • Ein Problem bekommen wir, wenn die Obrigkeit zu einem Schrecken für das Gute wird bzw. für den der Gutes tut. Denn der Maßstab, was Gut und Böse ist, liegt bei Gott und nicht bei der Obrigkeit. Deswegen müssen wir Christen darin geübt sein, nur das gut zu nennen, was Gott gut nennt und alles was Gott böse nennt, klar als solches zu bezeichnen. Sonst erkennen wir gar nicht, wenn der Staat Gutes böse nennt.

Dem Staat gehorsam während der Corona-Maßnahmen

Oben habe ich geschrieben, dass es zwei Lager unter den Christen gibt. Die einen eifern dafür, die Verordnungen alle einzuhalten, und wollen manchmal sogar noch vorauseilenden Gehorsam zeigen. Die andern verweigern sich in unterschiedlichem Ausmaß den Verordnungen.

Die einen sehen sich im Recht, weil es ja keine Maßnahmen speziell gegen Christen seien, die andern sagen, dass der Staat nie in die Gemeinde hineinregieren darf.

Die einen halten sich für moralisch überlegen, weil es ja um Nächstenliebe und Gehorsam (sic!) gegenüber dem Staat geht, und die andern meinen zu verstehen, was wirklich gespielt wird, und durchschauen das „trojanische Pferd“.

Es gibt mehr als zwei Gruppen

Dabei gibt es mehr als diese zwei Gruppen. Und manches Mal sind sich diese Gruppen vielleicht ähnlicher als sie denken. Folgende Gruppen mache ich aus:

  • Gruppe 1: „Wir ordnen uns dem Staat in allem unter und übertreffen noch die Verordnungen, indem wir noch verantwortungsvoller Handeln als es der Staat fordert, indem wir reine Empfehlungen umsetzen. Wir haben freiwillig auf Treffen verzichtet, haben das Singen maximal mit Mundschutz erlaubt und kontrollieren genauestens die Einhaltung der Hygienemaßnahmen. Wir sind überzeugt davon, dass der Staat es nur gut mit uns meint.“
  • Gruppe 2: „Dem Staat erweisen wir Gehorsam, indem wir immer genau die Verordnungen einhalten, aber nicht mehr. Auch wir sind davon überzeugt, dass der Staat es nur gut mit uns meint. Außerdem geht es uns um unseren Ruf bei den Nachbarn.“
  • Gruppe3: „Wir folgen dem Staat, indem wir die Verordnungen einhalten, wo es Sinn für uns macht. Wir halten die Maßnahmen etwas für übertrieben, aber wir halten uns eben an Gottes Gebot der Unterordnung und fürchten uns vor einem schlechten Ruf.“
  • Gruppe 4: „Die Corona-Maßnahmen machen aus unserer Sicht keinen Sinn, aber wir halten sie ein, weil es Gott von uns fordert. Wir sind dabei jedoch je nach Fall (Laune) recht großzügig in der Auslegung. Menschenfurcht ist auch bei uns ein Beweggrund.“
  • Gruppe 5: „Wir glauben nicht, dass die Corona-Maßnahmen einen Sinn haben, und halten uns deswegen auch nicht daran. Unterordnen müssen wir uns auch nicht, denn man soll Gott mehr gehorchen als den Menschen. und in die Gemeinde hat der Staat nicht reinzureden. In mein eigenes Leben übrigens auch nicht.“
  • Gruppe 6: „Ob die Corona-Maßnahmen Sinn machen, beurteilen wir anhand des Wortes Gottes. Wir prüfen, ob das, was der Staat gut nennt, wirklich gut ist, und ob das, was der Staat schlecht nennt, wirklich schlecht ist. Wir sehen uns die Früchte der Corona-Maßnahmen an. Außerdem nehmen wir uns die Zeit zu überprüfen, welche Gebote Gottes wir durch die Einhaltung der Corona-Maßnahmen brechen würden. Und dabei ist es unerheblich, ob diese Maßnahmen Sinn machen oder nicht. Wenn Gott von uns etwas anderes fordert als der Staat, dann folgen wir Gott. Wenn der Staat etwas von uns fordert, was sinnlos ist, aber nicht Gott widerspricht, dann machen wir es. Wir streben danach, in unserem persönlichen Leben die Ordnungen des Staates aufgrund seiner Autorität von Gott und unserer Loyalität zu Gott einzuhalten. Wo die Verordnungen aber die Autorität Jesu Christi über die Gemeinde einschränkt oder die Autorität des Familienvaters innerhalb der Familie unterbindet, werden wir einen übergriffigen Staat nicht einhalten oder mit Weisheit Umgehungen finden.“

Wer ordnet sich Gott unter?

Von diesen sechs Gruppen, die ich hier versucht habe zu skizzieren, ordnet sich eigentlich nur eine Gruppe wirklich Gott unter. Und das ist die sechste Gruppe. Ich möchte begründen warum:

  • Gruppe 1: Du befolgst die Corona-Verordnungen eifriger als Du Gottes Gebote jemals gehalten hast. Wenn Du Deine Bibel so ernst nehmen würdest wie die Corona-Verordnung, dann sähe Dein Leben ganz anders aus. Das merkt man auch daran, dass Du gar nicht merkst wieviele Gebote Gottes durch Das Einhalten der Corona-Verordnung gebrochen werden.
  • Gruppe 2: Du befolgst die Corona-Verodnungen genauer als Du Gottes Gebote befolgst. Vermutlich hast Du vor Corona so manche Verodnung nicht ganz so genau genommen (Straßenverkehrsordnung, Bauordnung, Steuergesetze, Müllordnung,…), aber jetzt fühlst Du Dich moralisch gut, weil Du alles genau einhält. Du merkst jedoch nicht, dass Du Gottes Gebote dabei brichst.
  • Gruppe 3: Du stellst Deinen Verstand und Deine Bequemlichkeit über die Unterordnung unter den Staat. Genau so, wie Du es vermutlich auch mit Gott machst. Wo nicht zu viel kostet, ordnest Du Dich unter. Und da die Bußgeldbescheide recht teuer sein können, hälst Du Dich an die meisten Verordnungen. Stören sie Dich jedoch zu sehr, dann wirst Du schnell rebellisch und findest plötzlich den Bibelvers „man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“. Insgesamt ordnest Du Dich in Wirklichkeit nur Dir selbst unter.
  • Gruppe 4: Du fühlst Dich besser informiert als die anderen Gruppen. Du meinst verstanden zu haben, was wirklich hinter den Maßnahmen steckt. Aber aus Furcht und Bequemlichkeit machst Du soweit mit, wie es nicht zu unangenehm wird. Du möchtest zwar Gott gehorchen, kennst aber die neuesten Nachrichten besser als Gottes Wort.
  • Gruppe 5: Du gehst weiter als Gruppe 4. Da ist ein Aufbegehren in Deinem Herzen. Die Maßnahmen sind ungerecht und sie stören Dein Leben. Deswegen gehorchst Du Gott mehr als den Menschen. In Wirklichkeit ist jedoch Rebellion der Antrieb für Dein Handeln und weniger die Liebe zu Christus und Seinen Geboten.
  • Gruppe 6: Du ordnest Dich grundsätzlich unter die Corona-Verodnungen unter. Da Du aber beim Lesen von Gottes Wort erkennst, wieviele Gebote bzgl. der Gemeinde Du brechen würdest, wenn Du Dich innerhalb der Gemeinde daran halten würdest, bist Du in allem zuerst Gott gehorsam. Du hast auch keine besondere Freude daran, Verordnungen nicht einzuhalten, sondern machst es um des Herrn willen und akzeptierst dann auch die möglichen Bußgelder (falls diese denn jemals fällig werden). Auch innerhalb der Familie lässt Du den Staat nicht übergriffig sein (es werden keine Kinder von den Eltern isoliert). Bei allem handelst Du klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben (Matthäus 10:16). Jede Regung der Rebellion bekennst Du vor Gott und versuchst die Corona-Verodnungen im täglichen Leben grundsätzlich einzuhalten.

In welcher Gruppe der Unterordnung findest Du Dich wieder?

Bedenke bitte: Wir sollen uns jeder über uns gesetzten Autorität unterordnen. Staaten hatten jedoch schon immer die Neigung, sich an Gottes Stelle zu setzen. Das hat Gott nie gewollt. Deswegen sind Seine Gebote immer wichtiger als staatliche Gesetze.

Die Obrigkeit ist dafür da, rebellische Menschen herauszufiltern und zu bestrafen (Röm 13). Sie ist nicht dafür da, unser Leben zu verlängern. Wenn der Staat sich aber an die Stelle Gottes setzt und sich anmaßt, das Klima zu retten oder das Leben von Menschen jenseits der 80 zu verlängern, dann überschreitet er massiv seinen göttlichen Auftrag. Rauchen, Alkohol, Süßes, Klimaschutz und manches mehr wird schließlich genauso streng behandelt werden wie Corona. Das rechtfertigt allerings nicht, dass wir dagegen rebellieren.

Denn die Selbstüberschätzung des Staates allein ist kein Argument, Verordnungen zu brechen. Das einzige was zählt: Da ist ein konkretes Gebot Gottes, welches ich nicht erfüllen kann, wenn ich mich an die Corona-Verordnung halte. Darum muss ich Gottes Wort genauestens kennen und durch Gottes Geist alles gelehrt und an alles erinnert werden. Ich muss aber auch jedes noch so kleine Gebot des Herrn völlig ernst nehmen und nicht leichtfertig darüber hinweggehen.

Eine Reihe von Geboten Gottes, die beim Einhalten der Hygiene-Maßnahmen gebrochen werden, findest Du in der Broschüre: „Wir trauern um die christliche Gemeinschaft“




Auslegung von Gottes Wort wie man denkt?

Screenshot: Ich bin des Liebi; und ich des Ebertshäusers; ich aber des Kaufmanns.

Die Auslegung von Gottes Wort ist das zentrale Element allen christlichen Denkens. Wie ich das Wort Gottes auslege bestimmt maßgeblich, wie ich dann lebe. Und wie ich lebe bestimmt, ob ich Christus gehorsam bin oder nicht. Letztens bin ich über einen Artikel gestolpert, der ein grundsätzlich gutes Ziel verfolgt: Wir sollen aufhören, uns (indirekt) nach bestimmten Bibellehrern zu benennen oder uns mit ihnen zu identifizieren, sondern wirklich Christus folgen. In diesem Artikel wird jedoch die folgende Behauptung aufgestellt:

Jeder Bibellehrer hat Grundannahmen, die ihn bei der Bibelauslegung leiten. Diese Grundannahmen sind Leitregeln, die bestimmen, wie die Bibel ausgelegt werden soll. Wie will man diese Leitregeln zur Auslegung der Bibel aus der Bibel entnommen haben, wenn es doch gerade diese Regeln sind, die die Auslegung der Bibel leiten? Zuerst sind also die Leitregeln zur Auslegung der Bibel da und ihnen folgt dann die Auslegung der Bibel. Die Leitregeln zur Bibelauslegung sind also selbst kein Produkt der Bibelauslegung.

https://www.christologisch.de/2020/06/08/ich-bin-des-liebi-und-ich-des-ebertsh%C3%A4users-ich-aber-des-kaufmanns/ – Hervorhebung durch Christusfolgen

Screenshot: Ich bin des Liebi; und ich des Ebertshäusers; ich aber des Kaufmanns.
Screenshot von christologisch.de: „Ich bin des Liebi; und ich des Ebertshäusers; ich aber des Kaufmanns.“

Bruder Josef Drazil vertritt hier also die Grundannahme, jeder hätte zwangsläufig Leitregeln oder Prinzipien der Auslegung, die der Bibel nicht entnommen wurden, sondern von anderen Menschen kommen. Und das sei der Grund, warum jeder Mensch automatisch die Bibel mit einer gewissen Brille lesen würde.

Wenn ich mir die Realität unter uns Christen ansehe, dann beschreibt er die Situation in vielen Fällen korrekt. In der Tat ist kein Mensch völlig unvoreingenommen, wenn er die Bibel liest. Das trifft besonders auf die zu, die christlich aufgezogen wurden. Wer offene Augen hat, der sieht viel von dieser Auslegung durch eine bestimmte Brille. Doch hat sich Gott das so vorgestellt? Was sagt Gott in Seinem Wort über dieses Problem? Oder löst Gott dieses logische Problem nicht?

Und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn! Denn es werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen;

Hebräer 8:11

Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt es nicht nötig, daß euch jemand lehrt; sondern so, wie euch die Salbung selbst über alles belehrt, ist es wahr und keine Lüge; und so wie sie euch belehrt hat, werdet ihr in ihm bleiben.

1 Johannes 2:27

Die beiden genannten Stellen machen deutlich, dass im Neuen Bund Gott selbst es übernehmen möchte, den einzelnen Menschen zu lehren. Allerdings geschieht das durchaus auch im Zusammenspiel im Leib. Jedoch nicht so, dass man die Leitlinien von jemand anders übernehmen müsste oder sollte, sondern als Brüder beugt man sich gemeinsam unter die Auslegungsprinzipien, die Gott uns lehrt.

Da mir direkt spontan ein paar Prinzipien der Schriftauslegung, die Gott in der Bibel festlegt, eingefallen sind, möchte ich diese hier zu Bedenken geben. Zudem folgen noch Verheißungen, wo Gott sich selbst bindet, uns Menschen in alle Wahrheit zu leiten.

Auslegung durch Gottes Wort

Auslegung nach menschlichen Leitlinien, nach irgendwelchen vorgefertigten Brillen usw. ist tatsächlich ein Problem. Das ist wahrscheinlich ein wesentlicher Grund für die fehlende Einheit des Glaubens unter Christen. Dabei gibt Gott in Seinem Wort durchaus klare Regeln für das Verständnis Seines Wortes. Dafür muss ich auch nichts vorher, außerhalb des Wortes, festlegen.

Man muss glauben, um das Wort verstehen zu können

Gott macht uns hier deutlich, dass wir Menschen die grundsätzlichsten Dinge nicht verstehen können, wenn wir Ihm nicht glauben. Wir können nicht einmal verstehen, dass Gott die Welten durch Sein Wort bereitet hat. Erst wenn wir Ihm Glauben und Vertrauen entgegenbringen, können wir etwas verstehen.

Das ist auch unter uns Menschen so. Wenn ich jemanden grundsätzlich als Verschwörungstheoretiker oder als Verschwörer eingeordnet habe, dann werde ich keines seiner Worte mehr für wahr nehmen, sondern alles hinterfragen und anders interpretieren. Und so machen es viele Menschen leider auch mit Gottes Wort. Sie hinterfragen es in falscher Weise, weil sie es in ihrem Herzen für unglaubwürdig erachten, und nicht um zu lernen.

Alle Schrift ist von Gott eingegeben

Wenn ich glaube, dass die Bibel völlig ausreichend ist, um für jedes gute Werk vorbereitet zu sein, dann suche ich darin nach Antworten auf meine offenen Fragen. Und ich glaube, dass es dort Antworten gibt. Zudem nehme ich jede Belehrung und Ermahnung aus dem Wort Gottes von Herzen an und versuche sie nicht „ungültig“ zu machen, indem ich das Gebot als kulturell, altmodisch oder unwichtig einstufe. Jedes Gebot ist mir dann heilig.

Die Summe Seines Wortes ist Wahrheit

Alles ist mir möglich, wenn ich einen Vers aus seinem Kontext reiße. Wie viel haben wir Menschen schon Böses getan und gesagt, indem wir einzelne Stücke aus Gottes Wort geschnitten haben. Oftmals wird nicht ernsthaft geprüft, ob die Auslegung eines Verses in den Gesamtzusammenhang der Schrift passt. Man hat seine vorgefasste Meinung und garniert diese dann mit ein paar Bibelversen, um mehr Autorität zu bekommen. Dabei lehrt uns Gott, dass die Summe Seines Wortes Wahrheit ist. Also nicht ein einzelner Vers, sondern die ganze Schrift braucht es, um wirklich die Wahrheit zu finden.

Keine Weissagung lässt eine eigenmächtige Deutung zu

Klarer als Petrus kann man es nicht ausdrücken. Petrus spricht hier vom prophetischen Wort und von der Weissagung. Es geht also um die Teile der Schrift, die von zukünftigen oder verborgenen Dingen handeln. Wenn aber von diesen Teilen des Wortes Gottes nichts von eigenmächtiger Deutung ist, wie viel weniger dann die Stellen, die nicht von der Zukunft handeln? Bei den Zukunftsthemen hätte ich persönlich noch am ehesten gesagt, dass der Ausleger einen Interpretationsspielraum hat. Aber Petrus sagt „Nein“! Dann gibt es bei den Geboten des Herrn erst recht keinerlei Spielraum. Das zeigt uns auch das nächste Prinzip.

Wer eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und so lehrt

In dem Artikel „Wächterdienst“ von Andreas Lindner aus der Perspektive 05/2007 ging es um die Frage, ob es wichtigere und weniger wichtige Gebote gibt. Also ob man in manchen Teilen der Schrift einfach sich gegenseitig stehen lässt und nur in den wichtigen auf Einheit besteht. Und um zu begründen, dass es wichtigere und weniger wichtige Gebote gibt, führte der Autor Matthäus 5:19 an. Ich habe trotz meines Schreckens über die Stellenwahl gelacht, denn der Herr macht im selben Satz deutlich, dass es zwar „kleinste“ Gebote gibt, aber wehe dem, der sie auflöst und andere so lehrt. Willst Du der Kleinste im Reich der Himmel genannt werden? Dann sieh über die kleinsten Gebote des Herrn großzügig hinweg und lehre andere so.

Wenn ich aber die Schrift christusgemäß auslegen will, dann komme ich nicht daran vorbei, jedes kleinste Gebot sehr ernst zu nehmen.

Das Alte Testament ist uns zum Vorbild und zur Warnung geschrieben

Diese Dinge aber sind zum Vorbild für uns geschehen, damit wir nicht nach dem Bösen begierig werden, so wie jene begierig waren.

Das alles, was jenen widerfuhr, ist ein Vorbild und wurde zur Warnung geschrieben für uns, auf welche das Ende der Zeitalter gekommen ist.

1 Korinther 10:6,11

Auch für den Umgang mit dem Alten Testament gibt Gott uns Christen eine klare Leitlinie an die Hand, wie wir damit umgehen sollen. Und zwar sind diese Dinge uns zum Vorbild geschehen und daher auch deswegen aufgeschrieben worden. Und zwar als Vorbild, damit wir nicht nach dem Bösen begierig werden, wie es die Israeliten waren. Paulus bezieht sich hier im konkreten Fall auf die Wüstenwanderung der Israeliten. Dieses Prinzip lässt sich aber leicht auf den Rest des Alten Testaments erweitern. Es sei denn, jemand hätte eine gegenteilige Aussage in Gottes Wort gefunden.

Ich begreife es als große Not unter uns Christen, dass wir die Geschichte Israels oft nicht so lesen, wie Gott es uns gebietet. Denn unsere Christenheit würde anders aussehen, wenn wir uns Israel tatsächlich als warnendes Vorbild nehmen würden und diesen Auslegungsgrundsatz befolgen würden.

Die Verwendung alttestamentlicher Schriftstellen durch den Herrn und die Apostel

Wie der Herr und wie die Apostel einzelne Stellen aus dem Alten Testament zitieren und anwenden, ist ein Thema für sich. So Gott will, wird es dazu einen separaten Artikel geben. Auf jeden Fall können wir durch diese Beispielauslegungen ebenfalls lernen, wie wir schriftgemäß auslegen können. So finden wir Leitlinien innerhalb des Wortes Gottes und müssen nicht auf solche von außerhalb zurückgreifen.

Gottes Wort bleibt immer (moralisch) gerecht

Wenn wir mehr glauben würden, dass Gottes Wort auf ewig gerecht bleibt, dann hätten wir viel weniger Diskussionen. Denn die meisten Diskussionen um die Frage, ob etwas noch zeitgemäß ist oder nicht, sind mit diesem Vers beendet.

Ist es gerecht, dass Frauen nicht predigen dürfen? Ja, denn Gottes Wort bleibt immerdar gerecht. Ist es gerecht, dass Gott Scheidung hasst und man sich nicht scheiden darf? Ja, denn Gottes Zeugnisse bleiben immerdar gerecht.

Man könnte nun noch fortfahren, aber der Sinn ist wohl klar. Wir kommen heute oft in Zweifel, ob Gottes Gebote wirklich moralisch gut sind, weil die Moral unserer Zeit – und somit unser eigenes Denken – anders ist. Doch Gottes Wort bleibt immerdar gerecht und daher auch moralisch gut. Da können wir Menschen unser Denken verdrehen, wie wir wollen. Um fest zu stehen, müssen wir unser Denken durch Gottes Wort schulen und reinigen.

Der Heilige Geist lehrt und erinnert uns

Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Johannes 14:26

Zum Schluss nun ein „Auslegungsprinzip“, das nicht so leicht greifbar ist. Zumindest ist es für den natürlichen Menschen nicht greifbar. Der Herr Jesus hat verheißen, dass der Heilige Geist uns die richtige Auslegung lehrt. Denn Er lehrt und erinnert uns an alles, was der Herr Seinen Jüngern gesagt hat. Das Wort ohne den Geist zu lesen, wird eine intellektuelle Auseinandersetzung damit. Und es führt dazu, dass wir nicht von Gott empfangen, sondern versuchen, uns selbst etwas anzueignen. Wir werden dann aber auch nicht viel verstehen und schließlich, wie Israel, in die Irre gehen. Doch wenn wir mit dem Geist der Wahrheit die Wahrheit lesen, dann erkennen wir die Wahrheit und die Wahrheit macht uns frei.

Durch Gottes Gnade und das Wirken des Heiligen Geistes sind wir eben nicht abhängig von den Leitlinien anderer Menschen, die wir direkt oder indirekt gelernt haben. Wir können frei davon werden, wenn wir danach trachten. Außerdem sagt Gott hier, dass es einen guten Lehrer des Wortes auszeichnet, dass er gerade nichts von sich selbst redet. Also dass er nicht seine eigenen Leitlinien predigt, sondern nur das, was er von Gott gehört hat. Wenn selbst der Heilige Geist nur das redet, was Er gehört hat, wie viel mehr sollten wir Menschen das tun?

Fazit zur schriftgemäßen Auslegung

Ohne größere Mühe habe ich nun acht Grundsätze der Bibelauslegung in der Bibel selbst gefunden. Wenn wir diese befolgen, dann bewahrt uns das davor, die Bibel mit einer Brille zu lesen oder nur dem theologischen Konzept eines bekannten Lehrers zu folgen. Dazu gehört aber natürlich, dass wir das auch wollen. Denn oftmals gefällt es uns Menschen, einen anderen auf den Sockel zu stellen, um unserer eigenen Meinung dann umso mehr Autorität zu verschaffen. Wir sonnen uns gerne eine Stunde im Licht eines berühmten Bruders, damit wir uns selbst rechtgläubiger fühlen.

Wieviel besser ist es, wenn unser Fundament wirklich auf dem Wort Gottes selbst beruht und nicht auf menschlichen Überlegungen oder Traditionen oder bekannten Bibellehrern, deren Früchte im Leben wir oftmals gar nicht kennen.




Nennt nicht alles Verschwörung…

Nennt nicht alles Verschwörung

Nennt nicht alles Verschwörung, was dieses Volk Verschwörung nennt, und vor dem, was es fürchtet, fürchtet euch nicht und erschreckt nicht davor!

Jesaja 8:12

Verschiedene bekannte Prediger (Michael Kotsch, Thomas Powilleit,…) haben diese Stelle aus dem Buch Jesaja dazu verwendet, um uns Gläubigen zu zeigen, dass wir nicht alles Verschwörung nennen sollen, was die „Verschwörungs-Theoretiker“ Verschwörung nennen.

Ich habe mich nun hingesetzt und den Bibeltext einmal im Zusammenhang des Buches Jesajas angesehen, um zu verstehen, wovor Gott hier warnt und ob die obige Anwendung einer guten biblischen Auslegung entspricht.

Was ist eine Verschwörung?

Zuerst stellt sich die Frage, was eine Verschwörung überhaupt ist und was das hebräische Wort damit meint. Dafür ziehe ich ein Wörterbuch zu Rate und stelle fest, dass das hebräische Wort mit „Verschwörung, Verrat oder unrechtmäßiges Bündnis“ übersetzt werden kann.

Daraus lernen wir, dass eine Verschwörung schlecht von einem einzelnen ausgehen kann. Sondern es sind mehrere Personen, die einen Bund schließen, um etwas Unrechtmäßiges zu tun. Es ist sogar so, dass die Wurzel dieses Wortes „etwas miteinander verbinden“ bedeutet. Es geht also stark darum, dass sich mehrere Menschen zusammen binden, um etwas zu erreichen. Und dieses Ziel ist, je nach Perspektive, unrechtmäßig.

Weiteren Kontext suchen

Der nächste Schritt ist, in der Bibel nachzusehen, wo dieses Wort noch verwendet wird. Das gibt oftmals neues Verständnis. Folgende Stellen habe ich als hilfreich gefunden:

Und sie sah zu, und siehe, da stand der König an der Säule, wie es Sitte war, und die Obersten und Trabanten bei dem König; und alles Volk des Landes war fröhlich und stieß in die Trompeten. Atalia aber zerriß ihre Kleider und schrie: Verschwörung! Verschwörung!

2 Könige 11:14

In den Augen Atalias war es unrechtmäßig, sie abzusetzen. Allerdings hatte sie selbst von Gott keine Legitimation, da sie nie zum König gesalbt wurde, sondern Frau war, sowie durch Mord und nicht aufgrund von Geburt an die Macht gekommen war. Daher war es in Gottes Augen nicht unrechtmäßig sie abzusetzen.

Und der HERR sprach zu mir: Es besteht eine Verschwörung unter den Männern von Juda und unter den Bewohnern von Jerusalem. Sie sind zu den Sünden ihrer Vorväter zurückgekehrt, die sich geweigert haben, meinen Worten zu gehorchen; sie selbst sind auch fremden Göttern nachgefolgt und haben ihnen gedient. Das Haus Israel und das Haus Juda haben meinen Bund gebrochen, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe!

Jeremia 11:9-10

Hier besteht eine Verschwörung gegen Gott. Männer von Juda hatten sich verbunden, um gemeinsam zu den Sünden der Vorväter zurückzukehren. Sie hatten dieses Vorhaben zu ihrem erklärten Ziel gemacht.

Absalom schickte auch nach Ahitophel, dem Giloniter, dem Ratgeber Davids, und ließ ihn aus seiner Stadt Gilo holen, während er die Opfer schlachtete. Und die Verschwörung wurde stark, und das Volk nahm beständig zu bei Absalom.

2 Samuel 15:12

Dies ist eine Verschwörung gegen den König David. Absalom hatte sich mit einigen Fürsten und Obersten des Volkes gegen David verbunden.

Wir können also zusammenfassen: Eine Verschwörung ist ein Bündnis mehrerer Personen, um ein (vermeintlich) unrechtmäßiges Ziel zu erreichen.

Welche Verschwörung besteht zur Zeit Jesajas?

Weil dieses Volk das still fließende Wasser Siloahs verachtet, dagegen Freude hat an Rezin und an dem Sohn Remaljas, siehe, so wird der Herr die starken und großen Wasser des Stromes über sie bringen, den König von Assyrien mit seiner ganzen Herrlichkeit.

Jesaka 8:6-7

In diesem Abschnitt spricht Gott davon, dass Er Juda bestrafen wird, weil sie die still fließenden Wasser Siloahs verachten und (heimlich) Rezin, den König der Aramäer, sowie Pekach, den König Israels, bewundern. Mit den still fließenden Wassern Siloahs ist zuerst einmal die Wasserversorgung Jerusalems gemeint. Hiskia baute sie dann vollends zum Teich Siloah aus. Bildlich ist damit jedoch das Königshaus David und damit Ahas gemeint. Er war zu jener Zeit der Gesalbte JHWHs. Siloah wird in Joh 9:7 mit „der Gesandte“ übersetzt.

Darum ist es passend, dass Jesaja den König Ahas am Ende der (alten) Wasserleitung des oberen Teiches (nicht der spätere Teich Siloah) treffen soll, um ihm folgende Botschaft zu bringen:

Weil der Aramäer Böses gegen dich geplant hat samt Ephraim und dem Sohn Remaljas, die sagen: „Wir wollen nach Juda hinaufziehen und es in Schrecken versetzen und es für uns erobern und dort den Sohn Tabeels zum König einsetzen!“, deshalb spricht GOTT, der Herr: Es soll nicht zustandekommen und nicht geschehen!

Jesaja 7:5-7

Und hier lernen wir, dass zwischen Pekach und Rezin sehr wohl eine Verschwörung gegen Ahas, den König Judas, bestand. Es erscheint auch wahrscheinlich, dass die Bewunderung des jüdischen Volkes für Pekach und Rezin dazu geführt hat, dass es heimliche Sondierungsgespräche zwischen einzelnen Juden und Pekach zur Absetzung gegeben hat. Wer der Sohn Tabeels ist, lässt sich nicht in Erfahrung bringen. Jedoch muss er aus dem Stamm Juda gewesen sein, da er als König über Juda eingesetzt werden sollte.

Also besteht die Verschwörung hier darin, dass Pekach, Rezin, der Sohn Tabeels und andere Juden sich verbunden hatten, um Ahas als König abzusetzen.

Warum soll man das nun nicht Verschwörung nennen?

Dafür ist es wichtig, den ganzen Vers zu betrachten und nicht nur das Wort „Verschwörung“ herauszugreifen. Weiterhin ist es nötig, die Verse danach und davor mit einzubeziehen. Das gehört zu guter Bibelauslegung dazu.

Denn so hat der HERR zu mir gesprochen, indem er mich fest bei der Hand faßte und mich davor warnte, auf dem Weg dieses Volkes zu gehen: Nennt nicht alles Verschwörung, was dieses Volk Verschwörung nennt, und vor dem, was es fürchtet, fürchtet euch nicht und erschreckt nicht davor! Den HERRN der Heerscharen, den sollt ihr heiligen; er sei eure Furcht und euer Schrecken! So wird er euch zum Heiligtum werden; aber zum Stein des Anstoßes und zum Fels des Strauchelns für die beiden Häuser Israels, zum Fallstrick und zur Schlinge für die Bewohner von Jerusalem, so daß viele unter ihnen straucheln und fallen und zerbrochen, verstrickt und gefangen werden.

Jesaja 8:11-15

Das Ziel der Rede Gottes ist es, Jesaja und die anderen Treuen davor zu warnen auf dem Weg der Mehrheit zu gehen. Und Er nennt Jesaja zweierlei, was er nicht tun soll, um nicht auf dem Weg des Volkes zu gehen. Ich nenne das Volk hier bewusst „Mehrheit“, weil das Volk die Mehrheit der Bewohner Judas meint.

  1. Nicht Verschwörung nennen, was das Volk Verschwörung nennt
  2. Nicht zu fürchten, was das Volk fürchtet, sowie nicht davor zu erschrecken

Und Gott nennt 2 Dinge, die Jesaja und alle Gottesfürchtigen tun sollen, um nicht auf dem Weg des Volkes zu gehen:

  1. JHWH, den Herrn, heiligen
  2. JHWH, der Herr, soll ihre Furcht und ihr Schrecken sein

Und wenn sie das machen, dann wird Gott ihnen zum Heiligtum werden.

Das Volk sprach von der Verschwörung gegen Ahas und fürchtete sich vor Pekach und Rezin. Und das, obwohl Gott dem Ahas bereits versprochen hatte, sich darum zu kümmern, wenn Ahas Ihm vertraut. Das lesen wir in Kapitel 7. Es gab also keinen Grund mehr, sich um diese Verschwörung und den drohenden Angriff Sorgen zu machen. Gott hatte diese Verschwörung schon für gescheitert erklärt (Jesaja 7:7). Sorgen haben sich nur die gemacht, die Gott nicht glaubten. Ahas nahm später dann leider das geheiligte Gold aus dem Tempel, um den König von Assyrien für eine Verschwörung gegen Rezin anzuwerben.

Es ist daher folgendes festzustellen:

  1. Es gab eine handfeste Verschwörung (die Verschwörungs-Theoretiker hatten recht, so wie sie auch heute in vielen Vorhersagen recht hatten).
  2. Jesaja sollte es nicht Verschwörung nennen und es nicht fürchten, weil das von Unglauben gezeugt hätte. Denn die Verschwörung war bereits gescheitert.
  3. Als Menschen, die Gott glauben, sollen wir unsere Kraft und unsere Gedanken darauf richten, Gott zu fürchten und nicht die Menschen (Verschwörer), sowie Gott zu heiligen und nicht den Staat (Ahas).
  4. Gott stellt dann in Jesaja 8:14 fest, dass Er sowohl die Verschwörer als auch die Verschwörungstheoretiker zu Fall bringen wird. Gott wird jedoch zum Heiligtum wird für jeden, der Ihn heiligt und fürchtet.

Keine gute biblische Auslegungspraxis

Leider muss ich also zum dem Fazit kommen, dass die von verschiedenen Bibelehrern gebrauchte Auslegung dieser Jesaja-Passage keiner guten Auslegungspraxis entspricht. Der Schluss, dass wir als Christen uns nicht mit Verschwörungs-Theorien beschäftigen sollen, weil es keine Verschwörung gäbe, sondern der Staat es gut mit uns meint – seltsame Annahme – , lässt sich nicht aus Jesaja ableiten. Der Zusammenhang (Kontext) zeigt vielmehr, dass es eine klare Verschwörung gab. Im damaligen Fall sollte sie jedoch nicht mehr als solche bezeichnet werden, weil Gott sie als gescheitert erklärt hatte. Gott fordert uns nun mit Jesaja dazu auf, uns nicht vor solchen Verschwörungen zu fürchten. Denn ER ist der Schöpfer von Himmel und Erde, der uns Verheißungen gegeben hat, damit wir uns nicht fürchten und nicht verzagen.

Wenn wir also Gott fürchten, Er unser Schrecken ist und nicht die Eliten dieser Welt, ein Corona-Virus oder unsere Nachbarn, wenn wir Ihn in unserem Leben heiligen und nicht die Hygiene-Maßnahmen oder die ganzen Theorien über die Hintergründe, dann können wir unsere Häupter erheben.

Wenn aber dies anfängt zu geschehen, so richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht.

Lukas 21:28




Warum schweigen die Christen?

Und siehe Du wirst stumm sein

Warum die Christen schweigen wurde verschiedentlich in den deutschen Medien diskutiert. Einer dieser Artikel erschien in der Faz mit dem Titel „Das Schweigen der Bischöfe“. In diesen Artikeln wird zwar darauf hingewiesen, dass die christlichen Gemeinden vor Ort durchaus aktiv Ideen für Hilfeleistungen und Ersatzprogramme für ausgefallene Veranstaltungen entwickelt haben. Gleichzeitig wird aber darüber gestaunt, dass es ansonsten eine große Sprachlosigkeit direkt zum Thema Corona, Grundrechtseinschränkungen, sowie den Schutz und die Selbstbestimmung der Risikogruppen (Alte, Kranke) gibt. Bei der Predigt eines Bruders ist in mir eine starke Ahnung erwacht, warum das so ist.



Und siehe, du wirst stumm sein und nicht reden können bis zu dem Tage, da solches geschehen wird; darum, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, welche zu ihrer Zeit erfüllt werden sollen.

Lukas 1:20

Zacharias Unglaube

Zacharias bekommt vom Engel Gabriel die Verheißung, seine Frau würde schwanger werden. Das hatte Zacharias schon lange erbeten. Ihm wird also gerade mitgeteilt, sein Gebet sei nun endlich erhört worden.

Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Gebet ist erhört worden, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.

Lukas 1:13

Das ist ein Grund zur Freude. Jedoch befallen den Zacharias Zweifel: Kann das wirklich sein? Kann seine Frau schwanger werden, obwohl sie schon so fortgeschrittenen Alters ist und er selbst bereits alt?

Das sind doch verständliche Zweifel? Wen würden sie nicht befallen, wenn die Frau bereits jenseits der fünfzig ist? Darum fragt Zacharias nach einem Zeichen, woran er das erkennen kann. Er möchte Sicherheit darüber haben. Und nun geschieht der Hammer: Dafür wird er bestraft. Das Zeichen, das er bekommt ist Stummheit. Er kann nicht mehr sprechen. Warum macht der Engel sowas? Noch dazu, wo er dann ein paar Monate später bei Maria großzügiger ist. Bei ihr antwortet der Engel Gabriel freundlich auf ihre Frage, wie sie ohne Mann schwanger werden kann (Lukas 1:34-35).

Unglaube lässt verstummen

Der wesentliche Unterschied zwischen Maria und Zacharias ist der Glaube. Zacharias möchte ein Zeichen, Maria bittet nicht um ein Zeichen, sondern kann nicht verstehen, wie das gehen soll. Und diese Frage hat sie zurecht, weil es noch nie vorgekommen ist, dass eine Frau ohne Mann schwanger wird. Außerdem bringt sie das in Probleme, weil sie bei einer Schwangerschaft ohne Ehemann in Zukunft als Sünderin behandelt werden würde.

Zacharias dagegen hätte nur an Abraham denken müssen, um seine Zweifel zu überwinden. Es gab bereits Vorbilder, bei denen Gott einem sehr alten Ehepaar noch einen Sohn gegeben hat. Darum hat der Engel kein Verständnis für Zacharias. Noch dazu, da Zacharias bereits ein Zeichen vor sich hat: Nämlich den Engel.

So verstummt Zacharias also aufgrund seines Unglaubens gegenüber Gottes Verheißung.

Christen schweigen aus Unglauben

Auch wir Christen gleichen in vielem dem Zacharias. Gott hat uns in seinem Wort manche Verheißung gegeben. Jedoch zeigt sich gerade seit dem Beginn der Corona-Krise, dass wir Christen nur sehr begrenzt diesen Verheißungen echtes Vertrauen schenken. Wir haben uns die letzten Jahrzehnte nicht im Vertrauen gegen Gott geübt. Unser Vertrauen gegenüber dem Staat und gegenüber den „Experten“ ist wesentlich größer als gegenüber dem Wort Gottes. Sonst müssten wir anders handeln.

Und darum haben wir auch nichts zum Corona-Virus, zu den staatlichen Corona-Verordnungen, zum Verbot von Nächstenliebe durch Isolation der Alten und Kranken, zur Entwürdigung des Menschen durch Entzug seiner Selbstbestimmung und manchem mehr zu sagen.

Wir verstummen aufgrund unseres Unglaubens

Nun sagst du aber: »Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft werde«.

Ganz recht! Um ihres Unglaubens willen sind sie ausgebrochen worden; du aber stehst durch den Glauben. Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich! Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht verschont hat, könnte es sonst geschehen, daß er auch dich nicht verschont. So sieh nun die Güte und die Strenge Gottes; die Strenge gegen die, welche gefallen sind; die Güte aber gegen dich, sofern du bei der Güte bleibst; sonst wirst auch du abgehauen werden!

Römer 11:19-22